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Interview mit Prinz Harry : So hat sich Obama nach Trumps Amtsübernahme gefühlt

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Erstes Interview: Der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama und Prinz Harry im September in Toronto Bild: AP

In einem Interview spricht Barack Obama über seine Gefühle nach Auszug aus dem Weißen Haus. Indirekt redet er dabei offenbar auch über seinen Nachfolger und dessen Twitter-Gewohnheiten.

          Der frühere amerikanische Präsident Barack Obama hat vor den Auswüchsen einer zu intensiven Nutzung von sozialen Medien gewarnt. In einem Interview, das der englische Prinz Harry mit ihm führte, sagte Obama, Staatsführer sollten die sozialen Medien nicht dazu nutzen, die Gesellschaft zu spalten. „Alle, die wir in Führungspositionen sind, sollten Wege finden, im Internet einen gemeinsamen Raum zu schaffen.“ Obama sprach in seinem ersten Interview nach dem Ausscheiden aus dem Amt im Januar mit Prinz Harry für eine Sendung des Radiosenders BBC4, die der 33 Jahre alte Harry als Gastmoderator gestalten durfte.

          Die Mächtigen müssten vorsichtig sein, welche Botschaften sie posteten, sagte der 56 Jahre alte Obama. Soziale Medien könnten den gesellschaftlichen Diskurs und schwierige Sachverhalte verfälschen. Eine Gefahr des Internets ist aus Sicht von Obama, dass Menschen in völlig verschiedenen Realitäten leben könnten. Die Technologie müsse so gemeistert werden, dass sie zu keiner „Balkanisierung der Gesellschaft“ führe, sondern erlaube, Gemeinsamkeiten zu finden. Obwohl er den derzeitigen Präsidenten Donald Trump nicht erwähnte, könnten diese Worte als Kritik an seinem Nachfolger verstanden werden. Trump ist ein intensiver Twitter-Nutzer, wo er über andere Menschen herzieht, die Medien schlechtredet, Politikziele verkündet und die eigenen Errungenschaften feiert. Für ihn gilt es als ein Weg direkt mit den Bürgern kommunizieren zu können.

          Obama forderte, Bekanntschaften aus dem Internet in die analoge Wirklichkeit zu übertragen. Es sei wesentlich schwerer, persönlich so verletzend jemand anderem gegenüber zu sein, wie es im Internet oft der Fall sei, so Obama. Durch Treffen in „Pubs, in einem Gebetsraum oder in der Nachbarschaft“ können man einander kennen lernen.

          Er fürchte, dass die junge Generation, die er als „schlaueste, toleranteste und technikbegeistertste“ beschrieb, wenig Vertrauen in die politischen Institutionen habe. Sie würde in ihrem Willen zum Engagement, den sie im Internet zeige, behindert durch die „Fehler derjenigen, die zufrieden damit sind, wie Macht derzeit ausgeübt wird“.

          Am Tag der Amtseinführung seines Nachfolgers Donald Trump sei Obama von seiner eigenen Gelassenheit überrascht gewesen, erzählte er. Trump wurde am 20. Januar 2017 zum 45. amerikanischen Präsidenten vereidigt. „Insgesamt war da eine Gelassenheit, mehr als ich erwartet hatte“, sagte Obama. Er sei damals vor allem dankbar gewesen für die Beziehung mit seiner Frau Michelle, die trotz der Herausforderungen des Amts unbeschadet geblieben sei. Die Gefühle seien aber gemischt gewesen, wegen „all der Arbeit, die noch nicht erledigt war“ und „Sorgen, wie sich das Land in die Zukunft bewegt“.

          Das Interview wurde bereits im September in Toronto am Rande der Invictus Games geführt, denen die beiden als Gäste beiwohnten. Ansonsten ging des in der Sendung „Today“, die am Mittwoch ausgestrahlt wurde, vor allem um Streitkräfte, psychische Gesundheit, Jugendkriminalität und den Klimawandel.

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