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Nach Witz über Attentat : Trump-Sohn will Johnny Depp gefeuert sehen

  • Aktualisiert am

Johnny Depp bei seinem umstrittenen Auftritt auf dem Glastonbury Filmfestival. Bild: dpa

Blöder Spruch oder Aufruf zur Gewalt? Donald Trumps ältester Sohn ruft Disney auf, sich von Johnny Depp zu trennen. Dabei hat sein Vater sich selbst schon eine ähnliche Bemerkung geleistet.

          Die Familie von Amerikas Präsident Donald Trump macht Front gegen Hollywood-Star Johnny Depp. Der älteste Sohn Donald Trump jr. schrieb auf Twitter: „Ich würde glauben, es wird schwer für Disney, ihn zu halten.“ Danach verwies er auf den Hashtag „#FireDepp“.

          Depp hatte am Donnerstagabend auf einem Filmfestival im englischen Glastonbury einen Witz über einen Mordanschlag auf Trump gemacht - und sich am Tag danach dafür entschuldigt. „Es kam nicht wie beabsichtigt rüber, und ich beabsichtigte keine Bosheit“, sagte der 54 Jahre alte Schauspieler („Fluch der Karibik“) dem Magazin „People“.

          Depp hatte auf dem Festival gefragt: „Wann war das letzte Mal, dass ein Schauspieler einen Anschlag auf einen Präsidenten verübt hat?“ Seine Frage spielte offenbar auf den Anschlag auf den ehemaligen Präsidenten Abraham Lincoln durch den Schauspieler John Wilkes Booth im Jahr 1865 an.

          Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte in Washington, der Mangel an Empörung über Depps Äußerung und ähnliche Bemerkungen von Prominenten sei beunruhigend. Der Präsident habe deutlich gemacht, dass alle Formen von Gewalt verurteilt werden sollten.

          Donald Trump selbst hatte allerdings im Wahlkampf ähnliche Kritik auf sich gezogen. In einer Rede im August 2016 machte er eine Bemerkung über seine Kontrahentin Hillary Clinton, die nur Waffenfreunde noch aufhalten könnten, was damals ebenfalls als verkappter Aufruf zur Gewalt oder zumindest geschmacklos kritisiert wurde.

          Demokratische Politiker wie die Senatorin Elizabeth Warren sprachen damals von „Todesdrohungen“ Trumps gegen Clinton.

          Rede vor Waffenfreunden : Trump empört mit Aussage zu Hillary Clinton

          Quelle: bard./dpa

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