http://www.faz.net/-gpf-8v1v6

Vorwurf der Einmischung : Amerikanischer Senator will Russland „Arschtritt“ geben

  • Aktualisiert am

Deftige Worte in Richtung Russland: Senator Lindsay Graham Bild: AFP

Mit drastischen Worten wendet sich der amerikanische Senator Lindsey Graham in München an Russland: Für die mutmaßliche Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf werde Moskau „Konsequenzen“ erleiden.

          Der republikanische Senator Lindsey Graham will Russland eine Lektion für die mutmaßliche Cyber-Einmischung in die Wahlkämpfe westlicher Staaten erteilen. „2017 werdet Ihr einen Arschtritt bekommen für das, was Ihr getan habt“, sagte der Republikaner am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz in Richtung der russischen Delegation.

          „Ihr werdet Konsequenzen erleiden für das, was Ihr der freien Welt angetan habt.“ Der amerikanische Kongress werde mit großer Mehrheit einen Beschluss für schärfere Sanktionen gegen Russland fassen und an Präsident Donald Trump weiterleiten, sagte Graham.

          Er kritisierte scharf, dass der neue Präsident die russische Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf bislang nicht verurteilt hat. Als „Führer der freien Welt“ sollte Trump mit dem Kongress zusammenarbeiten, um das russische Vorgehen zu sanktionieren.

          Lawrow: „Unverständliche Obsession des Westens“

          Russland hat nach Erkenntnissen von amerikanischen Geheimdiensten mit gezielten Falschinformationen und Hackerangriffen in den Wahlkampf eingegriffen, um Trumps Kandidatur zu fördern und seiner Gegnerin Hillary Clinton zu schaden. Graham sagte in München, wenn der Kreml ungeschoren davonkomme, werde es solche Einmischungen immer wieder geben – in diesem Jahr etwa in Deutschland oder Frankreich.

          Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte die Manipulationsvorwürfe am Samstag in München zurückgewiesen. Vor russischen Journalisten sprach er von einer „unverständlichen Obsession des Westens mit Cyber-Sicherheit und Cyber-Spionage“. Es seien „keine Beweise gegen Russland gefunden worden“, sagte Lawrow.

          Ukraine-Konflikt : Tillerson fordert russisches Einhalten von Ukraine-Abkommen

          Weitere Themen

          Es bleibt frostig

          Russland und der Westen : Es bleibt frostig

          Der Winter kommt nicht, er ist längst da. Trumps Sicherheitsberater McMaster und Russlands Außenminister Lawrow schenken sich auf der Sicherheitskonferenz in München nichts.

          Europa als Vegetarier unter Fleischfressern Video-Seite öffnen

          Gabriel in München : Europa als Vegetarier unter Fleischfressern

          Bei der Münchner Sicherheitskonferenz hat Außenminister Sigmar Gabriel dafür plädiert, die europäische Zusammenarbeit im militärischen Bereich nicht zu vernachlässigen. Seiner Meinung nach handelt besonders ein Land geopolitisch konsequent.

          Topmeldungen

          Start der Groko-Abstimmung : Die neue Zuversicht der SPD

          Ganz Europa wartet auf die Entscheidung der SPD-Basis über eine weitere Koalition mit der Union. Trotz Widerstands aus den eigenen Reihen glaubt die Parteispitze fest an ein „Ja“ zur geplanten Regierung. Scharfe Worte kommen derweil aus der Union.

          Verhandlung mit Diktatur : Neuer Großauftrag für Siemens aus Thailand?

          Weil die Qualität der Konkurrenz aus China nicht überzeugend ist, könnte der Siemens-Konzern stark vom Bau eines Flughafens in Indonesien profitieren. Doch die dortige Regierung verhandelt noch mit einem weiteren Unternehmen aus Europa.
          Ein Marine besteigt mit dem „Football“ den Präsidentenhubschrauber.

          Besuch in China : Gerangel um Trumps Atomkoffer in Peking

          Beim Besuch in der Großen Halle in Peking wollte ein chinesischer Wachmann den amerikanischen Offizier mit den Nuklearcodes nicht einlassen. Deshalb machte er schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Secret Service.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.