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Nordkorea-Konflikt : Donald Trump bereit zu historischem Treffen mit Kim Jong-un

  • Aktualisiert am

Donald Trump kann dem „Raketenmann“ Kim Jong-un wohl bald persönlich die Hand geben. Bild: AP

Vor einigen Monaten beschimpften sie sich noch gegenseitig als „Raketenmann“ und „seniler Greis“ – nun wollen sie miteinander reden. Selbst Nordkoreas Atomtests sollen einem Gipfel zwischen Trump und Kim nicht mehr im Wege stehen.

          Sensation im Koreakonflikt: Amerikas Präsident Donald Trump ist zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un bereit. Das Weiße Haus bestätigte am Donnerstagabend die zuvor gemachten Angaben des nationalen Sicherheitsberaters Südkoreas, Chung Eui-yong. Chung hatte gesagt, Kim sei darauf erpicht, Trump zu treffen. Das Treffen solle „bis Mai“ stattfinden. Es wäre das erste zwischen amtierenden Staatsoberhäuptern Amerikas und Nordkoreas.

          Trump schrieb auf Twitter, Kim habe in seinen Gesprächen mit Südkorea von einer Denuklearisierung gesprochen, nicht nur von einem Einfrieren des Atomwaffenbestands. Es sei großer Fortschritt erzielt worden, aber die Sanktionen würden aufrechterhalten, bis eine Abmachung erreicht sei. „Treffen wird geplant!“, schrieb Trump.

          Seine Sprecherin Sarah Sanders erklärte, Zeit und Ort stünden noch nicht fest. „Wir sehen der Denuklearisierung Nordkoreas mit Freude entgegen“, teilte sie mit. In der Zwischenzeit würden die Sanktionen und der Druck auf Nordkorea aufrechterhalten. Auch Chung hatte bei seiner Erklärung vor Journalisten vor dem Weißen Haus keinen möglichen Ort genannt.

          Angeblich Verzicht auf Atomtests

          Kim hat sich demnach dazu bereit erklärt, auf Raketen- und Atomtests zu verzichten. Der nordkoreanische Machthaber habe in einem Treffen erklärt, er stehe zu einer Denuklearisierung. Kim verstehe, dass die geplanten gemeinsamen Manöver Südkoreas und der Vereinigten Staaten wie geplant fortgesetzt würden, sagte Chung.

          Die beiden Koreas hatten sich zuletzt vorsichtig angenähert. Der Konflikt galt lange Zeit als der bedrohlichste der Welt. Er gilt als militärisch nicht lösbar. Eine diplomatische Lösung ist wegen der vielen Beteiligten extrem kompliziert. Auch China und Russland sind direkt und indirekt verwickelt.

          Kim und Trump hatten sich 2017 immer wieder gegenseitig mit Beleidigungen und Spott überzogen. Das hatte Befürchtungen genährt, der Konflikt könne eskalieren, womöglich auch atomar.

          Ein Vertreter des Weißen Hauses hatte zuletzt gesagt, die amerikanische Regierung wolle konkrete Schritte für eine Denuklearisierung sehen. Wenn es Nordkoreas Plan sei, sich lediglich Zeit zu erkaufen, würden Gespräche nicht sehr weit führen. Man habe eine lange Geschichte mit Nordkorea, schon oft seien Abmachungen gebrochen worden.

          Knackpunkt Denuklearisierung

          Das Ziel einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel galt zuletzt als unumstößliches Ziel Amerikas, bevor man in Gespräche einsteige. Washington hatte eine „Politik des maximalen Drucks“ verfolgt und Nordkorea mit Sanktionen überzogen. Die letzten amerikanischen in Südkorea stationierten Atomwaffen waren nach Ende des Kalten Krieges 1991 abgezogen worden.

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          Südkoreas Sicherheitsberater hält sich derzeit mit einer Delegation in Washington auf, um die Trumps Regierung über die Gespräche mit Nordkorea Anfang der Woche zu unterrichten. Südkorea hatte nach den Unterredungen in dem isolierten Land erklärt, Kim habe Gespräche mit den Vereinigten Staaten über das Atomwaffenprogramm seines Landes in Aussicht gestellt. Pjöngjang erwarte aber Sicherheitsgarantien.

          Nord- und Südkorea vereinbarten auch einen Gipfel zwischen Machthaber Kim Jong-un und Südkoreas linksliberalem Präsidenten Moon Jae-in im Grenzort Panmunjom im April. Schon diese Einigung war ein großer Schritt vorwärts bei den Bemühungen um eine Entspannung in der Region.

          Lob aus Peking

          China hatte die Annäherung seiner Nachbarstaaten gelobt. Die jüngsten Gespräche von Vertretern beider Länder hätten „positive Ergebnisse“ gebracht, zitierte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua einen Sprecher des Außenministeriums.

          Die Spannungen in der Region hatten sich 2017 deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Nordkorea kann nach eigenen Angaben jetzt auch das gesamte amerikanische Festland mit Atomsprengköpfen angreifen.

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