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Trumps Sicherheitsberater : Zorniger General mit klarem Feindbild

Michael Flynn soll Trumps Sicherheitsberater werden. Bild: AP

Der ehemalige General Michael Flynn wird Trumps Sicherheitsberater und gewinnt damit großen Einfluss. Mit seinem zukünftigen Chef stimmt er nicht in allem überein. Doch beide teilen ein gemeinsames Feindbild.

          Die Ernennung von Michael Flynn zum nationalen Sicherheitsberater von Donald Trump hat einen großen Vorteil für den künftigen amerikanischen Präsidenten: Flynn muss nicht vom Senat bestätigt werden. Im Gegensatz zu Kabinettsmitgliedern im Ministerrang, deren Ernennung von den Senatoren bestätigt werden muss, könnte Flynn ohne deren Zustimmung seine Arbeit aufnehmen. Und an der Zustimmung der Kongresskammer hat es im Trump-Lager wohl einigen Zweifel gegeben, wie die „New York Times“ berichtet, denn nicht nur Flynns Ansichten, sondern auch seine Geschäftsbeziehungen hätten einigen Senatoren aufstoßen können.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Flynn bringt aber noch andere Vorzüge mit. Er verfügt – anders als Donald Trump – über große Erfahrung in der Armee. Er kennt sich in der Welt der amerikanischen Geheimdienste aus und könnte Trump mit wichtigen Einschätzungen und Kontakten zur Seite stehen. Flynn wäre in dieser Hinsicht ein wichtiger Mitarbeiter von Trump. Seine Ernennung dürfte jedoch nicht nur bei den oppositionellen Demokraten, sondern auch bei einigen von Flynns ehemaligen Kameraden für Kopfschütteln sorgen.

          Der ehemalige Chef des Militärgeheimdienstes D.I.A. hat mit seiner öffentlichen scharfen Kritik an der Politik der Obama-Regierung und seinem wortreichen Kampf gegen den radikalen Islam viele Menschen verprellt. Aufforderungen des ehemaligen Generals McChrystal und des früheren Admirals Mullen, mit denen Flynn während seiner Zeit in der Armee zusammengearbeitet hatte, sich zu mäßigen und aus dem Präsidentschaftswahlkampf herauszuhalten, konterte er mit der Frage: „Muss ich aufhören, Amerikaner zu sein?“

          Der 57 Jahre alte Flynn stammt aus Rhode Island und ist als Demokrat registriert. Sein Vater war ebenfalls Soldat, der im Zweiten Weltkrieg und in Korea für die amerikanische Armee kämpfte. Er studierte an der Universität von Rhode Island und absolvierte dort das Reserveoffizier-Ausbildungsprogramm. Trotz seines Aufstiegs in die höchsten Ränge des Militärs hatte er laut „New York Times“ immer das Gefühl, nicht die Anerkennung zu bekommen, die ihm eigentlich zustünde, weil er nicht von einer der traditionsreichen Armee-Universitäten kam. Dieses Gefühl, ein Außenseiter zu sein, teilt er mit Donald Trump, der als Präsident über keinerlei politische Erfahrung verfügt.

          Flynn hatte in seiner Karriere mehrere Posten bei verschiedenen Waffengattungen inne, so war er unter anderem Fallschirmspringer, doch besonders begabt scheint er in der der Geheimdienstarbeit gewesen zu sein, der er von 2001 an verschrieben blieb. Im Irak und in Afghanistan diente er als einer der höchsten Geheimdienstoffiziere des amerikanischen Militärs. Gerade in dieser Zeit sei er durch viele Verhöre zu der Einsicht gelangt, dass der radikale Islam eine Gefahr sei, die bekämpft werden müsse. Er sei eine Ideologie, die ihren Herrschaftsanspruch auch mit extremer Gewalt durchzusetzen bereit sei. In einem Gespräch bezeichnete er später diese Strömung als „Krebs innerhalb des Islam“.

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