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Verhandlungsbereitschaft : Washington und Moskau wollen mit Nordkorea reden

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Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson (links) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow bei einem OSZE-Treffen ins Wien (Archivbild). Bild: Imago

In der Ausrichtung ihrer Politik gegenüber Nordkorea sind sich Russland und die Vereinigten Staaten einig. Einen Seitenhieb kann sich der russische Außenminister dennoch nicht verkneifen.

          Die amerikanische Regierung hat Strafmaßnahmen gegen zwei ranghohe Mitarbeiter des nordkoreanischen Raketenprogramms verhängt. Kim Jong-sik und Ri Pyong-chol seien Schlüsselfiguren bei der Entwicklung von ballistischen Raketen, teilte das Finanzministerium am Dienstag mit. Finanzminister Steven Mnuchin nannte die Maßnahmen einen Teil der „Kampagne des maximalen Drucks“, um Nordkorea zu „isolieren und eine vollständig atomwaffenfreie koreanische Halbinsel zu erhalten“. Die Sanktionen sind Teil der Resolution, die der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Freitag wegen Nordkoreas Atom- und Raketentests verabschiedet hatte. Damit sollen Lieferungen von Mineralölerzeugnissen wie Benzin, Diesel und Schweröl an Nordkorea noch stärker beschränkt werden. Der Import bestimmter Maschinen, Nahrungsmittel und Rohstoffe aus Nordkorea wird verboten.

          Zugleich haben Russland und die Vereinigten Staaten die Notwendigkeit von Verhandlungen betont. In einem Telefonat hätten Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein amerikanischer Kollege Rex Tillerson am Dienstag hervorgehoben, „dass es notwendig ist, von der Sprache der Sanktionen so schnell wie möglich zu einem Verhandlungsprozess zu gelangen“, erklärte das russische Außenministerium. Demnach waren sich Lawrow und Tillerson einig, dass nordkoreanische Atomraketenprojekte gegen die Forderungen des UN-Sicherheitsrats verstießen. Der russische Außenminister übte aber auch Kritik an Washington: Lawrow habe in dem Gespräch „nochmals betont, dass es inakzeptabel ist, die Spannungen um die koreanische Halbinsel mit der aggressiven Rhetorik Washingtons gegenüber Pjöngjang anzuheizen und die militärischen Vorbereitungen in der Region zu verstärken“. Der amerikanische Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatten sich in den vergangenen Monaten heftige Verbalattacken geliefert. Lawrow spielte in seiner Kritik zudem auf die großangelegten Militärmanöver der amerikanischen Streitkräfte mit ihren südkoreanischen Verbündeten an.

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