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Korea : Trumps Tritt ins Fettnäpfchen

Nachhilfe von Xi Jinping? Donald Trump (links) will die Informationen von seinem chinesischen Amtskollegen erhalten haben. Bild: AP

Donald Trump äußert sich überrascht darüber, dass Korea einst zu China gehört haben soll. Südkorea reagiert empört. Das Problem: die gemeinsame Vergangenheit der beiden Länder ist höchst umstritten.

          Angesichts der immer schrilleren Provokationen aus Pjöngjang blickt Südkorea ohnehin mit großer Nervosität auf die Schutzmacht Amerika. Die Unruhe wuchs, als in dieser Woche bekanntwurde, dass die angebliche Entsendung einer amerikanischen „Armada“ zum Schutz Südkoreas womöglich ein Bluff war. Nun ist der amerikanische Präsident Donald Trump auch noch in ein historisches Fettnäpfchen getreten, als er behauptete, der chinesische Präsident Xi Jinping habe ihm erzählt, „Korea sei tatsächlich ein Teil von China gewesen“.

          Petra  Kolonko

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          In einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ schilderte Trump sein Gespräch mit Xi Anfang April im Golfclub Mar-a-Lago in Florida. Der chinesische Präsident habe ihm in einem zehnminütigen Vortrag die Geschichte Chinas und Koreas erklärt. Dabei sei es um einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren gegangen. „Und nachdem ich zehn Minuten zugehört hatte, wurde mir klar, das ist alles nicht so einfach.“

          Umstände von Trumps Aussage sind unklar

          In Südkorea rief die Äußerung des Präsidenten über eine vermeintliche chinesische Vergangenheit Koreas Empörung hervor. Während ein Regierungssprecher in Seoul abwiegelte, die Feststellung sei unwahr und deshalb eines Kommentars nicht würdig, kündigte das Außenministerium an, man prüfe die Berichte noch. Südkoreanische Kommentatoren sprachen von einem Angriff auf die Identität des Landes und einer Verdrehung der Geschichte.

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          Angesichts der Spannungen im Verhältnis zu China schürt die Äußerung Trumps auch das Misstrauen gegenüber Xi Jinping. Es ist noch unklar, ob Trumps Wiedergabe der Äußerung Xis, die im ursprünglichen Interview nicht erwähnt wurde und erst später in einer Mitschrift veröffentlicht wurde, korrekt war. Es könnte sich um einen Übersetzungsfehler, einen Interpretationsfehler oder um eine schlechte Nacherzählung von Seiten Trumps handeln.

          Vergangenheit von China und Korea ist umstritten

          Korea war vom 7. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert wie viele andere Nachbarstaaten Chinas dem chinesischen Kaiser tributpflichtig. Im Gegenzug für Geschenke, die die koreanischen Könige an den chinesischen Kaiserhof brachten, übte China eine Schutzfunktion aus. Aus koreanischer Sicht war es damit aber kein Teil Chinas. Zudem gibt es auch noch einen chinesisch-koreanischen Historiker-Streit über die Goguryo-Dynastie, die bis 668 auf dem Gebiet des heutigen Nordkorea und der Mandschurei herrschte. Chinesische Historiker sagen, dass sie ein lokales Königreich war, das zum chinesischen Reich gehörte. Einige ihrer Königsgräber liegen auf heutigem chinesischem Territorium. Für die Koreaner ist Goguryo ein koreanisches Königreich.

          Xi Jinping, der sich als Erbe des chinesischen Kaiserreiches sieht und der für seine nationalistischen Ansichten bekannt ist, könnte durchaus der Ansicht sein, dass Korea früher zu China gehörte. Für Südkorea würde dies Befürchtungen bestätigen, nach denen China Korea als sein traditionelles Einflussgebiet sieht. Auch Nordkorea dürfte solche Äußerungen als Beweis dafür sehen, dass China eine Oberhoheit über Korea anstrebt. Kritisch wird in Seoul auch gesehen, dass der amerikanische Präsident sich über die Geschichte Koreas von einem chinesischen Politiker informieren lässt.

          Quelle: F.A.Z.

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