http://www.faz.net/-gpf-9gdxk

Trumps Journalistenschelte : Volk und Feind

Präsident Trump beschimpft auf der Pressekonferenz nach den Kongresswahlen den CNN-Journalisten Jim Acosta Bild: Reuters

Donald Trump bleibt sich treu. Die Auseinandersetzung des Präsidenten mit einem Fernsehreporter bestätigte seine Gegner. Aber auch der Journalist bot Angriffsfläche für den Vorwurf der „arroganten Medien“. Ein Kommentar.

          Donald Trumps Pressekonferenz nach den Kongresswahlen, die für ihn gar nicht schlecht ausgingen, liefert allen Munition, die finden, der Präsident sei für das Amt charakterlich ungeeignet und eine Gefahr für die Demokratie. Die Auseinandersetzung, die er sich mit einem Reporter lieferte und Beleidigungen einschloss, war eines Präsidenten unwürdig. Der Gipfel war die Diffamierung des Mannes als „Feind des Volkes“. Das ist Trumps Lieblingsschimpfwort für Journalisten, die ihn nicht lobpreisen; es wird auch hierzulande von Leuten gebraucht, die sich in antipluralistischem Größenwahn für das Volk halten.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Trump empfindet Kritik der Medien als Majestätsbeleidigung; dabei sind die Zeiten absoluter Herrscher doch vorbei, wenigstens im Westen. Seinen Anhängern dürfte der Wortwechsel wiederum als Beleg für die „Arroganz“ der Presse dienen. Der Reporter, dem prompt die Akkreditierung für das Weiße Haus entzogen wurde, trat auf, als sei er ein Inquisitor, der selbst entscheiden könne, ob und wann er ein Mikrofon zurückgibt. So macht der tapfere Held der Pressefreiheit mit im bösen Spiel des Präsidenten.

          Weitere Themen

          Gericht stoppt Trumps Asylverschärfung

          Vereinigte Staaten : Gericht stoppt Trumps Asylverschärfung

          Der amerikanische Präsident würde gerne Immigranten, die illegal die Grenze überqueren, vom Asyl ausschließen. Das sei unkonstitutionell sagt ein Gericht. An der Grenze zu Mexiko werden derweil die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

          Trump besucht Waldbrandgebiete in Kalifornien Video-Seite öffnen

          71 Tote, Tausende Vermisste : Trump besucht Waldbrandgebiete in Kalifornien

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat in Kalifornien die von verheerenden Waldbränden betroffenen Gebiete besucht. Dort kamen mindestens 71 Menschen ums Leben, mehr als tausend weitere werden vermisst. Seine Meinung zum Klimawandel ändere sich dadurch aber nicht, so Trump auf eine Nachfrage eines Reporters.

          Saudi-Arabiens Außenminister nennt CIA-Einschätzung falsch Video-Seite öffnen

          Khashoggi-Mord : Saudi-Arabiens Außenminister nennt CIA-Einschätzung falsch

          Die Führung Saudi-Arabiens wehrt sich weiterhin gegen Vorwürfe, Kronprinz Mohammed bin Salman habe den Mord an dem dem regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet. Der US-Geheimdienst CIA hält nach Medieninformationen den Kronprinzen für den Auftraggeber des Mordes.

          Topmeldungen

          Hier brach der Streit aus: Amazon-Logistikzentrum in Pforzheim (Baden-Württemberg).

          Nach jahrelangem Streit : Amazon-Streik nun vor Bundesarbeitsgericht

          Der Online-Handelsriese Amazon will eigentlich überhaupt keinen Streik dulden – schon gar nicht auf seinem Firmengelände. Deshalb zieht er nun bis vor das Bundesarbeitsgericht. Der Fall hat grundlegende Bedeutung, sagen Juristen.

          Nach der Acosta-Affäre : Trumps Verständnis von Anstand

          CNN-Reporter Jim Acosta ist zurück im Weißen Haus. Sein kurzzeitiger Rauswurf hat Konsequenzen für alle. Donald Trump setzt nun nämlich Regeln für die Presse auf. Manche Zeitung fragt, ob Acosta den Medien nicht einen Bärendienst erwies.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.