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Möglicher Trump-Herausforderer : Romney winkt neue Machtbasis als Senator

  • -Aktualisiert am

Bald Senator, und dann vielleicht Trump-Herausforderer? Mitt Romney. Bild: AFP

Der dienstälteste Republikaner im Senat geht nun doch in den Ruhestand. Durch den Abschied von Orrin Hatch könnte Mitt Romney ein Comeback feiern – ein alter parteiinterner Widersacher von Donald Trump.­

          Donald Trump wäre es anders lieber gewesen, doch nun geht der dienstälteste Republikaner im Senat doch in den Ruhestand. Nach vier Jahrzehnten zieht sich Orrin Hatch aus Utah zurück. „Jeder gute Kämpfer weiß, wann er die Boxhandschuhe an den Nagel hängen muss. Und für mich ist dieser Punkt bald gekommen“, sagte der 83-jährige in einer Videobotschaft. Bei den Kongresswahlen im November tritt er nicht mehr an.

          Damit wird Utah zu einem besonders spannenden Staat bei den „midterm elections“. Denn der ehemalige Präsidentschaftskandidat Mitt Romney könnte als Nachfolger von Hatch antreten. Bislang hat er sich nicht definitiv geäußert. Er soll Freunden vor einiger Zeit aber gesagt haben, dass er kandidieren wolle, falls Hatch in den Ruhestand gehe. „Ich schließe mich den Bürgern von Utah an und danke meinem Freund Orrin Hatch für mehr als vierzig Jahre des Dienstes an unserem großartigen Bundesstaat und unserer Nation,“ schrieb Romney am Dienstag bei Facebook.

          Mitt Romney war von 2003 bis 2007 Gouverneur von Massachusetts und kandidierte 2012 vergeblich gegen Präsident Barack Obama. Inzwischen zog er nach Utah, wo er familiäre Wurzeln und ein Netzwerk aus Spendern und Unterstützern hat. Falls sich Romney zur Kandidatur entschließt, geht der Mormone als Favorit ins Rennen.

          Misstrauen zwischen Romney und Trump

          Gegenüber Vertrauten soll Donald Trump geäußert haben, dass er sich Mitt Romney auf keinen Fall im Senat wünscht. Im Wahlkampf 2016 war Romney eine der lautesten Stimmen des „Never Trump“-Flügels bei den Republikanern. Er sagte damals, der Immobilienmilliardär sei ein Betrüger und müsse gestoppt werden. Trump lud ihn dennoch nach seinem Wahlsieg zum Abendessen ein. Kurzzeitig sah es so aus, als könne Romney Außenminister werden. Nach der Wahl lobte er den Präsidenten für einige Personalentscheidungen. Er kritisierte aber auch Trumps isolationistische Politik. Nach Trumps Rede zur Neonazi-Gewalt in Charlottesville, als der Präsident Rechtsradikale und Gegendemonstranten gleichsetzte, forderte Romney ihn zu einer Entschuldigung auf. „Mr. President, handeln Sie jetzt, zum Wohle des Landes,“ schrieb er bei Twitter.

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          Mitt Romney sagte mehrfach, dass er keine Fundamentalopposition gegen Trump machen würde, wenn er im Senat säße. Sein langjähriger Spendensammler Spencer Zwick sagte der „New York Times“, ohne eine geplante Kandidatur direkt zu bestätigen: „Wenn er sich mit Donald Trump über etwas einig ist, wird er ein großer Unterstützer sein. Wenn er mit etwas nicht einverstanden ist, wird er das zum Ausdruck bringen.“ Donald Trump weiß, dass viele in der Partei es gern sehen würden, wenn Romney wieder eine stärkere Rolle spielen würde. Für manche Republikaner wäre er sogar ein geeigneter Herausforderer für den Präsidenten. Sie wären bereit, die Faktoren, die ihn 2012 zu einem schwachen Gegner für Barack Obama machten, zu vergessen. Der Millionär Romney wurde von vielen als etwas steifer Kandidat wahrgenommen, der vor allem die Reichen vertrat. Manch einer hofft nun, Romney könnte ein ähnlich gewichtiger Kritiker von Donald Trump im Senat werden, wie es bislang John McCain aus Arizona war.

          Nicht konservativ genug?

          Der Mormone und Abtreibungsgegner hätte den Rückhalt vieler konservativer Amerikaner. In Utah selbst gilt Romney vielen allerdings als nicht konservativ genug. Das ist ein möglicher Angriffspunkt für Steve Bannon, der trotz der verlorenen Senats-Nachwahl von Alabama nicht aufgegeben hat. Nach wie vor will Trumps Ex-Chefstratege eigene, rechte Kandidaten in den Kongress bringen. Romney, der früher freundschaftliche Verbindungen zu Bannons „Breitbart“-Magazin pflegte, ist ihm inzwischen ein Dorn im Auge. Der Mormone hatte sich gegen Bannons Kandidaten Roy Moore in Alabama ausgesprochen, als mehrere Frauen Moore sexuelle Belästigung vorwarfen. Der „Breitbart“-Chef unterstellte Romney daraufhin, sich während des Vietnam-Krieges hinter seiner Religion versteckt zu haben, während andere als Soldaten starben. Noch hat Bannon keinen Herausforderer in Utah gefunden – er könnte aber jetzt mit der Suche beginnen.

          Donald Trump steht also womöglich bald vor der Frage, ob er Mitt Romney oder einen möglichen weiteren Kandidaten unterstützen soll. Am Dienstag fragten Reporter seine Sprecherin Sarah Huckabee Sanders, ob der Präsident für jeden Kandidaten Wahlkampf machen werde, den die Partei in Utah aufstellt. „Ich denke, wir haben noch keine Entscheidungen getroffen, was die Details des Wahlkampfes angeht“, sagte Sanders. Trump hatte Orrin Hatch noch im Dezember überreden wollen, noch einmal anzutreten. Nun verliert er nicht nur einen verlässlichen Unterstützer aus Utah – auch der Vorsitz des wichtigen Finanzausschusses im Senat wird bald neu zu vergeben sein.

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