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Nach Verhaftungswelle : Trump stellt sich hinter saudischen König und Kronprinz

  • Aktualisiert am

Ist wieder aktiv auf Twitter: Donald Trump. Bild: Reuters

Der amerikanische Präsident sprach den saudischen Herrschern sein Vertrauen aus. Einige Festgenommene hätten ihr Land seit Jahren „gemolken“, schrieb er auf Twitter.

          Nach der Festnahmewelle in Saudi-Arabien hat sich der amerikanische Präsident Donald Trump demonstrativ hinter das Königshaus gestellt. Er habe „großes Vertrauen“ in König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman, erklärte Trump am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Sie wissen genau, was sie tun“, fügte Trump hinzu. Einige der Festgenommenen hätten ihr Land seit Jahren „gemolken“. Daher werde nun „scharf“ gegen sie vorgegangen.

          In Saudi-Arabien waren laut dem Fernsehsender Al-Arabija am Samstag elf Prinzen, vier Minister und dutzende Ex-Minister unter dem Vorwurf der Korruption festgenommen worden, unter ihnen der mächtige Geschäftsmann und Milliardär Prinz Al-Walid bin Talal. Die Festnahmen erfolgten unmittelbar nach der Einsetzung eines neues Antikorruptionskomitees unter Leitung des Kronprinzen. Mit der Entlassung des Chefs der Nationalgarde, Prinz Miteb bin Abdullah, festigte der 32-Jährige zudem seine Kontrolle über die Sicherheitskräfte.

          Der erst im Juni zum Kronprinzen ernannte Sohn des 81-jährigen Salman plant umfassende Reformen. Nach seiner Ernennung hatte er einen Modernisierungskurs angekündigt. Ende Oktober stellte er bei einem Wirtschaftsforum in Riad eine Abkehr seines Landes von ultrakonservativen Religionsprinzipien in Aussicht. Ende September hatte er bereits überraschend ein Ende des Autofahrverbots für Frauen ab Juni kommenden Jahres in Aussicht gestellt. Saudi-Arabien wird bislang vom Wahabismus geprägt, einer besonders strengen Lesart des Islam.

          Kronprinz Mohammed gilt bereits als De-Facto-Herrscher Saudi-Arabiens. Er dürfte das Ziel haben, bis zu seiner endgültigen Machtübernahme alle Widersacher aus dem Weg zu räumen. Die Maßnahmen vom Samstag betreffen Beobachtern zufolge nicht nur Kritiker seines Modernisierungskurses. Viele der Festgenommenen lehnen auch seinen harten außenpolitischen Kurs mit dem Militäreinsatz im Jemen und dem Boykott des Golfemirats Katar ab.

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