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Veröffentlicht: 14.02.2017, 14:04 Uhr

Ziehen, reißen, tätscheln Wie Trump mit seinem Handschlag Macht ausübt

Donald Trump gibt anderen nicht einfach die Hand zur Begrüßung, er reißt am Arm seines Gegenübers und lässt die Hand kaum noch los. Damit übt er symbolisch Macht aus, der sich kaum jemand widersetzen kann. Bis auf einen.

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© CNN, FAZ.NET Ziehen, reißen, täschteln: Wie Trump mit seinem Handschlag Macht ausübt

Er zieht, er reißt, er lässt einfach nicht los: Wenn Donald Trump auf Gesprächspartner trifft und ihnen die Hand gibt, macht er meist schon durch seine Körpersprache unmissverständlich deutlich, wer gerade Koch und wer Kellner ist. Ob im Weißen Haus oder bei offiziellen Terminen: Wer dem Präsidenten die Hand geben muss, kann froh sein, wenn er dabei nicht umfällt, so einnehmend und brachial zieht der Republikaner die Hand seines Gegenüber an sich heran.

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Wie unangenehm diese archaisch anmutende Machtdemonstration sein kann, musste vor einigen Tagen auch der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe erleben, dem solche zur Schau getragene Körperlichkeit als Asiaten besonders widerstreben dürfte: Als er Trump im Oval Office für die Kameras die Hand schüttelte, ließ der volle 19 Sekunden lang nicht los und tätschelte die rechte Hand seines sichtlich irritierten Gastes noch dazu mehrmals mit seiner linken. Zwischendurch zog er Abes Hand mehrfach ruckartig zu sich. Es müssen quälende Sekunden für den zurückhaltenden Japaner gewesen sein. Als Trump seine Hand schließlich freigab, schien der Gast aus Tokio denn auch sichtlich erleichtert. Danach lobte Trump Abes „starke Hände“ und meinte damit, wie die „Washington Post“ mutmaßte, vielleicht aber eher seine eigenen.

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Auch Trumps Verkündung seines Kandidaten für den Supreme Court, Neil Gorsuch, geriet zu einer öffentlichen Lehrstunde in testosterongeschwängerter Körpersprache. Als Gorsuch vom Rednerpult trat, wo er sich zu seiner Nominierung erklärt hatte, riss Trump seinen Arm beim Handschlag mehrfach so kräftig und ruckartig zu sich, dass Gorsuch irritiert mit dem Oberkörper auf Trump zukippte und den Präsidenten, wohl um seine erschrockene Reaktion zu übertünchen, kurz an der Schulter berührte. Auch bei Gorsuch tätschelte Trump zwischendurch kurz die Hand seines Gegenüber – und machte so symbolisch klar, wer im Wortsinn die „Oberhand“ hatte. Selbst Trumps Vizepräsident Mike Pence kann sich der reißenden Zuneigung seines Präsidenten mitunter nicht erwehren, wie Auftritte nicht nur aus dem Wahlkampf zeigen, bei denen Trump Pence so brachial an sich zog, dass der Mühe hatte, nicht ins Straucheln zu geraten.

So auffällig ist Trumps „Handshake“, dass er unter Beobachtern längst zum Thema geworden ist. „Warum kann Donald Trump nicht einfach Hände schütteln wie ein normaler Mensch?“, schrieb der Journalist Moustafa Bayoumi am Montag im britischen „Guardian“. Eigentlich wird der Handschlag von Menschen seit Urzeiten als Demonstration freundschaftlicher Absichten genutzt: Wer die Hand gibt, hat keine Waffe in der Hand. Doch bei Trump ist der Handschlag selbst die Waffe; eine archaisch-brachiale Machtdemonstration, wie man sie von einem amerikanischen Präsidenten so noch nicht erlebt hat.

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Vor allem die Diskrepanz zwischen Trumps politischer Fortune und seinem dominanten Auftreten ist eklatant. Mit seinem bizarren Verhalten verkehre der Republikaner grundlegende soziale Etikette in eine „verrückte Autoritätsdemonstration“, die einen Einblick in seinen Führungsstil gebe, schrieb „Guardian“-Autor Bayoumi. „Kein amerikanischer Präsident hat jemals versucht, so hyper-maskulin zu wirken, während er für so viele Menschen und Regierungen so schwach wirkte.“

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