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Tom Price : Obamacare-Gegner wird Trumps Gesundheitsminister

  • Aktualisiert am

Arzt und entschiedener Obamacare-Gegner: Tom Price Bild: Reuters

Um die gesetzliche Krankenversicherung rückgängig zu machen, hätte Trump keinen besseren Kandidaten finden können als Tom Price. Der entschiedene Obamacare-Gegner soll Trumps Gesundheitsminister werden.

          Der künftige amerikanische Präsident Donald Trump stellt die Weichen für einen Frontalangriff auf die wichtigste innenpolitische Reform seines Vorgängers Barack Obama, die allgemeine Krankenversicherung. Am Dienstag nominierte er den entschiedenen Obamacare-Gegner Tom Price als Gesundheitsminister. Wichtigste Aufgabe des Orthopäden und Kongressabgeordneten aus Georgia wird es sein, die 2010 nach heftigen Protesten eingeführte gesetzliche Pflichtversicherung zu kippen, die für Millionen Amerikaner erstmals eine Absicherung erschwinglich machte. Besonders bei den Republikanern ist die Gesundheitsreform verhasst, weil sie aus ihrer Sicht einen zu großen staatlichen Eingriff in die Rechte des Einzelnen darstellt.

          Obamacare abzuschaffen war eines der zentralen Wahlversprechen Trumps. Stattdessen will er einen alternativen Plan umsetzen, der den Bundesstaaten wieder mehr Befugnisse bei der Fürsorge einräumt und der Versicherungsbranche entgegenkommt. Price muss vom Senat bestätigt werden.

          Trump führt derzeit praktisch täglich Gespräche mit potentiellen Anwärtern auf Kabinettsposten. Mit Spannung wird insbesondere erwartet, wen er als Außen-, Verteidigungs- und Finanzminister nominiert. Im Laufe des Tages sollte er sich mit dem früheren Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney treffen, der wie der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani und Senator Bob Corker als Außenminister im Gespräch ist. Außerdem gilt der frühere General und ehemalige CIA-Chef David Petraeus als Anwärter. Womöglich könnte dieser aber auch Verteidigungsminister werden.

          Landesweite Proteste für Erhöhung des Mindestlohns

          Trump tritt am 20. Januar Obamas Nachfolge an. Doch bereits am Dienstag sieht er sich mit dem ersten großen Arbeiterprotest seit seiner Wahl vor drei Wochen konfrontiert. Im ganze Land wollten Gepäckabfertiger an Großflughäfen wie Boston und Chicago, Mitarbeiter der Fast-Food-Kette Mc Donald's in 340 Städten, Chauffeure des Mitfahrdiensts Uber sowie Kinder- und Seniorenbetreuer für eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns, eine Stärkung der Gewerkschaften und eine Einwanderungsreform demonstrieren. Trump hatte dies im Wahlkampf grundsätzlich zugesagt. Doch angesichts der vielen Gegner des Vorhabens im republikanisch dominierten Kongress gibt es Zweifel, ob es wirklich zu einer Anhebung kommen wird.

          Organisiert wird der Aktionstag von der Organisation „Fight for $15“, die eine Erhöhung von derzeit 7,25 Dollar je Stunde auf 15 Dollar fordert.

          Ziel des Protestes sei es, Trump zur Verwirklichung seines Wahlversprechens zu bringen, sagte Hector Figueroa von der Gewerkschaft SEIU, die die Organisatoren unterstützt und nach eigenen Angaben etwa zwei Millionen Mitglieder hat. Viele der Teilnehmer gehören Minderheiten an. Trumps Anti-Einwanderungskurs dürfte daher ebenfalls ins Visier geraten.

          Trump hat seine Wahl nicht zuletzt der Unterstützung vieler weißer Arbeiter zu verdanken. Er versprach, so viele Jobs wie kein Präsident vor ihm zu schaffen. Erreichen will er dies unter anderem mit einer Aufkündigung oder Neuverhandlung internationaler Handelsabkommen. Das soll vor allem im Industriesektor Arbeitsplätze zurück in die Vereinigten Staaten holen. Gleichzeitig will er Millionen Einwanderer ohne gültige Aufenthaltserlaubnis abschieben und die Vereinigten Staaten mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko vor weiteren Immigranten abschotten.

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          Quelle: Reuters

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