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Nach Eklat bei Pressekonferenz : Trump lässt CNN-Reporter nach Streit aussperren

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Haben sich nichts mehr zu sagen: Trump und CNN-Reporter Jim Acosta. Bild: EPA

Donald Trumps Attacken gegen vermeintliche „Fake News“-Medien erreichen ein neues Niveau. Zuerst beschimpft er CNN-Journalist Jim Acosta, dann entzieht das Weiße Haus dem hartnäckigen Nachfrager die Akkreditierung – mit einer fragwürdigen Begründung.

          Nach einer verbalen Konfrontation mit Amerikas Präsident Donald Trump hat das Weiße Haus dem bekannten CNN-Journalisten Jim Acosta die Akkreditierung entzogen. Der Presseausweis für das Weiße Haus sei bis auf Weiteres ausgesetzt, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Mittwoch mit. Sie warf Acosta ein „absolut inakzeptables“ Verhalten vor. Trump hatte den CNN-Korrespondenten zuvor wegen hartnäckiger Nachfragen als „unverschämte, fürchterliche Person“ und „Feind des Volkes“ bezeichnet.

          Die Auseinandersetzung begann, als Acosta Trump bei einer Pressekonferenz zu seinen Verbalattacken auf die zentralamerikanischen Flüchtlinge befragte, die sich derzeit zu Tausenden auf dem Weg in Richtung amerikanischer Grenze befinden. Auf die Frage des Journalisten, ob er die Flüchtlingstrecks im Wahlkampf bewusst „verteufelt“ habe, reagierte Trump zunächst ausweichend. „Nein, ich möchte, dass sie ins Land kommen. Aber das muss auf legalem Weg geschehen“, sagte er.

          „Ehrlich gesagt sollten Sie mich das Land führen lassen“

          Als Acosta nachhakte und sagte, bei den Migranten lasse sich kaum von einer „Invasion“ sprechen, platzte dem Präsidenten der Kragen. „Ehrlich gesagt sollten Sie mich das Land führen lassen. Sie leiten CNN, und wenn Sie gut wären, wären die Einschaltquoten höher“, fuhr er den Reporter an.

          Als dieser eine weitere Frage stellen wollte, entzog Trump ihm das Wort und sagte wiederholt: „Das reicht.“ Eine Praktikantin des Weißen Hauses wollte Acosta daraufhin (ab ca. 1:20 im Video) das Mikrofon abnehmen, der Journalist drehte sich aber weg, hielt das Mikrofon fest und stellte Trump eine Frage zu den Russland-Ermittlungen.

          Trump antwortete kurz – und griff Acosta dann scharf an: CNN müsse sich schämen, ihn als Mitarbeiter zu haben. „Sie sind eine unverschämte, fürchterliche Person. Sie sollten nicht für CNN arbeiten.“ Kurz darauf bezeichnete der Präsident Acosta wegen der angeblichen Verbreitung von „Falschnachrichten“ durch CNN als „Feind des Volkes“.

          Vorwürfe gegen Reporter

          Das Weiße Haus entzog Acosta kurze Zeit später die Akkreditierung. Trump glaube an eine freie Presse und begrüße „harte Fragen“, erklärte seine Sprecherin Sanders. „Wir werden aber nie tolerieren, dass ein Reporter eine junge Frau anfasst, die nur ihren Job als Praktikantin im Weißen Haus machen wollte“ – offenbar ein Verweis auf den Moment, an dem Acosta das Mikrofon nicht abgeben wollte. „Dieses Verhalten ist absolut inakzeptabel.“

          Der CNN-Journalist bezeichnete den Vorwurf auf Twitter als „Lüge“. CNN stellte sich hinter Acosta. Der Entzug der Akkreditierung sei eine „Vergeltungsmaßnahme“ wegen der hartnäckigen Fragen des Journalisten. Sanders Vorwürfe seien „betrügerisch“. Der Entzug der Akkreditierung sei „beispiellos“ und „eine Bedrohung für unsere Demokratie“.

          Die Vereinigung der aus dem Weißen Haus berichtenden Korrespondenten verurteilte den Schritt als „Werkzeug, um einen Reporter zu bestrafen“. Es gehöre zu den Aufgaben der Presse, auch den hochrangigsten Regierungsvertretern unangenehme Fragen zu stellen.

          Trump greift regelmäßig kritisch über ihn berichtende Medien heftig an, indem er ihnen die Verbreitung von „Falschnachrichten“ vorwirft. Auch prangert er sie immer wieder als „Volksfeinde“ an.

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