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Präsidentschaftskandidat Trump : „Wenn wir Atomwaffen haben, warum setzen wir sie nicht ein?“

  • -Aktualisiert am

Präsidentschaftskandidat Trump: Warum setzen wir denn keine Atomwaffen ein? Bild: dpa

Von seinen Feinden wird Donald Trump als dünnhäutig und aufbrausend bezeichnet. Umso schlimmer, dass er wohl in einer Besprechung mehrmals gefragt hat, warum die Vereinigten Staaten ihre schärfste Waffe nicht benutzen – ihre Atomwaffen.

          Der republikanische Kandidat um die Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat nach Angaben des amerikanischen Fernsehsenders MSNBC bei einer Besprechung seine außenpolitischen Berater gefragt, warum die Vereinigten Staaten ihre Atomwaffen nicht auch einsetzen würden. Angeblich soll er während dieses Treffens innerhalb einer Stunde dreimal wörtlich gefragt haben „Wenn wir Atomwaffen haben, warum setzen wir sie nicht ein?“

          Der Moderator des politischen Morgenmagazins „Morning Joe“ Joe Scarborough hatte den früheren Chef des amerikanischen Geheimdienstes CIA, Michael Hayden, zu Gast, als Scarborough von der Unterredung Trumps mit seinen Beratern erzählt. Um wem es sich bei den außenpolitischen Beratern Trumps handelt,  hat Scarborough nicht angegeben. Das Treffen soll vor einigen Monaten stattgefunden haben. Der Fernsehsender MSNBC hat bereits Donald Trump und sein Team kontaktiert, hat aber bisher noch keine Reaktion von Trump bekommen.

          Die übrigen Gäste, die in der Sendung zugeschaltet waren, reagierten sprachlos auf die Aussage Trumps: kurze Zeit herrschte sogar Stille im Studio. Der ehemalige CIA-Chef Hayden hatte kurz vorher Donald Trump als unberechenbar und unvorhersehbar bezeichnet. „Sowas jagt deinen Freunden Angst ein und fordert deine Feinde heraus“, sagte Hayden.

          Kurz darauf wurde Hayden, der unter Präsident Bill Cinton und George W. Bush auch Chef des Geheimdienstes NSA gewesen war, gefragt, wie genau das Auslösen von Atomwaffen durch einen amerikanischen Präsidenten ablaufen würde. „Das Verfahren kann variieren, aber es ist definitiv auf Schnelligkeit und Entschlossenheit ausgelegt. Zeit für Diskussionen gibt es dann nicht mehr“, sagte Hayden im Fernsehen.

          Schon seit längerem wird Donald Trump von diversen Seiten die Fähigkeit abgesprochen, als Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte das weltweit größte Atomwaffenarsenal zu kontrollieren. Seine Konkurrentin Hillary Clinton hat sich bei ihrer Rede auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten ebenfalls bereits hinsichtlich der Tatsache geäußert, dass der Immobilien-Tycoon als Präsident über den Einsatz von Massenvernichtungswaffen entscheiden könne. „Einen Mann, den man mit einem Tweet reizen kann, kann man unmöglich unser Atomwaffenarsenal anvertrauen“, rief sie ihren Anhängern zu.

          In der Vergangenheit hat Donald Trump mehrmals beunruhigende Aussagen zum Thema Atomwaffen gemacht. So hatte er angekündigt im Zweifelsfall den Islamischen Staat und den Krieg in Syrien mit Bomben zu beenden. Auf die atomare Bedrohung der Vereinigten Staaten durch Nordkorea hat Trump kürzlich auch für Entsetzen auf einem Atomgipfel führender Außenpolitiker gesorgt. Er hat vorgeschlagen die direkten Nachbarn Nordkoreas, Japan und Südkorea, mit Atomwaffen auszustatten.

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