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Amerika gegen China : Zerstörer auf heikler Fahrt

Machtdemonstration: Wie die „USS Cook“ ist die „USS John S. McCain“ ein Lenkwaffenzerstörer für Einsätze in spannungsreichen Seegebieten Bild: POYSER HANDO/REX/Shutterstock

Eine amerikanische Marineoperation ist die neueste Episode im Machtkampf zwischen China und Amerika im Südchinesischen Meer. Das Manöver hat auch im Konflikt mit Nordkorea eine wichtige Bedeutung.

          Der Pazifische Ozean steht derzeit im geopolitischen Fokus – und das nicht nur, weil Nordkorea mit einem Angriff auf das amerikanische Außenterritorium der Pazifikinsel Guam gedroht hat. Durch ein Seemanöver der amerikanischen Marine bekommt auch ein Teil des Südchinesischen Meers wieder Aufmerksamkeit, der schon in der Vergangenheit wegen der sich dort vielfach überlappenden Hoheitsansprüche immer wieder für Verwerfungen gesorgt hatte. Das Gebiet der sogenannten Spratly-Inseln wird ganz oder zum Teil sowohl von China als auch von vier seiner südostasiatischen Nachbarländer beansprucht.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die Entsendung des amerikanischen Zerstörers „USS John S. McCain“ in die Zwölfmeilenzone um das von China sowie den Philippinen und Vietnam beanspruchte Mischief Reef kommt nun zu einer Zeit, in der sich die Beziehungen zwischen der Volksrepublik und Amerika wegen der Nordkorea-Krise ohnehin abgekühlt haben. Die anfänglich gehegten Hoffnungen der Trump-Regierung, China dazu bewegen zu können, den Druck auf Nordkorea deutlich zu verschärfen, haben sich nicht erfüllt. Im Zuge dieser Entwicklung haben die Amerikaner nun auch die Frequenz ihrer Manöver im Südchinesischen Meer, die unter dem Titel „Freedom of Navigation Operation“ (FONOP) laufen, wieder erhöht.

          Diese Fahrten sind das stärkste Signal, mit dem Amerika den Gebietsinteressen Chinas in der Region entgegentritt. Noch in den ersten sechs Monaten von Trumps Präsidentschaft hatte die amerikanische Marine zunächst komplett auf solche Einsätze verzichtet. Aber diese Rücksichtnahme hat sich nicht ausgezahlt, der Streit mit Pjöngjang sogar noch verschärft. Seit der Fortsetzung der Fahrten war dies nun schon das dritte Manöver dieser Art. Dementsprechend fiel die Reaktion der chinesischen Regierung aus. „Ein solches Vorgehen untergräbt ernsthaft Chinas Souveränität und Sicherheit und gefährdet das Personal beider Seiten an der Frontlinie“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

          Donald Trump und Xi Jinping: Abgekühltes Verhältnis der beiden Staatsmänner wegen des Nordkorea-Konflikts

          Allerdings lässt sich die amerikanisch-chinesische Rivalität im Südchinesischen Meer derzeit auch kaum noch von dem Konflikt mit Nordkorea trennen, da Trump diesen mit seiner Drohung von „Feuer und Wut“ sowie einer „militärischen Lösung“ zum beherrschenden Thema gemacht hat. Nicht zuletzt China sieht diese Eskalation mit Sorge. So hatte Peking ebenfalls am Freitag die Amerikaner aufgefordert, im Atomstreit mit Nordkorea Zurückhaltung zu üben. Beide Seiten sollten „vorsichtig“ mit Worten und Taten umgehen. Spannungen sollten abgebaut werden. „Demonstrationen der Stärke“ seien nicht angebracht.

          Zudem hatte zuvor die staatliche chinesische Tageszeitung „Global Times“ die Führung in Peking aufgefordert, bei einem möglichen Erstschlag Nordkoreas im Konflikt mit Amerika „neutral“ zu bleiben. Das gelte dann, wenn Pjöngjang zuerst Raketen abfeuere, „die das Territorium der Vereinigten Staaten bedrohen“, und Washington Vergeltung übe. Sollten allerdings Amerika und Südkorea militärisch angreifen und versuchen, die nordkoreanische Regierung zu stürzen und die politischen Gegebenheiten auf der koreanischen Halbinsel zu verändern, werde Peking sie daran hindern, hieß es in dem Zeitungstext.

          Der Ton ist damit auch zwischen den Regierungen Donald Trumps und Xi Jinpings mittlerweile weniger freundlich, als es nach den anfänglichen Avancen zu erwarten war. Anfang Juni hatte Verteidigungsminister James Mattis Peking schon vorgeworfen, es untergrabe mit dem Aufbau militärischer Stützpunkte im Südchinesischen Meer die regionale Stabilität. Zwar sehen auch viele der Anrainerstaaten das Vordringen Chinas äußerst kritisch. Aber seit Trumps Antritt herrschte zunächst Unsicherheit darüber, wie sehr Amerika in Zukunft noch gewillt sein würde, den Ambitionen Chinas in der Region etwas entgegenzusetzen. Da außerdem nicht nur auf den Philippinen mittlerweile eine Regierung an der Macht ist, die China freundlicher gegenübersteht, hat sich das Blatt zugunsten Pekings gewendet. Mit seinem Manöver am Mischief Reef setzt Amerika nun einen Kontrapunkt gegen diese Entwicklung.

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