http://www.faz.net/-gpf-91x6n

UN-Vollversammlung : Trump droht Nordkorea mit „totaler Zerstörung – falls nötig“

Trump über Kim: „Der Raketenmann ist auf einem selbstmörderischen Weg“ Bild: AFP

Bei seiner mit Spannung erwarteten Rede bedankt sich Donald Trump zunächst für die Hilfe der internationalen Gemeinschaft nach den schweren Hurrikanen. Dann teilt er aus – nicht nur gegen Pjöngjang.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat mit der „totalen Zerstörung“ Nordkoreas gedroht, falls das nötig sei, um die Vereinigten Staaten oder ihre Verbündeten zu verteidigen. In seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung bezeichnete Trump den Diktator Kim Jong-un am Dienstag als „Rocket Man“: „Der Raketenmann ist auf Selbstmordmission“, sagte Trump und verlangte die Denuklearisierung Koreas.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Trump forderte die Vereinten Nationen heraus. „Hoffentlich“ werde ein Vernichtungsschlag „nicht nötig“, weil die UN den Konflikt anders beilegten. „Darum geht es bei den UN. Mal sehen, wie sie sich schlagen.“ Der Präsident dankte China und den anderen Mitgliedern des Sicherheitsrats für die jüngste Verschärfung von Sanktionen. Doch müsse der Rat noch „sehr viel mehr tun“, um Nordkorea zu isolieren.

          Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres Nordkorea scharf wegen seiner jüngsten Atomtests kritisiert, aber zugleich vor einer verbalen Eskalation gewarnt. Es drohe die Gefahr, dass wir „in einen Krieg schlafwandeln“. In Anspielung auf Trump sagte Guterres: „Feurige Worte können zu tödlichen Missverständnissen führen.“

          Neben Nordkorea zählte Trump insbesondere Iran, Kuba und Venezuela zu einer „kleinen Gruppe von Schurken“, welche „die Geißel unseres Planeten“ seien. Trump legte nahe, dass er das Atomabkommen mit Iran aufkündigen könnte.

          Das von seinem Vorgänger Barack Obama forcierte Abkommen Irans mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland sei einseitig und für Amerika „eine Peinlichkeit“. „Ich glaube, Sie werden davon noch hören, glauben Sie mir“, sagte Trump. Er muss dem Kongress in Washington bis zum 15. Oktober mitteilen, ob sich Iran an das Abkommen hält und dieses weiterhin im amerikanischen Interesse liege.

          Trump nannte Iran eine „korrupte Diktatur“; das „mörderische Regime“ unterjoche das eigene Volk und unterstütze Terrorgruppen. Trump versprach: „Wir werden den radikalen islamischen Terror stoppen.“

          Trump erklärte starke Nationalstaaten zum Fundament des Weltfriedens. „Als Präsident werde ich immer Amerika an erste Stelle setzen, so wie Sie ... immer Ihre Länder an erste Stelle setzen sollten“, sagte Trump. Für die Zukunft der UN laute die entscheidende Frage: „Sind wir noch Patrioten?“ Trump forderte ein „großes Wiedererwachen der Nationen“. Er wandte sich gegen „Mammut-Handelsverträge“, internationale Tribunale oder „globale Bürokratien“.

          Trump klagte, dass Amerika eine „Unfaire Last“ trage, weil es deutlich mehr als jeder andere Staat zum UN-Budget beitrage. Er konkretisierte jedoch nicht seine Drohung, Mittel einzubehalten. Sollten sich die UN in die Lage versetzen, Frieden zu schaffen, dann sei es „die Investition wert“, sagte er.

          Trump rühmte Amerikas finanzielle Beiträge zur Versorgung syrischer Kriegsflüchtlinge. Es sei geboten, die Vertriebene in ihrer Heimatregion zu versorgen. Amerika tue das „aus Herzensgüte“; außerdem koste diese Art der Hilfe nur ein Zehntel dessen, was eine Übersiedlung nach Amerika koste. „Unkontrollierte Migration“ sei für die Herkunfts- wie Empfängerländer unfair, sagte Trump. Guterres forderte, mehr Einwanderung zuzulassen.

          Weitere Themen

          Dietmar Bartsch ist außer sich Video-Seite öffnen

          Beförderung von Maaßen : Dietmar Bartsch ist außer sich

          Der Linken-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch hat die Entscheidung der Koalition im Fall von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen heftig kritisiert. Besonders von der SPD ist der Linken-Politiker enttäuscht.

          Topmeldungen

          Handelsstreit : An der Schraube gedreht

          Donald Trump will, dass amerikanische Unternehmen ihre Produktion nach Amerika zurückverlagern – koste es, was es wolle. Vielleicht kommt die strategische Konfrontation mit China schneller als vermutet. Ein Kommentar.
          Nach seinem Glückstreffer kaum zu halten: Christian Pulisic

          Champions League : Dortmunder Zufallssieg

          Nach einem über weite Strecken dürftigen Auftritt beim FC Brügge hat Borussia Dortmund das Glück des Schwerfälligen: Pulisic wird angeschossen, der Ball landet im Tor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.