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Absage an Tillerson : Trump nennt Gespräche mit Nordkorea „Zeitverschwendung“

  • Aktualisiert am

„Spar Dir Deine Energie Rex“: Donald Trump desavouiert seinen Außenminister. Bild: Reuters

Sein Außenminister streckt die Fühler nach Pjöngjang aus, da grätscht ihm Donald Trump dazwischen: Für ihn haben Gespräche mit Nordkorea keinen Sinn, wie er wissen lässt.

          Im Nordkorea-Konflikt hat der amerikanische Präsident Donald Trump neu aufgekeimte Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung wieder zunichte gemacht. Trump bezeichnete direkte Verhandlungen mit Pjöngjang über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm am Sonntag als Zeitverschwendung. Er wandte sich damit im Kurzbotschaftendienst Twitter direkt gegen seinen Außenminister Rex Tillerson, demzufolge die Vereinigten Staaten mit Nordkorea im Kontakt stehen, um die Möglichkeit von Verhandlungen über dessen Atomwaffenprogramm auszuloten.

          Trump erklärte auf Twitter mit Blick auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, Tillerson „verschwendet seine Zeit zu versuchen, mit dem kleinen Raketenmann zu verhandeln“. Tillerson – „unser wunderbarer Außenminister“ – solle seine Kräfte sparen, schrieb der amerikanische Präsident. Zum Umgang mit Nordkorea erklärte Trump: „Wir werden tun, was getan werden muss!“ Tillerson hatte am Wochenende bei einem Besuch in Peking abermals deutlich gemacht, dass er auf Gespräche mit Nordkorea setzt. Es gebe „Kommunikationskanäle nach Pjöngjang“, sagte er. „Wir können mit ihnen reden, und wir reden mit ihnen.“ Allerdings sagte eine Sprecherin seines Außenministeriums später, dass es bisher keinen Hinweis darauf gebe, dass Pjöngjang gesprächsbereit sei. Trotz Zusicherungen der Vereinigten Staaten, Machthaber Kim nicht stürzen zu wollen, hätten ranghohe nordkoreanische Funktionäre bislang nicht erkennen lassen, dass sie an Gesprächen über atomare Abrüstung „interessiert oder dazu bereit“ seien.

          Die amerikanische Regierung hat im Konflikt mit Nordkorea wiederholt erklärt, dass eine „militärische Option“ auf dem Tisch bleibe. Der amerikanische Präsident Donald Trump drohte dem Land kürzlich sogar mit „vollständiger Vernichtung“. Doch in Washington sind ranghohe Regierungsmitarbeiter überzeugt, dass ein militärisches Eingreifen auf der koreanischen Halbinsel kompliziert und gefährlich wäre – auch weil die dicht besiedelte südkoreanische Hauptstadt Seoul in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie liegt.

          Tillerson gilt als Vertreter einer Politik der „friedlichen Druckausübung“ auf Pjöngjang über verschärfte Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrats sowie über die verstärkte Einbindung Chinas bei der weiteren Isolierung Nordkoreas.

          Tillerson zufolge ist die amerikanische Regierung jedoch nicht auf eine Vermittlertätigkeit Chinas angewiesen. Washingtons Diplomaten verfügten über ihre eigenen Möglichkeiten zum Dialog mit Nordkorea, sagte er in Peking. „Wir sind nicht im Dunkel, im Blackout, wir haben zwei, drei Kanäle nach Pjöngjang offen.“ Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte die Aussagen von Tillerson als Gesprächsangebot der amerikanischen Regierung an Nordkorea begrüßt. „Das ist genau die richtige Richtung und ein großer und mutiger Schritt für die Vereinigten Staaten“, erklärte Gabriel am Sonntag. Nordkorea sei „gut beraten, dieses Gesprächsangebot jetzt ernst zu nehmen“.

          Eine Reihe von harten Sanktionen wurden von der internationalen Gemeinschaft bereits gegen Pjöngjang verhängt. Die nordkoreanische Führung gibt sich bisher aber gänzlich unbeeindruckt: Am 3. September nahm Pjöngjang seinen bislang stärksten Atomwaffentest vor. Zudem testet das ostasiatische Land regelmäßig Raketen und verletzt damit Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

          China, der wichtigste Verbündete Nordkoreas, will die Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang mit Angeboten zum Dialog koppeln. Ein von Peking vorgeschlagener und von Moskau unterstützter Plan sieht vor, dass Nordkorea seine Atomwaffenprogramme aussetzt und im Gegenzug die Vereinigten Staaten ihre großen Militärmanöver in der Region einstellen.

          Quelle: AFP

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