http://www.faz.net/-gpf-9cjfi

Trump nach Gipfel mit Putin : „Früher hätte man das als Diplomatie bezeichnet“

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump greift seine Kritiker an. Bild: Reuters

Der amerikanische Präsident wehrt sich gegen die Kritik an seiner Russlandpolitik. Wenn er Putin gegenüber hart aufgetreten wäre, hätte man ihn eben dafür angegriffen, klagt Trump.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die massiven Vorwürfe nach seinem Gipfel mit Russlands Staatschef Wladimir Putin zurückgewiesen und seine Kritiker der Doppelmoral geziehen. „Ich wurde von den Fake-News-Medien hart kritisiert dafür, zu nett zu Präsident Putin gewesen zu sein“, beklagte Trump in der Nacht zum Samstag in einem Tweet. „Früher hätte man das als Diplomatie bezeichnet.“

          Trump weiter: „Wenn ich laut und bösartig wäre, wäre ich dafür kritisiert worden, zu hart zu sein“, schrieb der Republikaner nun auf Twitter. Und eben jene, die ihm nun einen zu russlandfreundlichen Kurs vorwerfen würden, hätten in der Vergangenheit moniert, dass er etwa den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un zu hart angegangen sei. Am Ende des Tweets fasste Trump seinen Ärger über die Kritiker in einem Wort zusammen: „Heuchler!“

          Nach dem ersten Gipfeltreffen der beiden Präsidenten am Montag in Helsinki war Trump in den Vereinigten Staaten allerdings nicht nur von Journalisten, sondern auch seitens der Opposition und sogar innerhalb seiner eigenen Partei aufs Schärfste kritisiert worden.

          Putin hatte bei der Pressekonferenz mit Trump in Finnlands Hauptstadt jede Einmischung in die Präsidentschaftswahlen 2016 dementiert. Doch Trump bezog daraufhin nicht etwa Stellung für die amerikanischen Geheimdienste, die vom Gegenteil überzeugt sind, sondern nannte das Dementi Putins „extrem stark und kraftvoll“. Aus Russland erntete Trump dafür Lob, während ihm wegen seiner unkritischen Haltung in den Vereinigten Staaten eine Welle der Empörung begegnete. Der Unmut verschärfte sich noch, als Trump später behauptete, er habe sich auf der Pressekonferenz bloß versprochen.

          Weitere Themen

          Diesel-Fahrverbot in Frankfurt wird zu verhindern sein Video-Seite öffnen

          Merkel ist überzeugt : Diesel-Fahrverbot in Frankfurt wird zu verhindern sein

          Das vom Gericht verhängte Fahrverbot gilt als sensibles Wahlkampfthema, vor allem für Zehntausende Pendler und Diesel-Besitzer im Großraum Frankfurt. Mit der tatsächlichen Umsetzung des Verbots für die Mainmetropole rechnet die Bundeskanzlerin jedoch nicht.

          Trumps ungenierte Realpolitik

          Fall Khashoggi : Trumps ungenierte Realpolitik

          Auch im Fall der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi zeigt sich die verlogene Dreistigkeit des amerikanischen Präsidenten. Eine Analyse.

          Hoffnungsträger der Demokraten in Texas Video-Seite öffnen

          Beto O’Rourke : Hoffnungsträger der Demokraten in Texas

          Die Republikaner sind alarmiert: Der Senatssitz des republikanischen Ex-Präsidentschaftsbewerbers Ted Cruz aus Texas wackelt. Sein Rivale Beto O'Rourke spricht sich gegen die strikte Flüchtlingspolitik Trumps aus und erntet Zuspruch.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.