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Veröffentlicht: 02.04.2017, 12:27 Uhr

Russland und Amerika Putin hat Trump nichts zu bieten

Vor und direkt nach der Präsidentschaftswahl in Amerika zeigte sich der Kreml euphorisch. Doch Donald Trump zeigt wenig Interesse an der Zusammenarbeit mit Russland. Wieso? Eine Analyse.

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© dpa Bislang kein Bruderkuss: Graffiti in Vilnius zeigt Trump und Putin bei Zärtlichkeiten.

Seit Wochen ist Russland Topthema in den Vereinigten Staaten. Allerdings nur in der Innenpolitik. Es geht um die Einflussnahme Moskaus auf den amerikanischen Wahlkampf. Die Fragen lauten: Waren Trump oder sein Wahlkampf-Team über das Vorgehen der russischen Hacker informiert, die mutmaßlich E-Mails aus dem Lager von Hillary Clinton erbeuteten und an die Internetplattform Wikileaks weiterleiteten? Gab es gar Absprachen der Russen mit dem Trump-Lager darüber?

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Beweise dafür gibt es bisher nicht, Hinweise schon. Die Bundespolizei FBI ermittelt in der Sache, der Geheimdienstausschuss des amerikanische Senats wird wohl in den nächsten Tagen eine Untersuchung dazu beginnen. Das alles wird sich über Monate hinziehen. Und die Abgeordneten der Demokratischen Partei tun alles, um die Sache am Kochen zu halten. Unterstützung erhalten sie von russlandkritischen Republikanern. Das Thema Russland ist so für Trump zum Minenfeld geworden. Wie immer er es jetzt auch anpackt, er kann dabei eigentlich nur verlieren.

Der Hype um Trump weicht der Ernüchterung

Was aber bedeutet das für Moskau? Die vage Hoffnung, Putin und Trump könnten einen Neuanfang in den Beziehungen einläuten, ist erloschen. Moskau ist ernüchtert über den neuen Mann in Washington. Zwar waren die Fachleute in der Moskauer Außenpolitik von Anfang an skeptisch, dass mit einem kaum berechenbaren Präsidenten in Washington alles besser werden würde. Doch Trump war für den Kreml während des amerikanischen Wahlkampfs eine ideale Projektionsfläche: Russlands Propagandabild vom schwachen, verrotteten Westen fand in seinen Reden die denkbar größte Bestätigung.

Der Kandidat der Republikaner galt den Russen als Bruder im Geiste. Dass Trump die Wahl tatsächlich gewann, überraschte den Kreml. In der Duma wurde der Sieg mit rauschendem Beifall aufgenommen. Die Medien berichteten wochenlang ausführlich über den neuen Mann. Er wurde sogar öfter erwähnt als Putin, der sonst die Nachrichten dominiert. Der Kreml stoppte den Hype. Er will nun abwarten.

Russland will eigenen Einfluss in Europa sichern

Auf welchen Deal mit Trump hatte die russische Führung überhaupt gehofft? Der Hauptgewinn wäre gewesen: Trump hebt die Sanktionen auf, die Obama wegen der Krim-Annexion und des Kriegs in der Ostukraine gegen Russland verhängt hatte. Ein solcher Schritt hätte auch die EU getroffen. Dort will eine Reihe von Mitgliedstaaten – beispielsweise Italien – schon lange die Sanktionen schleifen; das zu verhindern wäre für Deutschland, Frankreich und andere EU-Länder nach einer Aufhebung durch Washington kaum mehr möglich.

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Moskau hoffte zudem, dass der neue amerikanische Präsident sich aus der internationalen Politik weitgehend zurückziehen werde. Das Konzept gesicherter russischer Einflusssphären in Europa wäre dann aufgegangen. Trumps Aussagen über eine Nato, die obsolet geworden sei, nährten solche Erwartungen. In Bezug auf Syrien spekulierte Moskau darauf, mit dem neuen Präsidenten besser ins Geschäft zu kommen, als es mit Barack Obama möglich gewesen war. Vor Trumps Amtsantritt hatte Moskau mit der rücksichtslosen Eroberung von Aleppo die Ausgangslage für Verhandlungen noch verbessert.

© Reuters, reuters Tillerson will nicht an Nato-Treffen teilnehmen

Moskau verärgert über Trumps Ansätze

Geblieben ist von all diesen Möglichkeiten nichts. Dass er zur Nato steht, hat Trump mittlerweile mehrfach versichert. Er wird Ende Mai am Gipfel der Allianz in Brüssel teilnehmen. Dass Trump die Europäer in der Nato dazu drängt, mehr Geld für Verteidigung auszugeben, kann Moskau nicht freuen. Trump hat darüber hinaus eine Reihe von Signalen gesendet, die der Kreml als bedrohlich empfinden muss. Als Putin im ersten Telefonat mit Trump eine Verlängerung des „New Start“-Vertrags anbot, war Trump erst über die Sache nicht informiert und lehnte das Angebot nach einer Pause ab, weil der Vertrag „einer von mehreren schlechten Deals“ der Obama-Regierung gewesen sei.

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