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Trumps Team : Erste Festnahmen in Russland-Affäre?

  • -Aktualisiert am

Beratern und Mitarbeitern aus Trumps Umfeld droht eine Festnahme. Bild: AP

In den Vereinigten Staaten wartet man gespannt auf die Anklagen des Sonderermittlers Robert Mueller in der Russland-Affäre. Bereits am Montag könnte es eine oder mehrere Festnahmen geben. Trump schäumt vor Wut.

          Donald Trump ließ seine Wut am Sonntag mal wieder auf Twitter heraus. Eine Geschworenenjury hatte grünes Licht für eine oder mehrere Anklagen gegeben, die von Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre vorbereitet wurden. Das Wochenende über spekulierten Politiker und Journalisten, wen aus Trumps Team es treffen könnte. Anonyme Quellen, die mit der Untersuchung vertraut sein sollen, sprachen immerhin von einer oder mehreren möglichen Festnahmen, die schon am Montag erfolgen könnten. Mueller ermittelt seit Mai zu möglichen Verbindungen von Donald Trumps Wahlkampfteam nach Russland.

          Trump wiederholte auf Twitter, es handele sich um eine „Hexenjagd“ gegen ihn. Die Zusammenarbeit seines Teams mit Russland sei eine reine Erfindung. „Die Demokraten nutzen diese schreckliche Hexenjagd (die auch unserem Land schadet), für schlechte Politik, aber die Republikaner wehren sich jetzt härter als jemals zuvor dagegen,“ twitterte Trump am Sonntagvormittag. Darauf folgte eine Schimpftirade gegen die Demokraten.

          Statt sich auf die Ermittlungen zu konzentrieren, mit denen sein Justizministerium Robert Mueller beauftragt hat, solle man lieber Hillary Clinton und die Demokraten zur Verantwortung ziehen, so Trump. „Tut endlich etwas!“ forderte der Präsident. Konkret bezieht er sich zum Beispiel darauf, dass die Demokraten Geldgeber der Firma sein sollen, die das „Steele-Dossier“ über Trumps angebliche Russland-Kontakte und seine vermeintlichen Aufenthalte in Moskauer Hotels in Auftrag gab. Trump versucht so, die öffentliche Aufmerksamkeit zumindest teilweise von der Tatsache abzulenken, dass Robert Mueller genug belastendes Material für Anklagen zusammen getragen hat. Dass Russen versucht haben, den amerikanischen Wahlausgang zu beeinflussen, gilt inzwischen als erwiesen – wie viel Schaden sie tatsächlich anrichteten und ob es eine Verbindung zur Trump-Kampagne gab, ist aber bislang unklar.

          Wen wird es treffen?

          Dass Anklage erhoben wird, bedeutet, dass es nun ein gerichtliches Verfahren gegen eine oder mehrere Personen geben kann. Noch sind die Anklageschriften versiegelt – nicht ungewöhnlich in einem solchen Verfahren. Für die Ermittlungen von Robert Mueller ist es ein bedeutender Schritt nach vorn. Der Kreis der Personen, auf den sich sein Team in den vergangenen Monaten konzentriert hat, ist bislang recht klein: Es geht vor allem um die Kontakte nach Russland, die Kampagnenmanager Paul Manafort, Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, Sohn Donald Trump Jr. und der ehemalige Sicherheitsberater Michael Flynn im Wahlkampf und danach hatten. Das muss jedoch nicht heißen, dass die Anklage zwingend gegen einen von ihnen erhoben wird – es könnte auch unbekannte Mitarbeiter treffen.

          Wie groß der politische Schaden für Donald Trump und seine Regierung sein wird, hängt davon ab, wer angeklagt wird und wie schwerwiegend die Vorwürfe sind. Sollte es sich etwa um Falschaussagen einzelner Mitarbeiter oder auch um finanzielle Vergehen subalterner Mitglieder im Team handeln, hätte der Präsident vielleicht nicht viel zu befürchten. Allerdings dürften erste Anklagen und Festnahmen der Untersuchung von Robert Mueller mehr Legitimität verleihen – sie als „Hexenjagd“ aufgrund von Erfindungen abzutun, wird dadurch schwieriger.

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