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Bush über die Ära Trump : „Ich mag den Rassismus nicht“

  • Aktualisiert am

George W. Bush (neben Hillary Clinton) bei der Amtseinführung von Donald Trump Bild: Reuters

Normalerweise äußern sich frühere Präsidenten nicht zur aktuellen Regierung. Offiziell tut das auch George W. Bush nicht – doch was er in einem Interview äußert, ist trotzdem eindeutig.

          Acht lange Jahre hat George W. Bush geschwiegen – kein Wort über die Arbeit seines Nachfolgers im Weißen Haus, Barack Obama, kam ihm über die Lippen. Damit folgte Bush einer guten Tradition: Frühere Präsidenten bewerten keine amtierenden. Doch jetzt, nach wenigen Wochen unter Donald Trump, äußert sich Bush zumindest indirekt. „Ich mag den Rassismus und die Beschimpfungen nicht. Und ich mag es nicht, wenn das Volk sich entfremdet fühlt“, sagte der frühere ebenfalls umstrittene Präsident in einem Interview mit dem Magazin „People“.

          Den Namen Trump erwähnte Bush nicht, wie er sich überhaupt weigerte, explizit zu Trumps Präsidentschaft Stellung zu beziehen. „Ich habe mich früher nicht geäußert, weil ich den Job (des Präsidenten) nicht noch komplizierter machen wollte, und das werde ich jetzt auch nicht tun“, sagte er. Trotzdem dürfte auch so kein Zweifel daran bestehen, an wen sich Bushs Kritik richtet. Schon am Montag hatte er in einem Interview mit dem Sender NBC Trumps Kurs gegenüber den Medien scharf kritisiert und die Presse vor Trump in Schutz genommen. „Macht kann süchtig machen“, sagte Bush in dem NBC-Interview. „Es ist ziemlich schwierig, anderen zu sagen, sie brauchten eine unabhängige, freie Presse, wenn wir nicht selbst bereit sind, eine solche zu akzeptieren.“

          NBC-Sendung „Today“ : George W. Bush kritisiert Trump

          Bush: Bin nicht wirklich in Sorge um das Land

          In dem „People“-Interview bezeichnete der frühere Präsident das politische Klima in Trumps Washington als „ziemlich hässlich“ und sagte: „Ich werde nicht dahin zurückgehen.“ Trotzdem sei er nicht in Sorge über die Richtung, in die das Land sich bewege, so Bush. „Nicht wirklich. Ich bin optimistisch, wohin wir uns bewegen. Wir haben solche Zeiten früher schon erlebt und immer einen Weg gefunden, aus ihnen herauszufinden. Ich bin optimistischer als manch anderer.“

          Zur Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar sagte Bush, seine Frau und er seien sehr „begeistert“ darüber gewesen, dabei sein zu können. „Es ist wirklich eine wundervolle Zeremonie. Es ist ein friedlicher Machtübergang, das ist sehr beruhigend.“

          Bush fügte hinzu, er stehe nicht in direktem Kontakt mit Donald Trump. Das habe aber auch schon für Trumps Vorgänger Barack Obama gegolten.

          Trumps Chefstratege : Steve Bannon ruft zum Kampf gegen die Medien auf

          Quelle: oge.

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