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Trumps Wahlversprechen : Prototypen für Grenzmauer zu Mexiko in Bau

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Ein Beamter der amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde stellt am vergangenen Donnerstag in Washington das Konzept der geplanten Grenzmauer zu Mexiko vor. Bild: AP

Die Finanzierung der Grenzmauer zu Mexiko ist ungewiss. Dennoch hat Amerikas Grenzbehörde vier Unternehmen damit beauftragt, erste Prototypen der Mauersegmenten zu bauen.

          Trotz der noch ungeklärten Finanzierung treibt die amerikanische Regierung das Vorhaben einer Mauer an der Grenze zu Mexiko voran. Die Grenzschutzbehörde CBP teilte am Donnerstag mit, sie habe vier Unternehmen damit beauftragt, Prototypen aus Stahlbeton herzustellen. Die bis zu neun Meter hohen Mauerabschnitte sollen demnach mit „Anti-Kletter“-Vorrichtungen versehen sein, damit unerwünschte Einwanderer sie nicht heimlich überwinden können.

          Die ausgewählten Firmen hatten an einer im März gestarteten Ausschreibung teilgenommen und haben allesamt ihren Sitz in den Vereinigten Staaten. Sie sollen ihre Prototypen im Herbst in der Region von San Diego in Kalifornien errichten, die Kosten belaufen sich auf zwischen 400.000 und 500.000 Dollar (335.000 bis 420.000 Euro) pro Mauerabschnitt.

          In einer gesonderten Ausschreibung hatte die amerikanische Regierung dazu aufgerufen, Prototypen aus anderen Materialien als Beton anzubieten. Das Ergebnis dieser Ausschreibung soll kommende Woche vorgestellt werden.

          Allerdings ist die Finanzierung der Mauer noch nicht gesichert, und wegen eines heftigen Streits im amerikanischen Kongress um den Staatshaushalt könnte Trump auch im kommenden Jahr ohne Geld für das Projekt dastehen. Die Regierung hatte für das am 1. Oktober dieses Jahres beginnende Haushaltsjahr 2018 ein Budget von 1,8 Milliarden Dollar vorgeschlagen, um mit dem Mauerbau zu beginnen. Insgesamt dürfte das Projekt 20 Milliarden Dollar kosten. Trump will den Großteil der Kosten Mexiko auferlegen, was die dortige Regierung kategorisch ablehnt.

          Der Bau einer Mauer an der 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko ist eines der zentralen Wahlversprechen Trumps. Der Präsident will damit die illegale Einwanderung aus dem Süden stoppen. Am Sonntag sagte er, der Kongress müsse einen Weg für die Finanzierung finden. Er drohte damit, im Streit um Haushaltsmittel notfalls einen Regierungsstillstand in Kauf zu nehmen, um die Finanzierung des Baus zu sichern.

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          Unterdessen hat Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai bei einem Besuch in Mexiko die Mauerpläne von Donald Trump verurteilt. „Wir sind alle Menschen. Warum müssen wir getrennt sein? Jede Trennung sollte geächtet werden, denn sie ist sehr schmerzhaft“, sagte die 20-jährige Pakistanerin am Donnerstag vor Studenten und Professoren.

          „Spaltung und Diskriminierung sind nicht in Ordnung. Wir sollten unseren Traditionen, Kulturen, Religionen und Nationalitäten verbunden bleiben, aber der Hass ist inakzeptabel“, sagte sie. Yousafzai traf sich in Mexiko auch mit Präsident Enrique Peña Nieto und sprach mit ihm über die Lage vertriebener Kinder in Lateinamerika.

          Für ihren Kampf um ein Recht auf Bildung für Mädchen in dem von den Taliban beherrschten Swat-Tal in Pakistan war Yousafzai 2014 der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. Sie ist Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen.

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