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Trump in Saudi-Arabien : Ein Präsident nach ihrem Geschmack

  • -Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump (links) erhält von König Salman die Abdulasis Al-Saud-Medaille im Königspalast Riad, Saudi-Arabien. Bild: dpa

Bei ihrem Treffen in Riad umgarnen Trump und seine verbündeten Staatschefs der islamischen Welt einander. Mit einem Versprecher fällt der amerikanische Präsident dann jedoch wieder in alte Gewohnheiten.

          Wie sich die Dinge innerhalb eines Jahres ändern können: Als Barack Obama im April 2016 zu seinem letzten Besuch in Saudi-Arabien eintraf, wurde er vom König nicht am Flughafen empfangen, und das saudische Fernsehen sendete keine Live-Bilder der Ankunft des wichtigsten Verbündeten. Zu verstimmt war man in Riad über die Annäherung des amerikanischen Präsidenten an Iran und seine Kritik an dem saudisch-wahhabitischen Königreich, das er in einem Interview als „sogenannten Alliierten“ bezeichnet hatte und dessen Verhältnis zu Amerika er lediglich vielsagend „kompliziert“ nennen mochte.

          Andreas Ross

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Umso freundlicher fiel nun der Empfang für Obamas Nachfolger auf dessen erster Auslandsreise aus. Der 81 Jahre alte König Salman bin Abd al Aziz Al Saud ließ es sich nicht nehmen, Donald Trump und dessen (unverschleierte) Frau Melania am Samstag persönlich an der Präsidentenmaschine in Empfang zu nehmen.

          Die Hauptstadt war gepflastert mit Plakaten, die die arabisch-amerikanische Freundschaft rühmten – Motto: „Zusammen siegen wir“ –, und auf Trumps Hotel in Riad wurde ein überdimensionales Porträt des Präsidenten projiziert. Die Schmeicheleien sollten vergessen machen, dass Trump im Wahlkampf mit antiislamischen Äußerungen auf sich aufmerksam gemacht hatte und den Saudis noch vor wenigen Wochen vorgeworfen hatte, sich finanziell nicht genügend an dem amerikanischen Schutzschirm für das Land zu beteiligen. „Sie zahlen uns keinen fairen Preis“, hatte Trump noch im April mit Blick auf Riad gesagt.

          Waffenlieferungen auf zehn Jahre

          Mindestens ebenso wichtig ist dem Präsidenten jedoch die Eindämmung Irans, dem Trump wesentlich kritischer gegenübersteht als Obama. So standen die ersten vierundzwanzig Stunden seines Besuchs unter dem Vorzeichen mehrerer milliardenschwerer Rüstungsabkommen, die Amerika mit seinen arabischen Verbündeten am westlichen Ufer des Golfs schloss. In Riad unterzeichnete Trump Verträge über Waffenkäufe im Wert von etwa 110 Milliarden Dollar; in den nächsten zehn Jahren sollen Saudi-Arabien sogar Waffen im Wert von 350 Milliarden Dollar geliefert werden. Auch mit dem Emir von Qatar sprach Trump am Sonntag über „den Kauf von jeder Menge wunderschöner militärischer Ausrüstung“. Für die Region bedeute das „großartige Sicherheit“, lobte Trump, und für Amerika „Jobs“.

          Die saudischen Gastgeber hatten keine Mühen gescheut, sich als führende Regionalmacht zu inszenieren, und zahlreiche arabische Staatschefs nach Riad gebeten. So traf Trump auch den ägyptischen Militärherrscher Abd al Fattah al Sisi, den der Amerikaner als „einzigartige Persönlichkeit“ rühmte, die „in der Lage ist, das Unmögliche zu tun“. Die Sicherheit in Ägypten, wo Dschihadisten regelmäßig Anschläge verüben, nannte Trump „sehr stark“ und sagte auf Einladung al Sisis zu, das Land bald zu besuchen.

          Alles drehte sich zunächst um eine Silbe

          Trotz des Pomps, der Milliardenverträge und der großen Versprechungen: In Washington drehte sich ein Gutteil der Diskussion über Trumps erste Auslandsreise zunächst um eine einzige Silbe. Laut den am Sonntag vorab verbreiteten Auszügen seiner Rede vor hohen Vertretern von mehr als fünfzig Staaten der muslimischen Welt hatte er seine Zuhörer auffordern wollen, sich dem „islamistischen Extremismus und den islamistischen Terrorgruppen“ entgegenzustemmen. Doch dann sprach er doch wieder vom „islamischen Extremismus“ und dem „islamischen Terror“.

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