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Veröffentlicht: 21.02.2017, 13:05 Uhr

Trumps Vokabular Die Sprache eines autoritären Herrschers

„Volksfeinde“, „globaler Krieg“, „Zerstörung des Staates“: Die Trump-Regierung und manche ihrer Mitglieder sind auch in ihrem Vokabular maßlos. Vieles daran erinnert an autoritäre und totalitäre Regime.

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© dpa Der Chef-Ideologe und sein Präsident: Steve Bannon und Donald Trump bei einem Meeting zur Cyber-Sicherheit am 31.01.2017 im Weißen Haus.

Donald Trump hat schon vieles gesagt, das für Kopfschütteln gesorgt hat, fast jeden Tag geschieht das. Doch der Satz, den der Präsident am Freitagmorgen kurz nach dem Aufstehen twitterte, als die Welt sich gerade noch von seinen Tweets des Vortages erholte, trieb selbst hartgesottenen Trump-Verteidigern die Zornesröte ins Gesicht. „Die Fake-News-Medien sind nicht mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes“, schrieb Trump. Damit meinte er vor allem seine Lieblingsgegner, die liberale „New York Times“ sowie die Fernsehsender CNN, NBCNews, ABC und CBS – doch selbst beim bislang stets Trump-freundlichen rechtskonservativen Sender Fox News war man angesichts der harten Wortwahl geschockt.

Oliver Georgi Folgen:

„Wir kritisieren Präsidenten. Sie kritisieren uns, das ist okay“, warnte der prominente Fox-Moderator Chris Wallace am Sonntag sichtlich erschüttert seine Zuschauer. „Aber als er sagte, dass die Fake News-Medien nicht sein Feind, sondern der Feind des amerikanischen Volkes seien, hat er eine wichtige Linie überschritten.“

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Die (rote) Linie: Seit Trump im Amt ist, verschieben er und sein rechtspopulistischer Chefberater Steve Bannon sie jeden Tag ein bisschen weiter nach hinten. Und vor allem gegenüber den Medien, die den Präsidenten scharf kritisieren, haben beide den Tonfall längst so drastisch verschärft, dass man dahinter System vermuten muss. Ein System, das nicht nur in der Frage, wie mit unbequemen Kritikern und der unabhängigen Presse umgegangen wird, sondern auch in der Terminologie vielfach längst an autoritäre Herrschaftssysteme erinnert.

„Volksfeinde“: Mit dem Begriff „Volksfeinde“ für liberale Medien nutzt Trump einen Begriff, der sowohl im Leninismus/Stalinismus als auch im Nationalsozialismus und anderen totalitären Regimen zum gängigen Vokabular gehörte. Unter Stalin wurden politische Gegner als „Volksfeinde“ diffamiert und im Zuge des „Großen Terrors“ verhaftet und hingerichtet; im Dritten Reich verfolgten die Nationalsozialisten Juden, Sozialisten, Kommunisten, aber auch Zigeuner und Homosexuelle als „Volksfeinde“. Schon in „Mein Kampf“ schrieb Adolf Hitler von „Volksfremden“ und „Volksfeinden“, die es zu bekämpfen gelte. Goebbels erklärte 1941: „Wenn jemand einen Judenstern trägt, ist er ein Volksfeind“, worauf auch die „Washington Post“ am Samstag noch einmal erschüttert hinwies.

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Trumps „Volksfeind“-Tweet ist indes nur die jüngste Eskalationsstufe einer immer radikaleren Rhetorik seit seinem Amtsantritt. Schon am Tag nach seiner Vereidigung erklärte Trump in seiner Rede beim Geheimdienst CIA zum Entsetzen vieler Anwesender, er befinde sich in einem „Krieg“ mit den Medien und sagte, Journalisten seien unter den „unehrlichsten Menschen auf der Erde“. Wenige Tage später legte sein rechtspopulistischer Chefberater Steve Bannon nach, der vielen als eigentlicher strategischer Kopf in der Trump-Regierung gilt. In einem Interview beschimpfte er die Medien und erklärte, diese sollten „den Mund halten und für eine Weile zuhören“. Dann fügte er hinzu: „Ich will, dass Sie das zitieren: Die Medien sind die eigentliche Opposition. Sie verstehen dieses Land nicht. Sie verstehen immer noch nicht, warum Donald Trump Präsident ist.“

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