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Gesprächsprotokoll aufgetaucht : Trump zu Russen: Entlassung hat mich befreit

  • Aktualisiert am

Russlands Außenminister Lawrow und Russlands Botschafter Kisljak zu Gast bei Trump im Oval Office Bild: MINISTRY HAN/REX/Shutterstock

Der amerikanische Präsident soll bei seinem Gespräch mit Russlands Außenminister den früheren FBI-Chef als Spinner bezeichnet haben. Ermittlungen in der Russland-Affäre richten sich laut einem Bericht gegen einen seiner engen Mitarbeiter im Weißen Haus.

          Unmittelbar nach dem Abflug des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu seiner ersten Auslandsreise sind in amerikanischen Zeitungen neue schwere Vorwürfe gegen ihn laut geworden.

          Trump soll im Oval Office beim Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow und dem russischen Botschafter Kisljak gesagt haben, die Entlassung des FBI-Chefs, James B. Comey, hätte ihn „von großem Druck“ befreit. Das meldet die „New York Times“ und beruft sich auf ein Schreiben, das den Ablauf des Treffens zwischen Trump und Mitgliedern der russischen Delegation dokumentiert. Comey hatte die Ermittlungen wegen der angeblichen Verstrickungen des Trump-Wahlkampfteams mit Russland verantwortet.

          „Ich habe gerade den FBI-Chef gefeuert. Er war verrückt, ein richtiger Spinner“, sagte Trump über Comey weiter. „Ich habe wegen Russland einen großen Druck verspürt. Davon bin ich jetzt befreit.“ Und zudem: „Gegen mich richten sich die Untersuchungen nicht.“

          Der von Trumps Sprecher Sean Spicer nicht bestrittene Satz schien die bisher eindeutigste Bestätigung dafür zu sein, dass Trump Comey wegen der FBI-Ermittlungen über etwaige Kreml-Kontakte entlassen hat. Die „New York Times“ gibt an, ein Mitarbeiter des Weißen Hauses habe ihr aus dem Protokoll vorgelesen. Spicer sagte, durch „Wichtigtuerei und Politisierung“ habe Comey „unnötig unsere Möglichkeiten (beschränkt), mit Russland zu verhandeln“. Ein Mitarbeiter Trumps sagte, der Präsident habe sich aus verhandlungstaktischen Gründen so über Comey geäußert: Trump habe Lawrow Zugeständnisse etwa zur Ukraine oder zu Syrien abtrotzen wollen, indem er auf die Probleme verwiesen habe, die ihm Russlands Wahlkampf-Einmischung bereitet habe.

          Die „Washington Post“ veröffentlichte zeitgleich einen Bericht, wonach bei den Russland-Untersuchungen nun auch ein enger Mitarbeiter Trumps aus dem Weißen Haus als „Person von Interesse“ betrachtet werde. Es handele sich um einen ranghohen Berater, schrieb die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

          Das Justizministerium hatte zur Untersuchung möglicher Verstrickungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland einen Sonderermittler eingesetzt. Der frühere FBI-Chef Robert Mueller leitet die Ermittlungen. Mueller war von 2001 bis 2013 unter den Präsidenten George W. Bush und Barack Obama Chef der amerikanischen Bundespolizei.

          Mueller soll prüfen, ob es zwischen Trumps Wahlkampfteam und der Regierung in Moskau geheime Absprachen gab und ob Russland Einfluss auf die Präsidentenwahl im November nahm. „Ich habe beschlossen, dass ein Sonderberater notwendig ist, damit das amerikanische Volk volles Vertrauen in das Ergebnis hat“, erklärte der stellvertretende Justizminister Rosenstein.

          Bereits am Montag war Trump in die Bredouille geraten, nachdem die  „Washington Post“ herausgefunden hatte, dass Trump bei einem Treffen mit Kisljak und Lawrow möglicherweise Details aus Geheimdienstinformationen weitergegeben hatte. Die Informationen über mögliche Terrorbedrohungen des Islamischen Staates sollen vom israelischen Militärgeheimdienst stammen.

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