http://www.faz.net/-gpf-9chal

Nach Treffen in Helsinki : Putin prangert Trump-Gegner in Amerika an

  • Aktualisiert am

Offen für Kontakte: Russlands Präsident Wladimir Putin über das Treffen mit Trump Bild: dpa

Russlands Präsident findet, dass er und Donald Trump auf einem guten Weg seien. Er hat aber auch eine warnende Botschaft an andere „Kräfte“ in Amerika. Trump freut sich derweil auf ein zweites Treffen mit Putin.

          Der russische Staatschef Wladimir Putin hat den Gipfel in Helsinki mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Großen und Ganzen als Erfolg gewertet. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Putin am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem diplomatischen Corps in Moskau. Russland sei offen für Kontakte mit den Vereinigten Staaten, obwohl die Beziehungen zu dem Land in einigen Bereichen so schlecht seien wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

          Putin sagte, er habe bei dem Treffen in Helsinki am Montag viele wichtige Dinge angesprochen. „Natürlich wäre es naiv zu glauben, alle Probleme in wenigen Stunden lösen zu können, die sich über die Jahre angesammelt haben“, sagte er. Der russische Präsident prangerte aber auch „Kräfte“ in Amerika an, die bereit seien, „die russisch-amerikanischen Beziehungen zu opfern“. Sie würden die Beziehungen der beiden Länder „leichtfertig“ für ihren „Ehrgeiz“ aufgeben.

          Putin verwies auf den Vertrag zum Rückbau der Atomwaffen zwischen Russland und Amerika, der im Jahr 2021 ausläuft. Die von ihm nicht näher beschriebenen „Kräfte“ seien „bereit, die Interessen ihrer Verbündeten und gleichzeitig die Garantien für ihre eigene Sicherheit zu opfern“, sagte er. Wenn die Arbeit an der Verlängerung des Vertrages nicht bald aufgenommen werde, „wird er einfach auslaufen, er wird nicht mehr weiterbestehen“. „Als die größten Atommächte haben wir eine besondere Verantwortung für die strategische Stabilität und Sicherheit.“

          Demonstrierten Einigkeit: Trump und Putin am Montag in Helsinki

          Trumps Auftritt mit Putin bei ihrem bilateralen Gipfel am Montag in Helsinki sorgte in den Vereinigten Staaten parteiübergreifend für Entrüstung: Bei seiner Pressekonferenz mit Putin hatte Trump es vermieden, die nach einhelliger Erkenntnis amerikanischer Geheimdienste von Russland verübten Cyberattacken auf die Demokraten während des amerikanischen Wahlkampfs 2016 zu verurteilen. Stattdessen bewertete er Putins Beteuerung, Russland habe nichts mit diesen Hackerangriffen zu tun gehabt, als „extrem stark und kraftvoll“. Selbst Unterstützer Trumps hatten ihm daraufhin einen würdelosen Kotau gegenüber dem russischen Staatschef vorgeworfen. Oppositionspolitiker sprachen von „Schwäche“ und gar „Hochverrat“.

          Trump teilte derweil auf Twitter mit, er wolle sich trotz der anhaltenden Kritik über den Helsinki-Gipfel ein zweites Mal mit Putin treffen. Das nächste Treffen soll im Herbst in Washington stattfinden. Der amerikanische Präsident hat dafür den Nationalen Sicherheitsberater John Bolton darum gebeten, Putin im Herbst in die Hauptstadt Amerikas einzuladen. Helsinki, so Trump, sei ein „großer Erfolg“ gewesen. Nur die „wahren Feinde des Volkes, die Fake News Medien“ sähen dies nicht so. Er freue sich auf dem zweiten Treffen mit der Umsetzung einiger der „vielen bereits besprochenen Dinge zu beginnen“. Er nannte den Kampf gegen den Terrorismus und gegen Cyberattacken, die Lage im Nahen Osten und in der Ukraine, Handelsfragen und die Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen als Themen.

          Weitere Themen

          Wer anderen eine Brücke baut

          Chinas Macht wächst : Wer anderen eine Brücke baut

          China weitet seinen Einfluss in Europa aus, durch Investitionen erzeugt das Land Abhängigkeiten. Das führt dazu, dass Kritik an Peking immer mehr verstummt – Europa hat kein Gegenmittel.

          EU-Gipfel soll Brexit-Blockade lösen Video-Seite öffnen

          Verlängerte Übergangsphase? : EU-Gipfel soll Brexit-Blockade lösen

          Fünf Monate vor dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU suchen die Staats- und Regierungschefs nach einem Ausweg aus der Brexit-Sackgasse. Die Einigung auf eine verlängerte Übergangsphase nach dem Brexit könnte den Knoten beim EU-Gipfel zum Platzen bringen.

          Erhöhter Druck auf Saudi-Arabien Video-Seite öffnen

          Verschwinden Khashoggis : Erhöhter Druck auf Saudi-Arabien

          Die G7 zeigte sich äußert besorgt und forderte von der Führung in Riad eine gründliche, transparente und rasche Untersuchung. Außenminister Maas kündigte an, eine geplante Reise nach Saudi-Arabien zu überdenken.

          Topmeldungen

          Brexit-Verhandlungen : Der Moment der Wahrheit naht

          Beim EU-Gipfel in Brüssel sind sich die Teilnehmer einig: Eine Einigung für den anstehenden Brexit zu erzielen, wird immer schwerer. Und neue Kritik an der britischen Premierministerin gibt es auch.
          Mit oder ohne Krawatte: Amtsinhaber Bouffier mit Herausforderer Schäfer-Gümbel

          TV-Duell in Hessen : Und plötzlich eine Schicksalswahl

          Der Zusammenhalt der Koalition, die Zukunft der SPD: Nach der Bayern-Wahl geht es in Hessen um mehr als nur den neuen Landtag: Beim TV-Duell wird deutlich, wie schwer die Klötze an den Füßen der beiden Spitzenkandidaten sind.

          Anschlag auf der Krim : „Ich liebe Dich, meine Sonne“

          Eine mit Metallteilen gefüllte Bombe geht in einer Berufsschule im Osten der Krim hoch. Dutzende Schüler werden verletzt. Zunächst wird wegen Terror ermittelt – doch die Tat war wohl nicht politisch motiviert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.