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Rebellische Republikaner : Vier Fäuste gegen Trump

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Sie bieten Trump Paroli: Die republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham. Bild: AP

Die altgedienten republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham sind die lautesten Kritiker des neuen Präsidenten Trump. Droht ein parteiinterner Machtkampf zwischen Kongress und Weißem Haus? Zweifel sind angebracht.

          „Maverick“ ist eine Vokabel aus dem Wortschatz des Wilden Westens und damit auch aus der Tiefe der amerikanischen Seele. Im eigentlichen Wortsinn wird so ein wildes Kalb ohne Brandzeichen einer Ranch bezeichnet, im übertragenen Sinne ein Mensch, der sich nicht anpasst. Ein Rebell, ein Draufgänger, ein mutiger Außenseiter, der sich und seinen Prinzipien treu bleibt.

          In der amerikanischen Politik ist „Maverick“ vor allem der Spitzname eines Mannes, der sich diesen Ruf in den letzten Jahrzehnten hart erarbeitet hat: John McCain, 80 Jahre alt, republikanischer Senator aus Arizona, im November mit großem Vorsprung wiedergewählt. Es gebe „Demokraten, Republikaner und John McCain“, sagte der frühere Präsident George W. Bush einmal, durchaus genervt von McCains Positionen, die immer mal wieder deutlich von der parteiinternen Mehrheitsmeinung abweichen.

          Dass in diesen Tagen in Washington wieder vermehrt vom „Maverick McCain“ die Rede ist, hat vor allem mit dessen lautstark vorgetragener Kritik gegen Donald Trump zu tun. Kaum ein Tag vergeht, an dem McCain nicht gegen den Kurs des neuen Präsidenten poltert. Die Aufkündigung des transpazifischen Freihandelsabkommen etwa nennt er einen „schweren Fehler“, den Regierungsvorschlag, Mexiko für Exporte in die Vereinigten Staaten einen Strafzoll aufzudrücken, „schwachsinnig“.

          Besonders deutlich werden die Differenzen zwischen Trump und McCain beim Thema Folter. Während der Senator, der während seiner Kriegsgefangenschaft in Vietnam selbst misshandelt worden war und von Trump deswegen verspottet wurde, auf Einhaltung geltenden Rechts pocht, ließ Trump zuletzt immer wieder durchblicken, dass er verbotenen Verhörtechniken durchaus positiv gegenüberstehe. Zu viel für McCain: „Es ist mir egal, was der Präsident der Vereinigten Staaten will. Wir werden nicht foltern.“

          McCain, der Schatten-Präsident?

          Aber auch kleineren Scharmützeln geht McCain nicht aus dem Weg. Als in dieser Woche Berichte öffentlich werden, wonach Trump mit Australiens Premierminister Turnbull aneinandergeraten sei, greift der Senator sofort zum Telefonhörer, um gegenüber dem australischen Botschafter zu betonen, dass die gute Zusammenarbeit beider Länder weitergehen müsse. In diesen Momenten wirkt McCain fast wie eine Art Schatten-Präsident, der nur darauf wartet, Trump den Platz im Oval Office wegzunehmen.

          Einer, der in diesen Tagen fest an der Seite McCains steht, ist dessen alter Weggefährte Lindsey Graham aus South Carolina. Das Magazin „Politico“ nannte die beiden befreundeten Senatoren bereits Anfang Januar dieses Jahres „Maverick-Partner bei einer ganzen Reihe von Themen“.

          Grahams Anti-Trump-Attacken sind zwar hin und wieder mit einem recht eigenwilligen Humor gespickt, wenn er zum Beispiel via Twitter in einem Mix aus Spanisch und Englisch davor warnt, dass Trumps Handelsdisput mit Mexiko den Tequila teurer machen könnte („mucho sad“), doch inhaltlich passt derzeit kaum ein Blatt zwischen Graham und McCain.

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