http://www.faz.net/-gpf-8wtsu

Trumps Sprecher : Empörung über Hitler-Vergleich von Spicer

  • Aktualisiert am

Sean Spicer während der Pressekonferenz am Dienstag in Washington Bild: AP

„Nicht einmal so jemand wie Hitler . . .“: Donalds Trumps Sprecher Sean Spicer irritiert mit einer merkwürdigen Aussage zu Assads Giftgasangriff. Sein Erklärungsversuch macht es nur noch schlimmer.

          Der Sprecher des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Sean Spicer, hat mit einem Satz über Adolf Hitler für Irritationen gesorgt. Spicer sagte während seiner täglichen Pressekonferenz am Dienstag, Russland müsse seine Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al Assad überdenken. Er sagte dann: „Nicht einmal jemand so verabscheuungswürdiges wie Hitler ist so weit gesunken, chemische Waffen einzusetzen.“ Russland gerate immer schneller auf die „falsche Seite“ der Geschichte.

          Als Spicer aufgefordert wurde, die Äußerung zu Hitler näher zu erklären, sagte er: „Er (Hitler) hat Gas nicht auf dieselbe Art und Weise gegen sein eigenes Volk eingesetzt, wie es Assad tut. (...) Er hat es in die Holocaust-Zentren gebracht, das ist mir klar. Aber was ich zum Ausdruck bringen will, ist die Art, wie Assad es eingesetzt hat, indem er in die Städte geht und es über den Stadtzentren abwirft.“ Mit dem Begriff „Holcaust-Zentren“ meinte Spicer offensichtlich die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten.

          Amerika : Spicer empört mit Hitler-Vergleich

          Nach der Pressekonferenz war Spicer noch einmal bemüht, seine Worte klarzustellen. „Ich habe in keiner Weise versucht, die Abscheulichkeit des Holocausts zu schmälern“, erklärte er. Es sei ihm um eine Unterscheidung zu der Taktik gegangen, chemische Waffen über Bevölkerungszentren einzusetzen. „Jeder Angriff auf unschuldige Menschen ist verwerflich und unentschuldbar“, fügte er hinzu.

          Harsche Reaktionen ließen unterdessen nicht lange auf sich warten. Die Fraktionschefin der oppositionellen Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, forderte Präsident Trump auf, seinen Sprecher zu feuern und sich von dessen Äußerungen zu distanzieren. Während jüdische Familien im ganzen Land das Pessachfest begingen, spiele der Präsidentensprecher „den Horror des Holocausts herunter“. Ähnlich reagierte das Anne-Frank-Zentrum in New York. Spicer habe sich mit seinen Aussagen selbst als Sprecher des Weißen Hauses diskreditiert. Direktor Steven Goldstein forderte Spicers Entlassung, da dieser „den Holocaust geleugnet“ habe: „Präsident Trump muss ihn mit sofortiger Wirkung feuern.“

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          Die digitale F.A.Z. PLUS

          Die F.A.Z. stets aktuell, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken.

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Abschied von Barbara Bush Video-Seite öffnen

          1.500 Trauergäste : Abschied von Barbara Bush

          Anwesend waren unter anderem auch vier ehemalige amerikanische Präsidenten: Ihr Mann George Bush, der Sohn George W. Bush, sowie Bill Clinton und Barack Obama. Donald Trump war nicht gekommen.

          Macron für drei Tage bei Trump Video-Seite öffnen

          Syrien-Konflikt und EU-Zölle : Macron für drei Tage bei Trump

          Trump soll aus Sicht der EU-Spitzen dazu gebracht werden, Europa auf Dauer von Stahl- und Aluminiumzöllen auszunehmen. Bislang sind sie bis zum 1. Mai ausgesetzt. Nach Macron kommt am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Washington zu Besuch.

          Topmeldungen

          Die Quartalszahlen der Google-Mutter übertrafen die Erwartungen.

          Quartalszahlen : Google-Holding Alphabet überzeugt

          Das Werbegeschäft des Internetkonzerns läuft weiterhin glänzend. Aber die Kosten steigen noch mehr als die Umsätze. Und Sparten wie Waymo bringen bislang kaum Geld ein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.