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Internationale Umfrage : Die Welt hat Angst vor Donald Trump

  • -Aktualisiert am

Die Welt mag ihn nicht. Trump würde dazu wahrscheinlich sagen: Warum zur Hölle sollte mich das interessieren? Bild: AP

Überwältigend negativ und erstaunlich übereinstimmend ist die Meinung in anderen Ländern zu einem möglichen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Das ergibt eine Umfrage. Und auch wir Deutschen machen uns große Sorgen.

          Wenn die ganze Welt gemeinsam über die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten entscheiden könnte, hätte Donald Trump schlechte Karten. Man könnte dem Immobilienmilliardär die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zwar trotzdem nicht mehr nehmen, aber dafür würde er im November wohl nicht zum mächtigsten Mann der Welt gewählt werden. Das geht aus einer internationalen Umfrage hervor. Denn deren Antworten zeigen klar: Donald Trump halten viele Menschen weltweit für sehr gefährlich.

          Insgesamt wurden für die Umfrage 8265 Personen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Mexiko, Kanada und Japan online befragt. Alle von ihnen waren mindestens 18 Jahre alt und gaben an, mit Trumps politischen Ansichten vertraut zu sein. Rund 78 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Welt durch Trumps Politik unsicherer werde. In Deutschland zeigten sich 65 Prozent der Befragten „besorgt“ über seine Politik. Auch gaben 78 Prozent der deutschen Teilnehmer an, sie würden Trump „nicht gut finden“ oder gar „hassen“. 70 Prozent empfinden seine Politik als schädlich für die globale Wirtschaft.

          Die Meinungen zu Trump seien in den befragten Ländern „überwältigend negativ und erstaunlich übereinstimmend“ gewesen, teilte die Marktforschungsfirma YouGov mit, die die Umfrage durchgeführt hat. Die Ergebnisse seien alters- und länderübergreifend einstimmig, die Befragten klar in Sorge wegen einer möglichen Präsidentschaft Trumps.

          Bei den Nachbarn macht sich Trump besonders unbeliebt

          In Mexiko war die negative Stimmung gegen Trump am deutlichsten: Rund 90 Prozent der Bevölkerung gaben an, dass sie den Milliardär nicht mögen oder ihn und seine Politik hassen. Mit seinen Parolen gegen illegale Einwanderer aus Mittel- und Südamerika und dem Vorschlag, eine Mauer an der amerikanisch-mexikanischen Grenze zu bauen, hat sich Trump äußerst unbeliebt im Nachbarland gemacht. Aber auch die Nachbarn im Norden, die Kanadier, sind laut der Umfrage nicht gut auf ihn zu sprechen. 71 Prozent gaben an, er verschlechtere ihren Eindruck von den Amerikanern prinzipiell. In Deutschland sagten das 75 Prozent.

          Auch von Trumps Fokus auf globale Sicherheit und Terrorbekämpfung ließen sich die Befragten nicht beeindrucken. So will er im Nahen Osten die Hochburgen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ bombardieren. Er sagte allerdings auch schon, man solle das einfach Russland überlassen – oder warten, bis sich die syrische Regierungsarmee und der „Islamische Staat“ gegenseitig zerstört haben. „Warum zur Hölle sollte uns das interessieren?“, fragte er in der amerikanischen Fernsehsendung „60 Minutes“ im September 2015.

          Rund 61 Prozent der Befragten finden allerdings, dass diese Rhetorik Terroranschläge wie im vergangenen November in Paris nicht verhindert, sondern eher wahrscheinlicher macht. Bei den Deutschen waren 53 Prozent dieser Meinung, bei den Franzosen 56 Prozent. Dass sich Trumps Einstellungen und Ideen im eigenen Land ausbreiten, wünscht sich die klare Mehrheit der Befragten in allen sechs Ländern nicht.

          „Donald ist gefährlich dumm“

          In Auftrag gegeben wurde die Umfrage von der internationalen Bürgerbewegung Avaaz. Die hatte zuvor einen offenen Brief an Donald Trump geschrieben, in dem die Bewegung die „Politik der Spaltung“ des Populisten stark kritisiert. Weltweit wurde der Brief von mehr als zwei Millionen Menschen unterzeichnet.

          Ricken Patel, der Geschäftsführer von Avaaz, sagte am Freitag in einer Pressemitteilung, dass der Großteil der Welt mit dem Großteil der Amerikaner bei der Einschätzung Trumps überein stimme: „Donald ist gefährlich dumm.“

          Wenn es nur wirklich so wäre. Denn in den Vereinigten Staaten ist es alles andere als klar, ob sich bei der Wahl im November tatsächlich der Großteil der Amerikaner gegen Trump stellen wird. In jüngsten Umfragen liegen der Republikaner und die frühere Außenministerin Hillary Clinton, die wahrscheinlich für die Demokraten ins Rennen gehen wird, fast gleich auf. Auch wenn der Großteil der Welt es gerne anders hätte – am Ende müssen immer noch die Amerikaner entscheiden.

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