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Russland-Ermittlungen : Trump fürchtet sich nicht vor Mueller

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Der amerikanische Präsident Donald Trump auf dem Weg von seinem Golfklub zu seinem Ressort in Florida. Bild: dpa

Die Ermittlungen des Sonderermittlers Robert Mueller haben laut dem amerikanischen Präsidenten der Reputation des Landes geschadet. In einem Interview spricht Trump zudem über die Demokraten, die Medien – und seine Zukunftsaussichten.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump geht nach eigener Aussage von einer fairen Behandlung durch den Russland-Sonderermittler Robert Mueller aus. Es habe keine Zusammenarbeit zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland bei der Präsidentenwahl gegeben, sagte Trump der Zeitung „New York Times“ am Donnerstag in einem Interview in West Palm Beach. „Aber ich glaube, er wird fair sein“, sagte er über Mueller. Einige republikanische Abgeordnete haben in den vergangenen Wochen erklärt, der Stab des früheren FBI-Chefs sei dem Präsidenten feindlich gesinnt. Mueller untersucht seit Monaten die mutmaßliche Einflussnahme Russlands auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016.

          Trump machte sich in dem Gespräch, das nicht vorher vereinbart war und in einem öffentlichen Raum in Trumps Golfklub in Florida geführt wurde, jedoch Sorgen über das Ansehen der Vereinigten Staaten, das durch die Einsetzung des Sonderermittlers gelitten habe. „Es lässt das Land schlecht aussehen, es lässt das Land sehr schlecht aussehen und es bringt das Land in eine schwierige Lage“, sagte Trump in Bezug auf die Untersuchung. Er bestand darauf, dass es keine Zusammenarbeit zwischen seinem Wahlkampfstab und Russland gegeben habe und er fürchte er die Untersuchung nicht, denn er habe nichts zu verbergen. Außerdem wisse mittlerweile jeder, dass Mueller nichts zu Tage fördern werde, selbst die Demokraten: „Ich kann Ihnen nur sagen, dass es keine Zusammenarbeit gegeben hat. Alle wissen das. Und wissen Sie, wer das besser als alle anderen weiß? Die Demokraten. Sie gehen umher und zwinkern einander zu.“ Darüber hinaus warf Trump den Demokraten vor, mit Russland zusammengearbeitet zu haben.

          Das Verhalten der Demokraten frustriere ihn sowieso, sagte Trump. Ihre Weigerung sich jeder überparteilichen Zusammenarbeit zu entziehen, ärgere ihn. Es gebe zwar immer wieder Aussagen demokratischer Senatoren, dass man zusammenarbeiten solle, doch dann höre er nichts mehr von ihnen. Nichtsdestotrotz hoffe er, dass die Demokraten im nächsten Jahr mit den Republikanern zusammenkommen, um eine Reform der Gesundheitsfürsorge, eine Verbesserung der Infrastruktur und der Klärung der Lage von Kindern illegaler Immigranten zu erreichen.

          Auf außenpolitische Fragen angesprochen sagte Trump, dass er bislang sanft zu China gewesen sei, weil er die Mithilfe des Landes Nordkorea gegenüber brauche. Außerdem wiederholte er seinen Vorwurf, Peking liefere Öl in das international isolierte Land, gegen das umfangreiche Sanktionen der Vereinten Nationen bestehen. Zuerst hatte er dies auf Twitter am Donnerstagnachmittag verkündet. Sollte das nicht aufhören, werde er eine härtere Handelspolitik China gegenüber verfolgen. „Öl gelangt nach Nordkorea. Das war nicht die Abmachung. Wenn sie uns nicht mit Nordkorea helfen, werde ich das machen, was ich immer angekündigt habe zu tun“, drohte er.

          Seine Zukunftsaussichten beurteilt Trump gut, besonders was die Aussicht auf eine Wiederwahl im Jahr 2020 angeht. Er werde erfolgreich sein, weil es dem Land wieder gut zu gehen beginne und es wieder respektiert werde, sagte der Republikaner. Ein anderer Grund sei der, dass „die Zeitungen, das Fernsehen, alle Arten von Medien untergehen werden, wenn ich nicht da bin, denn ohne mich werden ihre Einschaltquoten den Bach heruntergehen“, so Trump.

          „Daher müssen sie mich im Prinzip gewinnen lassen. Und früher oder später, wahrscheinlich sechs Wochen vor der Wahl, werden sie mich lieben, weil sie sagen, „bitte, bitte verliere nicht, Donald Trump“. Zum Schluss fügte er noch eine seiner Lieblingsbeleidigungen an: „Ohne mich wäre die New York Times nicht die ,scheiternde New York Times‘, sondern die ,gescheiterte New York Times‘“.

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