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Trump trifft Romney : Handschlag mit dem Erzrivalen

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Der designierte Präsident Donald Trump und der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney nach einem Treffen in einem Golfcub in New Jersey Bild: AP

Mitt Romney versuchte Donald Trumps Wahl zu verhindern, nun macht er dem designierten Präsidenten seine Aufwartung. Bekommt der frühere Gouverneur nun einen Spitzenposten in Trumps Kabinett?

          Ein Treffen zwischen Donald Trump und Mitt Romney hat Spekulationen geschürt, dass der designierte amerikanische Präsident seinen einstigen Partei-Erzrivalen zum Außenminister machen könnte. Es sei „toll gelaufen“, sagte Trump nach der 80-minütigen Begegnung am Samstag. Romney sprach von „einer weitreichenden Unterhaltung mit Blick auf die verschiedenen Bühnen der Welt“. Es sei eine „sehr gründliche und in die Tiefe gehende Diskussion“ gewesen. Er bedanke sich für die Gelegenheit, mit dem neu gewählten Präsidenten zu sprechen. „Und ich freue mich auf die kommende Regierung und die Dinge, die sie tun wird.“

          Im Wahlkampf hatte sich Romney mit an die Spitze des moderateren Republikaner-Lagers gestellt, das den rechtspopulistischen Trump als Präsidenten unbedingt verhindern wollte. Er warnte davor, dass Trump gefährlich sei und die Vereinigten Staaten in Richtung Rezession steuern könnte. Außenpolitisch sei Trump zudem wohl „nicht sehr schlau“. Zudem warf der frühere Gouverneur von Massachusetts dem Rechtspopulisten vor, Muslime und mexikanische Einwanderer zu Sündenböcken zu machen. Trump gab sich unbeeindruckt und verwies darauf, dass Romney 2012 als Präsidentschaftskandidat der Republikaner gescheitert sei.

          Der gemäßigte Romney könnte in der künftigen Regierungsmannschaft einen Gegenpol bilden zu den bisher von Trump ausgewählten Hardlinern. Am Freitag hatte der Immobilienunternehmer den erzkonservativen Senator Jeff Sessions als künftigen Justizminister benannt. Als Nationalen Sicherheitsberater wählte Trump Ex-General Michael Flynn aus. Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA soll der konservative Abgeordnete Mike Pompeo werden. Zuvor hatte Trump unter anderem den umstrittenen früheren Leiter der erzkonservativen Website „Breitbart News“, Stephen Bannon, zu seinem Chefstrategen gemacht.

          Das Treffen zwischen Trump und Romney galt auch als ein symbolischer Schritt, der zeigen sollte, dass sich die zwischen Trump-Anhängern und Gegnern zutiefst zerstrittenen Republikaner nach dem Wahlsieg des New Yorker Unternehmers wieder aufeinander zubewegen. Auf die Frage, ob Romney tatsächlich Außenminister werden könnte, sagte einer seiner Vertrauten: „Ich nehme an, es wäre möglich. Aber es ist unwahrscheinlich.“

          Ebenfalls im Gespräch als Außenminister sind der ehemalige UN-Botschafter der Vereinigten Staaten, John Bolton, und Senator Bob Corker sowie New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani. Letzterer ist ein enger Berater Trumps. Die beiden wollten sich am Sonntag treffen. Geplant ist außerdem eine Begegnung mit dem Investor Wilbur Ross. Der Milliardär gilt als Anwärter auf den Posten des Handelsministers.

          Trump führt derzeit mit einer ganzen Reihe von potentiellen Regierungsmitgliedern Gespräche, um sein Kabinett vor der Amtsübernahme am 20. Januar zusammenzustellen. Am Samstag kam er neben Romney unter anderem auch mit James Mattis zusammen, einem General im Ruhestand, der als Verteidigungsminister im Gespräch ist. Dieser sei „ein großartiger Mann“, sagte Trump anschließend.

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