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Trump und Russland : Illustre Gesellschaft

  • -Aktualisiert am

Vater und Sohn, Donald Trump und Donald Trump jr. Bild: Reuters

In der Affäre um ein Treffen des Trump-Teams mit russischen Lobbyisten kommen immer neue Details ans Licht. Dabei spielt auch ein New Yorker Geldwäsche-Verfahren eine Rolle, in dem die russische Anwältin Natalia Wesselnizkaja die Angeklagten beriet.

          Die Informationen kommen häppchenweise – Donald Trump junior und das Weiße Haus setzen in der Affäre um das Treffen mit der russischen Anwältin Natalia Wesselnizkaja offenbar auf die Devise: „Nichts zugeben, bevor andere es herausfinden.“ Der Sender NBC News fand nun heraus, dass Trump junior, Schwager Jared Kushner und Ex-Kampagnenmanager Paul Manafort gar nicht mit der Anwältin allein waren. Es sei auch ein russisch-amerikanischer Lobbyist dabei gewesen, der früher als Offizier der sowjetischen Spionageabwehr gedient habe.

          Rinat Achmetschin heißt der Mann und er bestätigte seine Teilnahme an dem Treffen umgehend. Achmetschin stützte die Version des Präsidentensohns und sagte, die Zusammenkunft sei „nicht substanziell“ gewesen. Trump jr. habe die Anwältin nach Belegen für illegale Geldflüsse an die Demokratische Partei gefragt, aber die habe keine solchen Informationen besessen. Danach hätten die Männer das Interesse verloren. „Sie konnten gar nicht abwarten, dass das Treffen zu Ende geht“, sagte Achmetschin der Nachrichtenagentur AP. Er selbst habe eine ernsthaftere Diskussion erwartet. „Ich habe nie gedacht, dass dies so eine große Sache wird“, sagte er. Dass er jemals als Spion arbeitete, bestritt Achmetschin indessen. Er habe von 1986 bis 1988 lediglich in der Sowjetarmee gedient. Er sei bereit, amerikanischen Ermittlern seine Geschichte zu erzählen, sagte Achmetschin. 

          CNN berichtet unterdessen, dass mindestens acht Leute an dem Treffen teilgenommen hätten: Neben den drei Vertretern des Trump-Teams, Wesselnizkaja, Achmetschin und einem Übersetzer sollen auch Musik-PR-Manager Rob Goldstone und ein Vertreter der Familie Agalarov im Raum gewesen sein, die das Treffen arrangiert hatte. Zuerst war berichtet worden, Goldstone sei selbst nicht dabei gewesen. Die Familie des russischen Popstars Emin Agalarov kennt Donald Trump von dessen Miss-Universe-Wahlen in Russland – wer aus der Familie teilnahm, wurde zunächst nicht bekannt.

          Rückschlag für die Glaubwürdigkeit des Präsidenten

          Dass Donald Trump jr. die Teilnahme Rinat Achmetschins und möglicher weiterer Personen verschwieg, ist nicht nur schlecht für seine eigene Glaubwürdigkeit, sondern auch für die seines Vaters. Berichten zufolge hatte der zunächst die Darstellung seines Sohnes abgesegnet, dass es bei dem Treffen um nichts anderes als Auslandsadoptionen russischer Kinder gehen sollte. Dann musste auch der Präsident selbst mitziehen bei der nach und nach veränderten Geschichte – er entschied sich dafür, sie auch nach der Veröffentlichung der E-Mails seines Sohnes entschieden zu verharmlosen.

          Doch die Behauptung „transparent“ agiert zu haben, ist spätestens jetzt unglaubwürdig – und das gilt für alle Beteiligten, denn es ist unwahrscheinlich, dass der Präsident nicht über die ganze Geschichte informiert wurde. „Trump scheint aktiv am Versuch teilgenommen zu haben, das ganze Land über dieses Treffen hinters Licht zu führen“, kommentierte die „Washington Post“. Zudem wurde bekannt, dass Trumps Anwälte bereits früher von dem Treffen wussten als bislang eingeräumt. Damit ergibt sich ein Bild der bewussten Täuschung, auch wenn immer noch nicht klar ist, was bei dem Treffen besprochen wurde. Sicher ist allerdings, dass es dazu dienen sollte, „Dreck“ über Hillary Clinton herauszufinden und dass Trumps Leute es dabei vollkommen in Ordnung fanden, mit Personen zusammenzuarbeiten, die sie für Vertreter der russischen Regierung hielten.

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