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„Fire and Fury“ : Enthüllungsbuch über Trump soll früher erscheinen

  • Aktualisiert am

Zentraler Gesprächspartner für Buch über Donald Trump: Ex-Berater Steve Bannon. Bild: dpa

Es ist ein Buch über Donald Trump, das schon vor Erscheinen Washington in Atem hält. Die Anwälte des Präsidenten wollen die Veröffentlichung stoppen – der Verleger wendet einen Trick an.

          Der Verleger eines brisanten Enthüllungsbuchs über den amerikanischen Präsidenten hat nach dem Versuch von Trumps Anwälten, die Veröffentlichung zu stoppen, den Erscheinungstermin vorverlegt. Statt kommenden Dienstag solle „Fire and Fury: Inside the Trump White House“ (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus) voraussichtlich am Freitag veröffentlicht werden, teilte das Verlagshaus Henry Holt and Company am Donnerstag mit.

          Autor Michael Wolff bestätigte dies im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Es geht los. Ihr könnte es morgen kaufen (und lesen). Danke, Herr Präsident“, schrieb er. Zuvor hatte er sich auf Twitter erfreut gezeigt, dass Trumps Widerstand gegen das Buch ihm so viel Aufmerksamkeit verschaffe.

          Das Weiße Haus hatten von Wolff und seinem Verleger am Donnerstag eine Unterlassungserklärung gefordert, weil das Buch voller Verleumdungen sei. Die „Washington Post“ berichtete, dem Autor Michael Wolff und dem Verlag Henry Holt & Co. seien entsprechende Verfügungen zugestellt worden.

          Das Buch „Fire and Fury“ dürfe weder ganz noch in Auszügen erscheinen, lautet demnach die Forderung. Begründet werde dies von Anwalt Charles J. Harder unter anderem mit Vorwürfen der üblen Nachrede und Schmähungen.

          Schwere Vorwürfe von Steve Bannon

          Am Mittwoch waren erste Inhalte des Buches an die Öffentlichkeit gelangt. Gestützt auf eine lange Reihe von Interviews wird darin von einem chaotischen, dysfunktionalen Weißen Haus unter Trump berichtet, außerdem von gesundheitlichen Problemen des Präsidenten. Die Berichte hatten sofort den Zorn des Präsidenten erregt.

          Auslöser der Wut Trumps waren vor allem schwere Vorwürfe des ultrarechten Ideologen Steve Bannon gegen Trumps ältesten Sohn. In dem Enthüllungsbuch des Journalisten Wolff bezeichnete Trumps früherer Chefstratege und Wahlkampfmanager ein Treffen von Donald Trump Junior mit einer russischen Anwältin mitten im Präsidentschaftswahlkampf 2016 als „verräterisch“ und „unpatriotisch“.

          Trotz der wüsten Angriffe Trumps auf ihn sicherte ihm Bannon seine Unterstützung zu. „Der Präsident ist ein großer Mann“, sagte Bannon am Mittwochabend im Radiosender Sirius XM. „Ich unterstützte ihn tagein, tagaus.“ Wenige Stunden zuvor hatte Trump seinen ehemaligen Vertrauten für verrückt erklärt.

          Trump hatte in einer Erklärung geschrieben, Bannon habe „nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft“ zu tun gehabt. „Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, fügte der Präsident hinzu. Er warf ihm vor, eine Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt und seine Familie verleumdet zu haben. Ein Trump-Anwalt forderte eine Unterlassungserklärung von Bannon.

          Bannon war im August 2016 für Trumps Wahlkampf verpflichtet worden. Er führte dem Immobilienmilliardär zahlreiche Wähler aus dem ultranationalistischen Lager zu. Nachdem er sich mit zahlreichen Trump-Mitarbeitern angelegt hatte, musste Bannon das Weiße Haus im August 2017 verlassen. Anschließend übernahm er wieder die Leitung des rechtsgerichteten Portals „Breitbart News“.

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