http://www.faz.net/-gpf-8hhz8

Vorwahlen in Amerika : Trump greift Clinton wegen E-Mail-Affäre an

  • Aktualisiert am

Ist nicht für Zurückhaltung bekannt: Donald Trump. Bild: AP

Weil sie während ihrer Amtszeit als Außenministerin unerlaubt einen privaten E-Mail-Server benutzt hat, droht Hillary Clinton im schlimmsten Fall eine Anklage. Die Republikaner reiben sich die Hände.

          Der Präsidentschaftsbewerber der Republikaner Donald Trump geht gegen Hillary Clinton wegen ihres E-Mail-Skandals in die Offensive: Vor Unterstützern im kalifornischen Anaheim erklärte der umstrittene Immobilien-Tycoon, die Erkenntnisse seien für Clinton „nicht gut“.

          Trump mutmaßte, die demokratische Partei könne bei ihrem Parteitag in wenigen Wochen beschließen, Clinton fallen zu lassen und stattdessen Vizepräsident Joe Biden zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten zu ernennen.

          Clinton hatte während ihrer Zeit als Außenministerin ihre Kommunikation über einen privaten Server laufen lassen. In einem Untersuchungsbericht des Außenministeriums wird sie dafür gerügt. Das schlachtet das republikanische Lager genüsslich aus.

          In dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht heißt es, Clinton habe sich im Ministerium keine Erlaubnis dafür eingeholt, den privaten Server zu nutzen. Hätte sie es getan, wäre ihr das wahrscheinlich nicht erlaubt worden. Aus dem Bericht geht auch hervor, dass Mitarbeitern Clintons nahegelegt wurde, dass die Nutzung des Servers problematisch sei.

          „Schlechtes Urteilsvermögen“

          Clinton ist die Favoritin auf die Kandidatur der Demokraten. Die Affäre nagt seit längerem an der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin. Sie sieht sich deswegen massiven Angriffen aus dem republikanischen Lager ausgesetzt. Donald Trump bringt das Thema schon seit einiger Zeit immer wieder auf.

          Der republikanische Parteichef Reince Priebus erklärte: „Die Ergebnisse des Generalinspekteurs sind nur das jüngste Kapitel in der langen Saga über Hillary Clintons schlechtes Urteilsvermögen, mit dem sie Gesetze gebrochen und unsere nationale Sicherheit aufs Spiel gesetzt hat.“

          Clintons Sprecher Brian Fallon wies solche Anschuldigungen zurück. Der Bericht zeige, dass Clintons Verhalten im Einklang stünde mit dem anderer Außenminister oder hochrangiger Mitarbeiter.

          Neben Clinton wurden in dem 83-seitigen Bericht auch die Amtszeiten von vier weiteren Chefdiplomaten unter die Lupe genommen, darunter die des amtierenden Ministers John Kerry. Auch Colin Powell nutzte demnach in seiner Amtszeit (2001-2005) einen privaten Account. Allerdings waren die Sicherheitsvorschriften zu dieser Zeit noch nicht so hoch wie bei Clinton.

          Als Fazit heißt es allgemein: „Im Büro des Außenministers gab es über längere Zeit systematische Schwächen bei der elektronischen Kommunikation und der Aufzeichnung, die über die Amtszeit eines Außenministers hinausgehen.“

          Clinton hatte die Nutzung des privaten Servers als Fehler bezeichnet. Aber die Untersuchung des Außenministeriums ist nur eine von mehreren. Gefährlich könnte ihr eine Ermittlung des FBI werden. Die Bundespolizei prüft, ob sie über den Server auch vertrauliche Informationen verschickte oder empfing. In diesem Fall droht ihr eine Anklage. Berichten zufolge scheint die Ermittlung kurz vor dem Ende zu stehen.

          Quelle: saz./dpa

          Weitere Themen

          Mutmaßlicher Mörder von Joggerin Carolin G. gesteht die Tat Video-Seite öffnen

          Freiburg : Mutmaßlicher Mörder von Joggerin Carolin G. gesteht die Tat

          Vor dem Landgericht Freiburg hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Joggerin Carolin G. begonnen. Die Anklage wirft dem aus Rumänien stammenden Lastwagenfahrer vor, die 27-jährige Frau aus dem baden-württembergischen Endingen beim Joggen angegriffen, vergewaltigt und dann erschlagen zu haben.

          Topmeldungen

          Opposition oder Regierung? : Goldene Leitern für die SPD

          Wie bekommt man die Sozialdemokraten wieder vom Oppositionsbaum herunter? Für Bundeskanzlerin Merkel könnte es sich als Glücksfall erweisen, dass im Schloss Bellevue ein Bundespräsident von sozialdemokratischem Blute sitzt.
          Mitfühlende Mutter Merkel: Doch Minderheit ist Mist!

          Fraktur : So viel Dank war nie

          Es fehlte eigentlich nur noch, dass der Cem dem Horst bei einem Joint das „du“ anbot.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.