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Reaktionen auf Trump-Rede : Gabriel: Europa muss seine Interessen „beinhart“ vertreten

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Zeigt sich erschrocken über Trumps Antrittsrede: Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Bild: EPA

Weltweit gratulieren Politiker Donald Trump zu seinem Amtsantritt. Seine erste Rede als Präsident jedoch macht auch dem deutschen Vizekanzler große Sorgen.

          Nach der offiziellen Amtsübernahme haben Politiker weltweit Donald Trump gratuliert und zugleich die Erwartung auf eine gute Zusammenarbeit mit Trump ausgedrückt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, er freue sich darauf, „eng mit Präsident Trump zusammenzuarbeiten, um unsere Allianz zu stärken“. Das Verteidigungsbündnis sei „die erfolgreichste Allianz der Geschichte“ und die Vereinigten Staaten profitierten davon genauso wie Europa, erklärte Stoltenberg in einer am Freitagabend in Brüssel veröffentlichten Mitteilung. Herausforderungen wie der Terrorismus müssten gemeinsam angegangen werden, „mit einer gerechteren Lastenteilung unter den Alliierten“. Trump hatte die Daseinsberechtigung des Bündnisses in Frage gestellt.

          Auch Papst Franziskus gratulierte Trump und richtete zugleich mahnende Worte an ihn. „In einer Zeit, in der unsere menschliche Familie heimgesucht wird von schweren humanitären Krisen, die weitsichtige und gemeinschaftliche politische Antworten brauchen, bete ich dafür, dass Ihre Entscheidungen von den reichen spirituellen und ethischen Werten geleitet sein werden, die die Geschichte des amerikanischen Volkes und die Verpflichtung Ihrer Nation zur Förderung der Menschenwürde und der Freiheit weltweit geprägt haben“, heißt es in einer Mitteilung an Trump vom Freitag. Franziskus hoffe, dass auch unter Trumps Führung die Bedürfnisse der Armen, Ausgeschlossenen und Bedürftigen berücksichtigt würden.

          Gabriel: „Das waren hoch nationalistische Töne“

          Vize-Kanzler Sigmar Gabriel bezeichnet im ZDF die Wahl Trumps als Ergebnis einer „schlimmen Radikalisierung". "Man muss den Mann ernst nehmen", sagt der SPD-Chef. „Das waren heute hoch nationalistische Töne.„ Es fehle nur noch, dass Trump das Parlament als Quasselbude bezeichne. „Ich glaube, wir müssen uns warm anziehen.“ Die Europäer ruft Gabriel auf, zusammenzustehen und „beinhart unsere Interessen“ zu vertreten.

          Als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt: Donald Trump am Freitag während seines Amtseids

          Zuvor hatte Gabriel Trump bereits vor einer Abschottung der amerikanischen Wirtschaft gewarnt. Dies würde am Ende des Tages vor allem den Vereinigten Staaten selbst schaden. Er könne die Nervosität deutscher Autobauer wegen von Trump angedrohten Strafzöllen verstehen. Davon wären aber auch Teile von Zulieferern betroffen, was amerikanische Autos vermutlich teurer machen würde.

          Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko twitterte nach Trumps Vereidigung: „Viel Erfolg beim noblen Ziel, die freie Welt anzuführen“. Er hoffe auf eine „effektive Zusammenarbeit“ mit der neuen amerikanischen Regierung. In der Ukraine wurden die russlandfreundlichen Äußerungen Trumps vor dessen Amtsantritt mit Sorge aufgenommen. Die prowestliche Führung in Kiew befürchtet, dass eine Annäherung zwischen Russland und den Vereinigten Staaten der Ukraine schaden könnte.

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