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Untersuchung gegen Trump : Paul Manafort angeblich vor Schuldbekenntnis

Könnte sich schuldig bekennen: Paul Manafort im Juni in Washington Bild: Reuters

Die mögliche Einigung zwischen dem ehemaligen Wahlkampfmanager Donald Trumps und den Strafverfolgern um Sonderermittler Robert Mueller könnte bald bekannt gegeben werden. Eine wichtige Frage ist jedoch noch offen.

          Paul Manafort, der frühere Wahlkampfmanager soll bereit sein, sich in einem Verfahren gegen sich schuldig zu bekennen. Das berichtet der amerikanische Fernsehsender ABC News unter Berufung auf anonyme Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Demnach habe Manafort mehrere Stunden mit den Strafverfolgern verhandelt. Gegen ihn soll am Montag ein Verfahren wegen Verschwörung, Behinderung der Justiz, Geldwäsche, Falschaussage und Verletzung eines Gesetzes, nachdem Lobbyisten für eine ausländische Regierung ihre Tätigkeit aufdecken und registrieren müssen, in Washington beginnen. Es sei allerdings unklar, ob Manafort sich nur schuldig bekenne, um einen Prozess zu vermeiden, oder ob er mit dem Sonderermittler Robert Mueller zusammenarbeiten will. Die Übereinkuft soll in einer Anhörung am Freitag verkündet werden, heißt es.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Manafort war vor rund einem Jahr angeklagt worden. Die Beweise stammen aus der Mueller-Untersuchung, der ermitteln soll, ob der damalige Präsidentschaftskandidat Donald Trump aktiv mit Russland zusammengearbeitet hat, um die Wahl zu beeinflussen und ob er – schon im Amt – versucht hat, die Justiz zu behindern, um dies zu vertuschen.

          Vor einem Monat war Manfort in einem anderen Verfahren von der Jury für ähnliche Vergehen für schuldig befunden worden, das Strafmaß steht allerdings noch aus. Die Vorwürfe stammen aus Manaforts Tätigkeit, die er betrieb, bevor er zum Team um Donald Trump stieß. Er war Politikberater in Washington, zu seinen Klienten zählten aber auch Diktatoren aus verschiedenen Staaten. Seine Arbeit für pro-russische Kräfte in der Ukraine soll er in Amerika nicht offengelegt und das Geld, das er dort verdiente, zu großen Teilen am amerikanischen Fiskus vorbeigeschleust haben.

          Im März 2016 trat er der Trump-Kampagne bei und wurde im Mai Wahlkampfmanager. Im August trat er nach Medienberichten über seine Ukraine-Verwicklungen von diesem Posten zurück. Seit einigen Monaten sitzt er in Untersuchungshaft, weil er versucht haben soll, Zeugen zu beeinflussen.

          Sollte sich Manafort tatsächlich schuldig bekennen, wäre er der fünfte ehemalige Trump-Mitarbeiter, der das tut, nachdem Robert Mueller Verfahren gegen sie in Gang gesetzt hat. Dazu kommt Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen, gegen den allerdings New Yorker Staatsanwälte vorgehen, nachdem sie von Mueller Informationen erhalten haben.

          Trump hat sich mehrmals hinter Manafort gestellt und immer klargemacht, dass die Anschuldigungen nichts mit ihm oder seiner Wahlkampagne zu tun haben, sondern aus der Zeit davor stammen. Er habe großen „Respekt“ für Manafort, schrieb Trump auf Twitter, weil der unter dem Druck der „Justiz“ nicht zusammenbreche.

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