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Aktualisiert: 10.02.2017, 16:18 Uhr

Telefonat mit Putin Trump kritisiert Nuklearwaffen-Vertrag

„New Start“ begrenzt die Zahl der einsatzbereiten Atomwaffen in Amerika und Russland. Wladimir Putin hat in seinem ersten Gespräch mit Donald Trump eine Verlängerung angeboten. Der hält von dem Abkommen wenig.

© dpa Ohne Atomsprengkopf: Eine Interkontinentalrakete des Typs „Minuteman“ in ihrem Silo im Bundesstaat South Dakota.

In seinem ersten Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin Ende Januar hat Donald Trump offenbar starke Bedenken über das wichtigste nukleare Abrüstungsabkommen „New Start“ angedeutet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei aktive und einen ehemaligen Mitarbeiter der amerikanischen Regierung. Die Umstände lassen Zweifel aufkommen, ob Amerikas Präsident genau wusste, worüber er sprach.

Den Schilderungen der namentlich nicht genannten Quellen zufolge suchte Trump, als Putin die Verlängerung anbot, zunächst das Gespräch mit seinen Beratern. Darüber, was dann geschah, existieren zwei Versionen. Laut Angaben der von Reuters zitierten Quellen fragte Trump, um welchen Vertrag es sich handele. Daraufhin habe der amerikanische Präsident sich wieder dem Telefon zugewandt und seinem russischen Amtskollegen mitgeteilt, dass es sich bei „New Start“ um einen von mehreren schlechten Verträgen handele, die von der Regierung seines Amtsvorgängers Barack Obama ausgehandelt worden seien und Russland begünstigten.

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Eine andere Version schilderte, wie Reuters gegenüber FAZ.NET angab, später Trumps Pressesprecher Sean Spicer einem Reporter. Der Präsident habe durchaus gewusst, wovon gesprochen worden sei. Trump habe seine Berater lediglich ihrer Meinung gefragt, so Spicer.

Trump hatte kurz vor Weihnachten in einem mehrdeutigen Tweet angekündigt, die nuklearen Fähigkeiten der Vereinigten Staaten deutlich stärken und ausbauen zu wollen, bis die Welt hinsichtlich der Atombomben zur Vernunft komme. In der letzten Präsidentschaftsdebatte mit seiner demokratischen Wettbewerberin, Hillary Clinton, hatte Trump im Oktober zudem behauptet, Russland habe die Regierung Obama beim „New Start“-Vertrag, den Trump offenbar versehentlich als „start-up“ bezeichnete, ausgetrickst. Sie dürften Sprengköpfe bauen, Amerika hingegen nicht.

Durch den „New Start“-Vertrag sind die Trump-Äußerungen nicht gedeckt. Er sieht vor, dass die Vereinigten Staaten und Russland bis Februar 2018 die Zahl ihrer einsatzbereiten strategischen Atomsprengköpfe auf jeweils 1.550 begrenzen. Das wäre der niedrigste Wert seit Jahrzehnten. Die Zahl der Trägersysteme, mit denen die Waffen zum Einsatz kommen können, soll von 1600 auf 800 halbiert werden. Der Vertrag ist vom amerikanischen Senat und der russischen Duma im Jahr 2011 ratifiziert worden.

Amerikas Außenminister Rex Tillerson hatte bei seiner Anhörung im Senat seine Unterstützung des Vertrages erklärt. Beide Länder seien ihm verpflichtet.

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