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Anwalt des Präsidenten : Wie gefährlich wird Cohen für Trump?

  • -Aktualisiert am

Stolperstein für Trump?: Der New Yorker Anwalt Michael Cohen beim Verlassen des Gerichts am Montag Bild: AP

Der amerikanische Präsident reagiert auf das Vorgehen gegen seinen Anwalt Michael Cohen äußerst gereizt. Für viele Beobachter ist das Verfahren denn auch potentiell schädlicher für ihn als der Sonderermittler Robert Mueller.

          Dino Sajudin war Doorman im Trump Tower – so viel ist sicher. Im Jahr 2015 soll er vom „National Enquirer“ 30.000 Dollar erhalten haben, damit er nicht über das sprach, was er angeblich wusste: dass Donald Trump vor dreißig Jahren Vater eines unehelichen Kindes geworden sei. Das ist nicht sicher – es ist eine Recherche, die das Magazin „New Yorker“ und andere für fortgeschritten genug hielten, um sie zu veröffentlichen. Die Information kam dabei nicht von Sajudin, sondern von Dritten – von Mitarbeitern des Verlages A.M.I., die mit Journalisten sprachen. Der „National Enquirer“ und der Verlag waren immerhin auch diejenigen, die das frühere Playboy-Model Karen McDougal fürs Nicht-Veröffentlichen ihrer Geschichte über eine Affäre mit Donald Trump bezahlt haben sollen. Bei den Durchsuchungen bei Trumps Anwalt Michael Cohen in der vergangenen Woche soll es wiederum auch um die Kommunikation zwischen Cohen, dem Verlag und dessen Chef David Pecker gegangen sein.

          Michael Cohen ist einer von Donald Trumps engsten Vertrauten, und das seit über zehn Jahren. Wenn Trump etwas zu verbergen hätte, dann wüsste es wohl sein Anwalt. Und nun durchsuchte das FBI dessen Räume, nahm Datenträger und Papiere mit – und wohl auch Tonbandmitschnitte. Einige sehen den Präsidenten nun in akuter Gefahr. Im Magazin „New Yorker“ nannte Adam Davidson die Cohen-Ermittlungen gar das „Endstadium“ der Präsidentschaft: „Dies ist die Woche, in der wir mit wachsender Sicherheit wissen, dass wir in die letzte Phase der Trump-Präsidentschaft eintreten.“ Die Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller könnten Trump nicht so gefährlich werden wie nun die Ermittlungen gegen seinen Anwalt, schreibt Davidson. Schließlich sei es schwer zu beweisen, was Trump von möglichen Russland-Kontakten seines Teams im Wahlkampf gewusst habe. Doch bei Cohen könnten die Ermittler alles mögliche finden. Auch das konservative Magazin „National Review“ sieht Trump in „ernsten juristischen Schwierigkeiten“. Die Ermittler versuchten möglicherweise, eine konzertierte Aktion nachzuweisen, bei der mehrere Personen zum Schweigen gebracht werden sollten, und zwar durch erheblichen Druck – Pornodarstellerin Stephanie Clifford alias Stormy Daniels, Karen McDougal und eventuell eben auch Doorman Dino Sajudin. Dass sie alle Geld annahmen, ändere nichts daran, dass sie vielleicht eingeschüchtert worden seien, schreibt der Autor.

          Aber auch Trumps Geschäfte könnten nach der Durchsuchung bei Cohen weiter in den Fokus der Ermittler geraten. Manche Beobachter glauben, dass die New Yorker Staatsanwaltschaft längst gezielt nach kriminellen Machenschaften der Trump Organisation sucht. Mehrere Trump-Biographen haben herausgearbeitet, dass Trump nicht nur mehrere Bankrotte zu verantworten hatte, sondern dass er im Laufe der Jahre immer wieder Geschäfte mit Leuten machte, die im eigenen Land Verfahren am Hals hatten. In Aserbaidschan etwa soll einer seiner Partner beim Bau eines Hotels Geldwäsche in großem Stil betrieben haben, in Georgien wird Trump mit einer Gruppe in Verbindung gebracht, gegen die in einem Riesen-Bankbetrugsfall ermittelt wurde und in Brasilien gibt es Ermittlungen wegen Projekten, an denen Trump beteiligt war. Trumps Taj Mahal Casino in Atlantic City schließlich wurde einst mit der damals höchsten Strafzahlung wegen Geldwäschevergehen belangt – ohne dass dessen direkte Beteiligung zweifelsfrei erwiesen wäre. Damals ging es vor allem darum, dass das Kasino verdächtige Geldbewegungen nicht meldete und so die Standards zur Geldwäsche-Bekämpfung verletzte.

          Affäre um Stormy Daniels : FBI durchsucht Büro von Trumps Anwalt

          Das Geschäftsgebaren wird durchleuchtet

          Trump soll aber auch direkte Verbindungen zum organisierten Verbrechen in New York gehabt haben – wie weit die gingen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Michael Cohen war stets zu Diensten, wenn es darum ging, Geschäfte mit zwielichtigen Figuren zu machen, meint Trump-Kritiker Adam Davidson im „New Yorker“. Trumps Gegner erinnern auch daran, dass der sich bis heute weigert, seine Steuererklärungen öffentlich zu machen. Seine Anhänger stören sich indessen nicht an seiner Vergangenheit, über die vieles vor der Wahl tatsächlich schon bekannt war.

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