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Wahl in Amerika : Clinton setzt Trump mit Offenlegung ihrer Steuern zu

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Donald Trump will seine Steuerdaten nicht veröffentlichen. Bild: AP

Wie aus ihren nun veröffentlichten Steuerdaten hervorgeht, haben die Clintons im vergangenen Jahr fast elf Millionen Dollar verdient. Trump will seine Finanzen weiterhin nicht offenlegen – und redet sich mal wieder um Kopf und Kragen.

          Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat ihren republikanischen Kontrahenten Donald Trump mit der Veröffentlichung ihrer Steuererklärung unter Druck gesetzt. 2015 haben Clinton und ihr Ehemann, der frühere Präsident Bill Clinton, 10,75 Millionen Dollar verdient, wie das Wahlkampfteam am Freitag bekanntgab. Darauf zahlten sie einen Steuersatz von 34,2 Prozent auf Bundesebene.

          Trump dagegen weigert sich, seine Steuererklärung offenzulegen. Zur Begründung gibt er an, dass die Bundessteuerbehörde IRS ihre Überprüfung der Unterlagen noch nicht abgeschlossen habe. Die IRS teilte jedoch mit, Trump könne die Dokumente veröffentlichen, auch wenn die Überprüfung noch laufe.

          In den Vereinigten Staaten ist es üblich, dass Präsidentschaftskandidaten ihre Steuern veröffentlichen. Gesetzlich dazu verpflichtet sind sie nicht. Trumps Weigerung sorgt aber auch bei den Republikanern für Kritik. Das werfe Fragen über sein Vermögen, Spenden an wohltätige Zwecke, seine Geschäfte und Geschäftsbeziehungen auf, sagen seine Widersacher.

          Clinton baut Vorsprung aus

          Bei den Clintons machte vergangenes Jahr gut die Hälfte des Einkommens Honorare für Reden von Bill Clinton aus. Hillary Clinton bekam für ihr Buch über ihre Zeit als Außenministerin drei Millionen Dollar. Eine Million Dollar spendete das Paar.

          Der Schachzug könnte Clinton weiteren Auftrieb verleihen: Knapp drei Monate vor der Wahl baut sie auch in den wichtigen Swing States ihre Führung aus. Laut einer Umfrage des Senders NBC und des „Wall Street Journal“ hält sie in Virginia und Colorado ihren Konkurrenten  mit jeweils zweistelligem Abstand auf Distanz. In Florida sind es fünf Punkte, in North Carolina neun. Die Swing oder „Battleground States“ sind diejenigen der 50 Bundesstaaten, bei denen die Rennen zwischen den Kandidaten in der Regel besonders knapp sind.

          Trump rudert mit einer Aussage zurück

          Der Republikaner setzt unterdessen seinen Schlingerkurs  fort: Tagelang war der Milliardär durch Wahlkampfveranstaltungen und Interviews gezogen und hat Präsident Barack Obama als „Gründer der Terrormiliz Islamischer Staat“ geschmäht. Nachdem der Präsidentschaftskandidat der Republikaner das mehrfach wörtlich wiederholt und betont hatte, wie ernst er das meine, folgte nun eine neuerliche Trump-Wende auf Twitter: Ob man denn nicht verstehe, dass die Äußerungen nur Sarkasmus gewesen seien?

          Trump war für die Äußerungen heftig kritisiert worden. Die „New York Times“ schrieb, der neuerliche Rückzieher werfe einmal mehr die Frage auf, ob der Kandidat überhaupt in der Lage sei, klar mit der amerikanischen Öffentlichkeit zu kommunizieren.

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