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Republikaner in Amerika : Die Trump-Partei

  • -Aktualisiert am

Hat in der republikanischen Partei Unterstützung wie noch nie: Donald Trump Bild: Reuters

Die Unterstützung für Donald Trump in der republikanischen Partei ist nach seinem Treffen mit Kim Jong-un so groß wie nie zuvor. Besonders rechte Kandidaten profitieren davon. Doch nützt das der Partei bei den Wahlen im November?

          Es war ein bitterer Tag für Mark Sanford. Der konservative frühere Gouverneur von South Carolina, der nun für die Republikaner im Abgeordnetenhaus sitzt, verlor am Dienstag die innerparteiliche Vorwahl gegen Katie Arrington. Nun ist die Karriere von Sanford in Washington vorerst beendet – und das, nachdem einige Republikaner ihn immer wieder als Präsidentschaftskandidaten ins Spiel gebracht hatten. Sanford ist ein Kritiker von Donald Trump, seine Gegnerin unterstützt den Präsidenten. Die Niederlage gilt vielen Beobachtern nun als Beleg dafür, dass die Partei genau das geworden ist, wovor Sanford kürzlich gewarnt hatte: ein „Personenkult rund um Trump“.

          Der „Washington Post“ sagte der Politiker, das Ergebnis sei eine direkte Konsequenz seiner Kritik – andere Republikaner würden sich nun genau überlegen, ob sie Trump angreifen. „Die wollen solche Tweets nicht haben, wie ich sie bekommen habe“, sagte Sanford. Der Präsident hatte drei Stunden vor Schließung der Wahllokale auf seinem Rückweg aus Singapur, wo er sich zum Jubel seiner Anhänger mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un getroffen hatte, getwittert: „Mark Sanford war in meiner Kampagne, Amerika wieder großartig zu machen, nicht hilfreich. Er ist vom richtigen Weg abgekommen und verursacht nichts als Ärger. In Argentinien geht es ihm besser. Ich unterstütze Katie Arrington bei ihrer Kandidatur für den Kongress voll und ganz und liebe South Carolina. Sie ist hart gegen Kriminalität und wird unseren Kampf um Steuersenkungen fortführen. Wählt Katie!“ Die Anspielung auf Argentinien bezog sich auf Sanfords Beziehung mit einer Argentinierin 2009, die seine Ehe beendete. Die neue Kongress-Kandidatin Katie Arrington sagte: „Wir sind die Partei von Donald J. Trump.“

          Nicht nur Sanfords Niederlage zeigt, wie sehr die republikanische Partei inzwischen hinter dem Präsidenten steht. Auch, dass Trump es sich leisten kann, anderen trotz seiner eigenen Skandale um außereheliche Beziehungen und sexuelle Belästigungsvorwürfe moralische Vorhaltungen zu machen, ist ein Beleg dafür, wie sicher er die Partei hinter sich weiß. Sanford ist nicht der Einzige, den seine Kritik am Präsidenten in Schwierigkeiten brachte: in Alabama muss die Abgeordnete Martha Roby im Juli in eine weitere Stich-Vorwahl – Demoskopen zufolge nehmen ihr die Wähler noch immer übel, dass sie Trump 2016 zur Aufgabe seiner Kandidatur aufforderte, nachdem der auf einem Tonband-Mitschnitt mit sexueller Belästigung geprahlt hatte.

          In Virginia gewann unterdessen Corey Stewart die republikanische Nominierung für den Senat – ein rechts außen stehender Hardliner, der am liebsten Millionen ohne Papiere im Land lebende und arbeitende Einwanderer sofort ausweisen würde und Trumps Bemerkungen über illegale Immigranten jüngst unterstützte, als er sagte: „Und nebenbei gesagt, das sind in der Tat Tiere.“ Der Präsident gratulierte Stewart, das Republikanische Nationalkommittee schwieg allerdings zunächst. Immerhin soll der Kandidat Rechtsradikalen nahe stehen und hatte nach der Neonazi-Gewalt in Charlottesville im vergangenen Sommer gesagt, die Hälfte der Ausschreitungen sei den Linken zuzuschreiben.

          Zurück vom Gipfel mit Kim Jong-un aus Singapur blieb Donald Trump unterdessen bei seiner Linie der Übertreibungen und twitterte: „Es gibt nicht länger eine nukleare Bedrohung durch Nordkorea.“ „Der größte Feind unseres Landes“ seien die Medien, so der Präsident am Mittwoch. Vereinzelte Republikaner äußerten vorsichtige Kritik an den Gipfel-Ergebnissen. Der Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan sagte, man müsse skeptisch bleiben. Und auch Senator Marco Rubio aus Florida warnte, Nordkorea habe schon viele Versprechen gebrochen. Mehrheitsführer Mitch McConnell erinnerte daran, dass formale Verträge mit anderen Staaten die Zustimmung der Volksvertreter benötigten. Doch auch die Kritik am Gipfel fiel unter Republikanern eher gemessen aus: schließlich war die rechte Trump-Basis begeistert – und deren Wählerstimmen sind es, die im November entscheidend sein können.

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