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Kehrt Mitt Romney zurück? : Ziemlich beste Feinde

  • -Aktualisiert am

Gute Miene zu bösem Spiel: Donald Trump und Mitt Romney Bild: Picture-Alliance

Lange war es ruhig um Mitt Romney. Nun werden Gerüchte über die politische Rückkehr von Trumps schärfstem innerparteilichen Kritiker laut. Das dürfte dem Präsidenten nicht gefallen.

          Joe Bidens Frage kam überraschend. Ob er sich nicht zur Zwischenwahl 2018 aufstellen lassen wolle, fragte der ehemalige demokratische Vize-Präsident den – wohlgemerkt – republikanischen Politiker Mitt Romney bei einer Diskussionsrunde in Utah. Romney trat 2012 bei der Präsidentschaftswahl gegen das Duo Obama/Biden an. Das Publikum, das sich zu dem jährlichen, von Romney initiierten Treffen von Republikanern in einem Ski-Resort in Deer Valley eingefunden hatte, spendete Applaus. Und Mitt Romney?  Der lächelte nur über den Vorschlag seines Gastredners Biden.

          Würde Romneys Kandidatur begrüßen: der ehemalige demokratische Vizepräsident Joe Biden

          Lächeln und schweigen – das tat Romney bislang immer, nachdem er in den vergangenen Monaten öfters auf ein mögliches politisches Comeback angesprochen worden war. Er will sich noch nicht festlegen, schließt aber wohl auch nicht aus, als Kandidat für das Senatoren-Amt seines Heimat-Bundesstaats Utah im kommenden Jahr anzutreten.

          Am 6. November 2018 finden die sogenannten Midterm Elections statt, die Kongresswahlen zwischen zwei Präsidentschaftswahlen. Das gesamte Abgeordnetenhaus und ein Drittel des Senats stehen dann zur Wahl.

          Romney als neue Hoffnung der Republikaner

          Spekulationen über Romneys Kandidatur für einen Sitz im Senat gibt es bereits seit Langem bei den Republikanern. Viele Konservative verbinden mit Romneys Rückkehr vor allem die Hoffnung, dass so zahlreiche Wähler im kommenden Jahr mobilisiert werden könnten – denn die Partei bangt schon jetzt um die Oberhand im Repräsentantenhaus. Viele befürchten, dass ihnen Trumps problembehaftete Präsidentschaft – seine omnipräsenten Skandale, seine dadurch ins Stocken geratene politische Agenda und seine historisch niedrigen Umfragewerte – die Mehrheit kosten könnten. Traditionell verliert die Partei des Präsidenten bei den Zwischenwahlen.

          Deswegen suchen die Republikaner schon händeringend nach charismatischen und respektierten Parteimitgliedern, um die zunehmend entmutigten konservativen Wähler wieder zu motivieren. Lange mussten sie nicht suchen: Mitt Romney, ein millionenschwerer Geschäftsmann, der von 2003 bis 2007 Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts war, ist in der Partei hochangesehen, weil er als Verfechter der traditionellen Positionen gilt. Außerdem konnte er durch seine Geschäftsbeziehungen bereits viele Spender für seine Partei mobilisieren.

          Sein Berater Spencer Zwick sagte dem Online-Magazin „Politico“, dass er derzeit von Anfragen republikanischer Kandidaten „überschüttet“ werde, die Romney darum bitten, ihnen beim Wahlkampf  zu helfen und Spenden zu sammeln. Vergangene Woche erst trat er auf der Benefizveranstaltung des republikanischen Senators Jeff Flake aus Arizona auf, einem aussichtsreichen republikanischen Kandidaten für die Wahlen 2018.

          Schützenhilfe für wichtige Nachwahl in Georgia

          Wie „Politico“ berichtet, plant Romney außerdem, einen automatischen Werbeanruf für die Kandidatin Karen Handel aus Georgia einzusprechen. Sie tritt in einer Woche zu einer wichtigen Nachwahl für einen Sitz im  Repräsentantenhaus an. Die Nachwahl wird nötig, weil der bisherige republikanischen Amtsinhaber in die Trump-Regierung gewechselt war: Tom Price aus Georgia ist jetzt Gesundheitsminister. Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest für die republikanische Regierung.

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