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Showdown in Georgia : Eine Nachwahl wird zum großen Test für Trump

  • -Aktualisiert am

Bei der Abgeordnetenwahl in Georgia stimmen die Wähler auch über den Kurs von Donald Trump ab. Bild: AP

Ganz Amerika blickt auf die Nachwahl eines Kongressabgeordneten in Atlanta. Die Abstimmung im Süden des Landes gilt auch als Votum über den Kurs des Präsidenten. Doch nicht nur deswegen liegen bei den Republikanern die Nerven blank.

          Es ist einer der abstoßendsten Wahlwerbespots der vergangenen Jahre: Unterstützer der Republikaner haben ein Video veröffentlicht, das den vergangene Woche in Alexandria lebensgefährlich verletzten Kongressabgeordneten Steve Scalise zeigt. Scalise liegt auf einer Trage, unmittelbar nachdem James Hodgkinson ihn angeschossen hat. Ein Sprecher sagt: „Die außer Kontrolle geratene Linke unterstützt Attentate auf Republikaner. Wann hört das auf? Nie, wenn Jon Ossoff am Dienstag gewinnt.“ Der Spot lief im Sender Fox News.

          Jon Ossoff ist der demokratische Kandidat bei der Wahl eines neuen Kongressabgeordneten im Norden von Atlanta im amerikanischen Bundesstaat Georgia. Zunächst bekam der Spot wenig Aufmerksamkeit, da die Urheberin Principled PAC eine kleine Organisation ist. Doch am Vorabend der Wahl berichteten auch die überregionalen Medien ausführlich darüber. Seit Wochen gilt die Nachwahl an diesem Dienstag schließlich als Test für die Kongresswahlen 2018, auch wenn sie nicht die erste solche Abstimmung seit Donald Trumps Amtsantritt ist.

          Smart und nahbar im Auftreten

          Der Platz im Kongress wird neu besetzt, weil der bisherige Abgeordnete Tom Price jetzt Trumps Gesundheitsminister ist. In Atlantas Norden treten zwei Kandidaten an, die in vielerlei Hinsicht die Situation ihrer jeweiligen Partei spiegeln. Jon Ossoff, 30 Jahre alt, gehört zu den aufstrebenden Demokraten, die die Partei von innen erneuern wollen. Smart und nahbar im Auftreten, war er erst Abgeordnetenmitarbeiter in Washington, dann Dokumentarfilmer.

          Ossoff ist indessen kein Parteilinker. Seine Kampagne konzentrierte er auf enttäuschte Wechselwähler, warb daneben für Innovationsförderung und weniger Staatsausgaben. Seine Gegenkandidatin, die 55 Jahre alte Unternehmerin und Politikerin Karen Handel, steht für Positionen wie die Ablehnung des geltenden Abtreibungsrechts. Im Wahlkampf vermied sie es indes, sich direkt auf Donald Trump zu beziehen. Sie sei kein „verlängerter Arm des Weißen Hauses“, stellte Handel klar.

          Der Kandidat Jon Ossoff ist ein Hoffnungsträger der Demokraten.

          Ossoff holte im ersten Wahldurchgang im April 48 Prozent der Stimmen, Handel nur 19 Prozent. Da niemand 50 Prozent erreichte, gibt es nun einen zweiten Anlauf. Trotz Ossoffs Abschneiden gilt die Wahl als knapp, denn der Bezirk ist republikanisch, seit Newt Gingrich hier in den späten siebziger Jahren den Sitz holte. Es ist eine Gegend, in der sehr viele weiße Gutverdiener wohnen. Bei der Präsidentenwahl 2012 gewann Mitt Romney hier mit 23 Prozentpunkten Vorsprung vor Barack Obama. Jon Ossoff führt nun in den Umfragen mit zwei Prozentpunkten. Dass er so gute Chancen hat, liegt auch an Donald Trump. 2016 feierte der spätere Präsident hier nur einen vergleichsweise knappen Sieg über die Demokratin Hillary Clinton: lediglich 1,5 Prozentpunkte trennten die beiden.

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