http://www.faz.net/-gpf-95ii6

„Fire and Fury“ : Enthüllungsbuch über Trump soll früher erscheinen

  • Aktualisiert am

Zentraler Gesprächspartner für Buch über Donald Trump: Ex-Berater Steve Bannon. Bild: dpa

Es ist ein Buch über Donald Trump, das schon vor Erscheinen Washington in Atem hält. Die Anwälte des Präsidenten wollen die Veröffentlichung stoppen – der Verleger wendet einen Trick an.

          Der Verleger eines brisanten Enthüllungsbuchs über den amerikanischen Präsidenten hat nach dem Versuch von Trumps Anwälten, die Veröffentlichung zu stoppen, den Erscheinungstermin vorverlegt. Statt kommenden Dienstag solle „Fire and Fury: Inside the Trump White House“ (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus) voraussichtlich am Freitag veröffentlicht werden, teilte das Verlagshaus Henry Holt and Company am Donnerstag mit.

          Autor Michael Wolff bestätigte dies im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Es geht los. Ihr könnte es morgen kaufen (und lesen). Danke, Herr Präsident“, schrieb er. Zuvor hatte er sich auf Twitter erfreut gezeigt, dass Trumps Widerstand gegen das Buch ihm so viel Aufmerksamkeit verschaffe.

          Das Weiße Haus hatten von Wolff und seinem Verleger am Donnerstag eine Unterlassungserklärung gefordert, weil das Buch voller Verleumdungen sei. Die „Washington Post“ berichtete, dem Autor Michael Wolff und dem Verlag Henry Holt & Co. seien entsprechende Verfügungen zugestellt worden.

          Das Buch „Fire and Fury“ dürfe weder ganz noch in Auszügen erscheinen, lautet demnach die Forderung. Begründet werde dies von Anwalt Charles J. Harder unter anderem mit Vorwürfen der üblen Nachrede und Schmähungen.

          Schwere Vorwürfe von Steve Bannon

          Am Mittwoch waren erste Inhalte des Buches an die Öffentlichkeit gelangt. Gestützt auf eine lange Reihe von Interviews wird darin von einem chaotischen, dysfunktionalen Weißen Haus unter Trump berichtet, außerdem von gesundheitlichen Problemen des Präsidenten. Die Berichte hatten sofort den Zorn des Präsidenten erregt.

          Auslöser der Wut Trumps waren vor allem schwere Vorwürfe des ultrarechten Ideologen Steve Bannon gegen Trumps ältesten Sohn. In dem Enthüllungsbuch des Journalisten Wolff bezeichnete Trumps früherer Chefstratege und Wahlkampfmanager ein Treffen von Donald Trump Junior mit einer russischen Anwältin mitten im Präsidentschaftswahlkampf 2016 als „verräterisch“ und „unpatriotisch“.

          Trotz der wüsten Angriffe Trumps auf ihn sicherte ihm Bannon seine Unterstützung zu. „Der Präsident ist ein großer Mann“, sagte Bannon am Mittwochabend im Radiosender Sirius XM. „Ich unterstützte ihn tagein, tagaus.“ Wenige Stunden zuvor hatte Trump seinen ehemaligen Vertrauten für verrückt erklärt.

          Donald Trump : Bannon hat den Verstand verloren

          Trump hatte in einer Erklärung geschrieben, Bannon habe „nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft“ zu tun gehabt. „Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, fügte der Präsident hinzu. Er warf ihm vor, eine Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt und seine Familie verleumdet zu haben. Ein Trump-Anwalt forderte eine Unterlassungserklärung von Bannon.

          Bannon war im August 2016 für Trumps Wahlkampf verpflichtet worden. Er führte dem Immobilienmilliardär zahlreiche Wähler aus dem ultranationalistischen Lager zu. Nachdem er sich mit zahlreichen Trump-Mitarbeitern angelegt hatte, musste Bannon das Weiße Haus im August 2017 verlassen. Anschließend übernahm er wieder die Leitung des rechtsgerichteten Portals „Breitbart News“.

          Quelle: dpa/AFP

          Weitere Themen

          Proteste bei Besuch von Mike Pence Video-Seite öffnen

          Jerusalem : Proteste bei Besuch von Mike Pence

          Bei seinem Besuch in Israel hat der amerikanische Vizepräsident Mike Pence erneut die international umstrittene Entscheidung von Präsident Donald Trump verteidigt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Im israelischen Parlament protestieren arabische Abgeordnete gegen eine Rede von Pence in der Knesset, sie wurden aus dem Saal gebracht.

          Für Frauen - gegen Trump Video-Seite öffnen

          „Women’s March“ : Für Frauen - gegen Trump

          Sie wollen gegen die, nach ihrer Auffassung, frauenfeindlichen Tendenzen in Trumps Politik ein Zeichen setzen. Deshalb gehen in rund 250 Städten die Teilnehmer des „Women’s March“ auf die Straße.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Martin Schulz vor seinem Gesprächstermin mit Seehofer und Merkel

          Spitzentreffen : Verhandlungsbeginn schon in dieser Woche?

          Am Montagabend trafen sich Martin Schulz, Angela Merkel und Horst Seehofer, um das weitere Vorgehen auf dem Weg zur Groko zu besprechen. Martin Schulz sagt, die SPD-Spitze muss sich erst noch sortieren.
          Lehrer und Schüler: Paul Bocuse (l) mit Eckart Witzigmann Anfang der Achtziger

          Zum Tod von Paul Bocuse : „Die Küche muss glänzen!“

          Spitzenkoch Eckart Witzigmann erinnert sich an seinen Lehrmeister Paul Bocuse - an die harschen Ansprachen, das ungebremste Temperament, die Gastfreundschaft und das große Herz des französischen Kochs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.