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Trump in Israel : Hauptsache, er war da

Kein amerikanischer Präsident ist nach seiner Amtsübernahme früher nach Jerusalem gekommen als Trump, der am Montag nach seiner Ankunft in Tel Aviv die „außerordentliche und andauernde Freundschaft“ zwischen Israel und Amerika hervorhob. Nach der Landung flog Trump mit dem Hubschrauber in die Residenz des israelischen Präsidenten in Jerusalem. Dort sagte ein sichtlich müder amerikanischer Präsident, es gebe eine „großartige Möglichkeit“ für Israel, Frieden im Nahen Osten zu erreichen. „Was mit Iran passiert ist, hat viele andere Teile des Nahen Ostens in Richtung Israels gebracht.“ Dies sei eine „Herausforderung und eine Möglichkeit“. Über Einzelheiten einer etwaigen Normalisierung zwischen Israel und den arabischen Staaten im Angesicht des gemeinsamen iranischen Feindes schwieg sich Trump indessen aus. Die „Menschen“ hätten genug von Blutvergießen und Terrorismus, sagte er allgemein. Iran und Terror sind Themen, die Netanjahu gefallen.

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„Hunderte Millionen Dollar an Waffendeals sind etwas, wofür wir eine Erklärung bekommen sollten“

Doch der historischen Symbolkraft lässt Trump am Montagnachmittag wenig Gehaltvolles folgen. Begleitet wird seine Ankunft von Chaos und Misstrauen. Entgegen anfänglichen israelischen Hoffnungen, dass Washington der israelischen Regierung fortan freie Hand lässt, hat Trump die amerikanische Botschaft nicht „sofort“ von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Auch das Atomabkommen mit Iran hat Trump nicht aufgekündigt und Netanjahu stattdessen zur „Zurückhaltung“ im Siedlungsbau aufgefordert. Vor wenigen Wochen empfing Trump dann den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas im Weißen Haus vor der Flagge Palästinas – jenes Staates, den es nach dem Willen vieler in der israelischen Regierung nie geben darf. Ebenfalls auf die Zähne bissen sich die Israelis, nachdem bekanntwurde, dass Trump gegenüber dem russischen Außenminister Geheimnisse offenbart hatte, die möglicherweise vom israelischen Militärgeheimdienst stammen. Hinter den Kulissen gab es aufgebrachte Geheimdienstler, doch Netanjahu und seine Minister schwiegen auch dazu. Hinzu kam ein logistisches Chaos bis kurz vor der Ankunft Trumps. Ein mit den Reisevorbereitungen betrauter Beobachter äußerte, die Israelis wollten jetzt kaum mehr, als dass „Trump kommt und wieder geht“.

Dennoch überschlugen sich die Netanjahus bei der Begrüßung des Präsidenten in ihrer Schmeichelei. Nach dem überschwänglichen und pompösen Empfang Trumps in Saudi-Arabien hatten die Israelis eilig umdisponiert. Statt der zunächst geplanten knappen Begrüßungszeremonie spielte am Rollfeld nun ein Militärorchester auf. Netanjahu hatte kurzfristig angeordnet, dass jeder seiner Minister der erweiterten Willkommenszeremonie am Flughafen beizuwohnen habe. Dort begrüßte Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten mit „Don“, und seine Frau ging gegenüber Trump und dessen Frau Melania sofort zur Verschwisterung über: Man leide ebenso unter den Medien wie die Trumps, sagte Sarah Netanjahu in der Nähe eines offenen Mikrofons. „Die Mehrheit der Menschen in Israel liebt uns, im Gegensatz zu den Medien, deshalb werden wir den Menschen selbst sagen, wie großartig ihr seid.“

Jenseits der Rhetorik herrscht in Israel jedoch weiter Unsicherheit darüber, was man von Trump wirklich erwarten kann. Den milliardenschweren Rüstungsdeal der Amerikaner mit Saudi-Arabien hatte Washington möglicherweise nicht ausführlich mit Israel besprochen. „Hunderte Millionen Dollar an Waffendeals sind etwas, wofür wir eine Erklärung bekommen sollten“, verlangte Energieminister Yuval Steinitz.

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