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Wahlkampf in Amerika : Möge der Nettere gewinnen

Happy Birthday, Mister President: Obama am Samstag, dem Tag seines 51. Geburtstages, auf dem Weg zum Hubschrauber „Marine One“ Bild: AFP

Vor der Präsidentenwahl im November liefern sich Obama und sein Herausforderer Romney einen erbitterten Wettkampf - um Wahlspenden, um Unterstützung von Hollywoodstars, vor allem aber um höhere Sympathiewerte.

          Seinen 51. Geburtstag begann der Präsident am Samstag auf dem Golfplatz. An Wochenenden geht Barack Obama gerne hinaus zum Luftwaffenstützpunkt „Andrews Air Force Base“, der im Südosten der Hauptstadt liegt. Dort steht nicht nur sein Dienstflugzeug „Air Force One“ stets abflugbereit im Hangar. Dort gibt es auch drei 18-Loch-Golfanlagen, auf denen noch „jeder golfende Präsident seit Eisenhower“ den Schläger geschwungen hat, wie es in der Broschüre über „die besten Golfplätze der Streitkräfte“ heißt. Nach sechs Stunden auf den Grüns ließ sich Obama mit dem Präsidentenhubschrauber „Marine One“ zum Landsitz amerikanischer Präsidenten nach Camp David fliegen, wo er den Rest des Wochenendes verbrachte.

          Matthias Rüb

          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Doch damit ist es mit den Geburtstagsfeiern noch lange nicht vorbei. Die große Party steigt erst an diesem Wochenende, und zwar im Privathaus der Obamas in Chicago. Wer sich auf dem E-Mail-Verteiler von Obamas Wahlkampfstab hat registrieren lassen, erhält seit Wochen Einladungen zu „Baracks Geburtstagsfeier“.

          Auch ohne Hilfe der Glücksfee

          Sogar die Flugkosten werden übernommen, von überallher in Amerika. Sofern man Losglück hat, versteht sich. Denn mit der Einladung zur Party ist die Aufforderung verbunden, mindestens drei Dollar - gerne auch mehr - für den Wahlkampf des Präsidenten zu spenden, um an der großen Verlosung für einen Platz am Geburtstagstisch teilzunehmen. Zu Feiern wie diesen kommen freilich immer auch Berühmtheiten und Großspender, die so viel Geld geben können, dass sie auch ohne Hilfe der Glücksfee Einlass finden. Im Mai lud der Hollywood-Star George Clooney zum Abendbrot mit Barack Obama zu sich nach Hause ein, für 40.000 Dollar pro Gedeck. Doch nur rund die Hälfte der 15 Millionen Dollar Spenden des Abends stammten von Leuten, die für einen Abend mit dem Präsidenten so viel Geld ausgeben können, wie andere in einem ganzen Jahr verdienen. Die andere Hälfte steuerten Tausende Kleinspender bei, die in die Geburtstagsplatzbörse mit Verlosung eingestiegen waren.

          Es ist das erste Mal, dass die Obamas zu einer Feier in ihr Privathaus in Chicago einladen. Zumal Michelle Obama hat bisher streng darüber gewacht, dass das Privatleben der Familie - und zumal der Töchter Sasha und Malia - vom politischen Trubel strikt getrennt bleibt. Aber der Präsident und seine Wahlkampfhelfer brauchen für die letzten drei Monate der Wahlkampagne jeden Dollar. Obamas Wahlkampfstab hat zusätzliche Spendenveranstaltungen mit dem Präsidenten angesetzt.

          Romney kompetenter, Obama sympathischer

          Die politische Wunderwaffe Bill Clinton wurde nicht nur als Redner für den Nominierungsparteitag der Demokraten Anfang September in Charlotte in North Carolina engagiert, sondern auch fürs Geldsammeln in den kommenden Wochen. Denn kein Präsident, der sich je um eine zweite Amtszeit bewarb, hat für seine angestrebte Wiederwahl so schnell so viel Geld ausgegeben wie Obama. Seit Anfang 2011 waren es 400 Millionen Dollar - für Büro- und Personalkosten, für Computer und Mobiltelefone, für Berater und Meinungsforscher. Allein 86 Millionen Dollar hat die Wahlwerbung in den Medien verschlungen, das meiste davon für negative Wahlwerbespots gegen den republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Das begeisterte Freiwilligenheer des Kandidaten von 2008 wandelt sich 2012 in eine Berufsarmee der Diffamierer.

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