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Angebliche Abhör-Affäre : Trump: „Das wäre größer als Watergate“

  • Aktualisiert am

„Das wäre größer als Watergate“: Donald Trump Bild: AFP

Trump teilt gerne gegen seinen Vorgänger aus. Auf Twitter behauptet er jetzt, es gebe immer mehr Beweise, dass das FBI sein Team im Wahlkampf 2016 ausgespäht habe. Belege für diese Theorie liefert er allerdings nicht.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat dem FBI vorgeworfen, ihn während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 heimlich ausgehorcht zu haben. „Wow, es scheint Gerüchte zu geben, dass das FBI unter Obama ‚das Trump-Wahlkampfteam mit einem heimlichen Informanten ausspioniert hat‘“, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter – genau ein Jahr, nachdem der Sonderermittler Robert Mueller für die Russland-Affäre seine Arbeit aufgenommen hat.

          Trump bezog sich in seinem Tweet offenbar auf einen Bericht der konservativen Zeitschrift „National Review“ vom Dienstag, in dem der frühere Staatsanwalt Andrew McCarthy über diese Theorie geschrieben hatte. McCarthy sage, es gebe „wahrscheinlich keinen Zweifel, dass es mindestens einen vertraulichen Informanten in Trumps Wahlkampfteam“ gegeben habe, schrieb Trump auf Twitter. „Wenn das stimmt, ist es größer als Watergate,“

          Belege für seine Anschuldigung lieferte Trump nicht. In der vergangenen Woche hatte schon sein Anwalt Rudy Giuliani die Theorie in einem Interview mit dem Sender Fox News öffentlich gemacht.

          Schon im März 2017 hatte Trump Obama vorgeworfen, dieser habe ihn vor der Präsidentschaftswahl im Trump-Tower abhören lassen. „Furchtbar! Ich habe gerade herausgefunden, dass Obama kurz vor meinem Sieg mein Telefon im Trump Tower angezapft hat. Nichts gefunden. Das ist wie bei McCarthy“, twitterte Trump damals. Und, kurz darauf: „Wie tief ist Präsident Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. Böser (oder kranker) Typ!“, twitterte Trump. Belege für diese Anschuldigungen lieferte er nicht.

          Trump schien sich mit seinen Anschuldigungen seinerzeit aber wohl auf Untersuchungen bezogen haben, die FBI und Geheimdienste schon im Präsidentschaftswahlkampf 2016 in seinem Umfeld vorgenommen hatten. Schon seinerzeit sollte untersucht werden, ob es finanzielle Verbindungen aus Trumps Umfeld nach Russland gab.

          Wenige Stunden später ließ Obama über seinen Sprecher Kevin Lewis mitteilen, dass er die Vorwürfe seines Nachfolgers entschieden zurück weise. Weder Obama noch „irgendein Verantwortlicher im Weißen Haus“ habe jemals das Abhören irgendeines amerikanischen Bürgers angeordnet, erklärte Lewis damals.

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