http://www.faz.net/-gpf-92jgx

Keine Kostenübernahme : Trump streicht Familien die Verhütung

  • Aktualisiert am

Anti-Baby-Pillen könnten in den Vereinigten Staaten in Zukunft schwerer verfügbar sein. Bild: dpa

Mit der Abschaffung von Obamacare ist Donald Trump bisher gescheitert, nun bringt er aber eine folgenreiche Änderung auf den Weg. Davon betroffen sind tausende Familien.

          Keine Kostenübernahme mehr für die Antibabypille: Die Regierung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat eine entsprechende Leistungspflicht aus der Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama gestrichen. Wie es am Freitag in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums in Washington hieß, sind sämtliche Arbeitgeber des Privatsektors künftig nicht mehr dazu verpflichtet, einen Krankenversicherungsschutz anzubieten, der die Pille und andere Verhütungsmittel einschließt.

          Die Streichung dieser Klausel solle die „moralischen Überzeugungen von bestimmten Institutionen und Individuen schützen“, erklärte das Ministerium. Die potenziellen Folgen sind weitreichend und betreffen Millionen von Bürgern: Rund die Hälfte der Bevölkerung der Vereinigten Staaten bezieht ihre Krankenversicherung über den Arbeitgeber.

          Die „Pille auf Krankenschein“ war eines der am stärksten umstrittenen Elemente in der Gesundheitsreform des damaligen Präsidenten Barack Obama. Das sogenannte Verhütungsmandat ging weit über entsprechende Regelungen in Deutschland hinaus, wo die Krankenkassen kostenlose Verhütung nur für Frauen bis 21 Jahre voll übernehmen.

          Frauenverbände kündigen Klage an

          Mit ihrem Vorgehen erfüllt die amerikanische Regierung eine Forderung konservativ-christlicher Gruppen, die seit Jahren Front gegen kostenlose Verhütungsmittel machen. Vor dem Supreme Court erwirkten sie vor drei Jahren bereits, dass Familienunternehmen aus religiösen Gründen ihren weiblichen Arbeitnehmern diese Versicherungsleistung verweigern dürfen.

          Laut Gesundheitsministerium haben „99,9 Prozent der Frauen“ auch weiterhin kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln. Kritiker bestreiten diese Zahl. Frauenverbände kündigten Klagen gegen die Einschränkung des „Verhütungsmandats“ an.

          Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, das als „Obamacare“ bezeichnete Gesundheitssystem seines Vorgängers zu kippen. Mehrere entsprechende Anläufe seiner republikanischen Verbündeten im Kongress scheiterten jedoch in den vergangenen Monaten, so dass das System weiter in Kraft ist.

          Weitere Themen

          Trump besucht Waldbrandgebiete in Kalifornien Video-Seite öffnen

          71 Tote, Tausende Vermisste : Trump besucht Waldbrandgebiete in Kalifornien

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat in Kalifornien die von verheerenden Waldbränden betroffenen Gebiete besucht. Dort kamen mindestens 71 Menschen ums Leben, mehr als tausend weitere werden vermisst. Seine Meinung zum Klimawandel ändere sich dadurch aber nicht, so Trump auf eine Nachfrage eines Reporters.

          Söders Reifeprüfung

          Bewerbung um CSU-Vorsitz : Söders Reifeprüfung

          Auf seiner ersten Pressekonferenz als offizieller Bewerber um den CSU-Vorsitz macht Markus Söder einen gut sortierten Eindruck. Er übt sich in Selbstkritik – zumindest ein bisschen.

          Vereint in Schmerz und Wut Video-Seite öffnen

          Ukraine : Vereint in Schmerz und Wut

          In einer Kneipe in Mariupol treffen sich Studenten, die vor dem Krieg in der Ostukraine geflohen sind. Was denken sie über ihr Land, Russland und die EU?

          Topmeldungen

          Bewerbung um CSU-Vorsitz : Söders Reifeprüfung

          Auf seiner ersten Pressekonferenz als offizieller Bewerber um den CSU-Vorsitz macht Markus Söder einen gut sortierten Eindruck. Er übt sich in Selbstkritik – zumindest ein bisschen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.