http://www.faz.net/-gpf-95j5h

Feuer und Wut : Einflussreiche Milliardärin Mercer sagt sich von Bannon los

  • Aktualisiert am

Hoch gepokert: Steve Bannon wollte das Establishment zerschlagen. Nun droht ihm die Fall in die Bedeutungslosigkeit. Bild: dpa

Im Zerwürfnis zwischen Donald Trump und seinem ehemaligen Chefstrategen schlägt sich Multimilliardärin Rebekah Mercer auf die Seite des Präsidenten. Nun könnte auch Bannons Stuhl bei Breitbart wackeln.

          Donald Trumps ehemaliger Chefstratege Stephen Bannon muss nach dem Zerwürfnis mit Amerikas Präsidenten einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Wie die „Washington Post“ berichtet, sagte sich seine lange Zeit wichtigste finanzielle Unterstützerin Rebekah Mercer am Donnerstag von ihm los. In einer ihrer seltenen Erklärungen teilte die konservative Multimilliardärin mit: „Ich unterstütze Präsident Trump und die Plattform, auf der er gewählt wurde.“ Ihre Familie und sie hätten seit vielen Monaten weder mit Bannon gesprochen, noch ihn finanziell unterstützt.

          Mercer distanzierte sich auch von den öffentlich gewordenen Aussagen Bannons im Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ (Feuer und Wut), das angesichts der Verkaufsverbots-Bestrebungen der amerikanischen Regierung bereits diesen Freitag erscheinen soll. In ihm zeichnet Autor Michael Wollf ein chaotisches Bild des Weißen Hauses unter einem unbeholfenen Präsidenten, der die Wahl nicht wirklich habe gewinnen wollen und auf das Amt unvorbereitet gewesen sei. Bannon wirft darin im Zusammenhang mit der Russland-Affäre Präsidentensohn Donald Trump junior Verrat vor. Trump senior hatte daraufhin erklärt, Bannon habe den Verstand verloren.

          Für Bannon, der als Rechtsaußen-Architekt der nationalistisch ausgerichteten Kampagne Trumps und treibende Kraft hinter umstrittenen Entscheidungen wie dem Einreisestopp für Bürger aus mehreren muslimischen Ländern gilt, kommt das Ende der Verbindung zu Mercer zur Unzeit. Ihm geht nicht nur eine Geldquelle verloren. Nachdem er von Präsident Trump angesichts zunehmender interner Spannungen und Machtkämpfe gefeuert worden war, nahm Bannon seinen alten Platz als Vorstand des rechtspopulistischen Nachrichtenportals Breitbart wieder ein. An ihm hält Mercer einen Minderheitsanteil.

          Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf Personen berichtet, die mit Breitbart vertraut sind, haben innerhalb der Organisation bereits Diskussionen eingesetzt, ihn möglicherweise von der Spitze des Nachrichtenportals zu entfernen.

          Donald Trump : Bannon hat den Verstand verloren

          Weitere Themen

          Trump hatte auch Zweifel an Flynn

          Comeys Memos : Trump hatte auch Zweifel an Flynn

          Michael Flynn, damaliger Nationaler Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten, musste sein Amt schon nach wenigen Wochen räumen. Donald Trump war zwar schon vorher wütend auf ihn, ergreift nun aber seine Partei.

          Gemeinsam und solidarisch Video-Seite öffnen

          Reform der Eurozone : Gemeinsam und solidarisch

          Angesichts undemokratischer Entwicklungen auf der Welt seien die Beziehungen ein Schatz, den sie weiter pflegen werde, so Angela Merkel beim Besuch des französischen Präsidenten Macron.

          Topmeldungen

          Klimaforschung : Der Planet steht, das System wankt

          Von wegen Pause: Im Meer, im Eis, im Grünen und in großer Höhe, der Klimawandel kommt immer schneller auf Touren und hinterlässt radikaler denn je seine Spuren in den Datenreihen.

          Neonazi-Festival in Sachsen : Friedlicher Auftakt in Ostritz

          Noch ist alles friedlich im sächsichen Ostritz, das sich Neonazis für dieses Wochenende als Festivalort ausgesucht haben. Mehr als 1000 Menschen organisieren mit einem Friedensfest eine Gegenveranstaltung. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigt klare Haltung.
          Viel Betrieb: Der Mainkai soll von Sommer an zwischen Untermainbrücke und Alter Brücke für den Autoverkehr gesperrt sein (hier die Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße und Mainkai).

          FAZ Plus Artikel: Sperrung zur Probe : Autoverbot auf dem Mainkai

          Das Frankfurter Verkehrsdezernat will die nördliche Mainuferstraße zwischen Untermainbrücke und Alter Brücke auf Probe sperren. Am Mainufer selbst soll wieder mehr Platz für Passanten sein.

          Missgunst im Beruf : Gelb vor Neid auf die Kollegen

          Neid ist ein Tabu: Das fühlt man nicht, darüber spricht man nicht. Es sei denn, das zerstörerische Gefühl wird umgewandelt in eine Art gesunden Ehrgeiz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.