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Massaker in Texas : Obama fordert schärferes Waffenrecht

  • Aktualisiert am

Mischt sich wieder in die amerikanische Politik ein: Barack Obama, hier im Oktober in Richmond, Virginia Bild: Reuters

Donald Trump sieht nach dem Massaker von Texas kein Problem mit dem amerikanischen Waffenrecht – ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger. Auch die katholische Bischöfe in Amerika beklagen ein Waffen-Problem.

          Auch Tausende Kilometer entfernt war die Sachlage für Donald Trump schnell klar. Das Massaker in einer Kirche in Texas habe nichts mit dem liberalen amerikanischen Waffenrecht zu tun, sagte er auf einer Pressekonferenz während seiner Asien-Reise in Tokio. „Das war ein sehr gestörtes Individuum.“ Gefragt, ob eine Änderung des Waffenrechts anstehe, sagte Trump, Amerika habe ein großes Problem mit psychischer Gesundheit. Das Massaker von Texas sei ein sehr, sehr trauriges Ereignis: „Wer hätte jemals gedacht, dass so etwas passieren kann.“

          Doch auch wenn Trump das Waffenrecht auch nach diesem neuerlichen Massaker nicht in der Verantwortung sieht: Die Debatte darüber, ob schärfere Waffengesetze solche Blutbäder nicht verhindern könnten, bekommt durch den Vorfall in Texas neue Nahrung. Trumps Vorgänger Barack Obama war einer der ersten, der nach dem Massaker abermals schärfere Waffengesetze forderte. „Möge Gott uns allen die Weisheit geben, um zu fragen, welche konkreten Schritte wir unternehmen können, um die Gewalt und die Waffen unter uns zu reduzieren“, twitterte er am Sonntagabend (Ortszeit). „Wir trauern mit allen Familien in Sutherland Springs, die von diesem Akt des Hasses getroffen wurden.“

          Der Vorsitzende der römisch-katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, forderte, die Vereinigten Staaten müssten zur Einsicht kommen, dass es „ein fundamentales Problem gibt in unserer Gesellschaft“. Eine „Kultur des Lebens“ müsse „sinnlose Schusswaffengewalt in allen Formen verhindern“. Das „unvergleichlich tragische Ereignis“ lasse die lange Reihe von Massenerschießungen weiter anwachsen, beklagte DiNardo weiter.

          Während eines Gottesdienstes in einer Kirche in Sutherland Springs hatte der Täter das Feuer auf Gläubige eröffnet und 26 Menschen zwischen fünf und 72 Jahren getötet. Etwa 20 Verletzte wurden nach den Worten des Gouverneurs von Texas, Greg Abbott, in Krankenhäuser gebracht. Der Schütze wurde nach der Tat unter noch nicht geklärten Umständen tot in seinem Wagen aufgefunden. Nach Berichten des Senders CNN und anderer amerikanischer Medien handelt es sich um einen 26-Jährigen.

          Erst Anfang Oktober hatte ein Angreifer in Las Vegas auf Besucher eines Musikfestivals geschossen. 59 Menschen wurden getötet. Im Juni vergangenen Jahres riss ein Attentäter 49 Menschen in einem Tanzclub in Orlando in Florida in den Tod. In Charleston in South Carolina erschoss ein junger Weißer im Juni 2015 neun afro-amerikanische Kirchenmitglieder. In einer Kirche unweit von Nashville schoss ein vermummter Täter im September 2017 auf Besucher der „Burnette Chapel Church of Christ“. Eine Kirchgängerin kam ums Leben, sieben Personen erlitten Schusswunden.

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          Quelle: dpa/epd

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