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Trump über Montenegro : „Sie sind sehr aggressive Menschen“

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Trump über Montenegriner: „Sie könnten aggressiv werden, und - Gratulation - man ist im Dritten Weltkrieg“ Bild: EPA

Donald Trump hat die Grundidee der Nato infrage gestellt. In einem Interview äußerte er Zweifel daran, ob es sinnvoll ist, ein kleines Land wie Montenegro zu verteidigen und so einen „Dritten Weltkrieg“ zu riskieren.

          Nach einem turbulenten Nato-Gipfel hat der amerikanische Präsident Donald Trump erneut Zweifel daran geweckt, ob er zum Beistandsprinzip der Nato steht. Die Verteidigung eines kleinen Verbündeten wie Montenegro könne im Dritten Weltkrieg enden, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News am Dienstagabend (Ortszeit).

          Hintergrund ist die Nato-Doktrin, wonach ein Angriff auf eines der Mitglieder als Angriff auf die gesamte Nato betrachtet wird.

          Moderator Tucker Carlson sagte, die Nato sei seinerzeit gegründet worden, um Russland von einer Aggression gegen Westeuropa abzuhalten. Carlson fragte dann Trump, was der Zweck der Nato heute sei und warum sein Sohn im Falle eines Angriffes als Soldat in ein kleines Land wie Montenegro gehen solle.

          Trump antwortete: „Ich verstehe, was Sie sagen, ich habe mir die gleiche Frage gestellt. Montenegro ist ein kleines Land mit sehr starken Menschen. Sie sind sehr aggressive Menschen, sie könnten aggressiv werden, und - Gratulation - man ist im Dritten Weltkrieg. Aber so ist es eben, so wurde es eingerichtet. Vergessen Sie nicht, ich bin hier erst seit anderthalb Jahren.“ Anschließend verwies er erneut darauf, dass er von den Alliierten höhere Verteidigungsausgaben fordert.

          Ein Nato-Sprecher versuchte, Trumps Äußerungen herunterzuspielen. „Präsident Trump hat deutlich gemacht, dass die USA voll und ganz zur Nato stehen und dass unser Bündnis stark ist“, sagte er. Der die gemeinsame Verteidigung regelnde Artikel 5 des Nato-Vertrags gelte uneingeschränkt und felsenfest.

          Der Sprecher erinnerte zudem daran, dass der sogenannte Bündnisfall bislang erst ein einziges Mal - nämlich nach den islamistischen Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten am 11. September 2001 - ausgerufen wurde. Dies habe zu dem Militäreinsatz in Afghanistan, dem bislang größten in der Nato-Geschichte geführt, sagte er. „Hunderttausende Europäer und Kanadier standen Seite an Seite mit den amerikanischen Truppen und mehr als Tausend haben das mit dem Leben bezahlt.“

          Trump scheint dies allerdings nicht zu beeindrucken. Schon vor seinem Amtsantritt hatte er die Nato als „obsolet“ bezeichnet. Danach dauerte es Monate, bis er sich erstmals klar zur Beistandsklausel, dem Artikel 5 des Nato-Vertrags, bekannte. Stattdessen beklagt Trump fortwährend eine ungerechte Lastenverteilung innerhalb des Bündnisses und droht sogar mit Konsequenzen, sollten Bündnispartner wie Deutschland nicht schnell mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben.

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