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Veröffentlicht: 19.05.2017, 08:38 Uhr

Trumps erste Auslandsreise Amerikas Präsident hat Chaos im Gepäck

Fettnäpfchen voraus! Für seine erste Auslandsreise als Staatsoberhaupt hat sich Donald Trump viel vorgenommen. Die heimischen Probleme dürfte er aber kaum abschütteln können. Auch, dass er so lange unterwegs ist, könnte für Trump noch heikel werden.

von Simon Riesche, Washington
© dpa Akzenten im Ausland setzen: Donald Trump steht kurz vor seiner ersten Auslandsreise als Amerikas Präsident.

Fast vier Monate ist Donald Trump mittlerweile Präsident, doch bis heute hat er keine einzige Nacht seiner Amtszeit außerhalb des Weißen Hauses oder eines seiner Privathäuser verbracht. Das wird sich jetzt ändern, denn die erste Auslandsreise steht an.

Am Freitagnachmittag (Ortszeit) hebt die Air Force One ab, insgesamt acht Tage wird Trump außerhalb der amerikanischen Landesgrenzen unterwegs sein. „Ich werde alte Freundschaften stärken und neue Partner suchen“, sagte der Präsident in dieser Woche mit Blick auf seine internationale Jungfernfahrt. Vor allem, so Trump, werde er nach Partnern Ausschau halten, die „uns helfen und nicht immer nur nehmen, nehmen, nehmen“.

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Erste Station des Trips ist nach einem 14-Stunden-Flug Saudi Arabien, wo der Präsident nicht nur einen 100 Milliarden Dollar schweren Waffendeal verkünden, sondern auch den Islam zum Thema machen will. Trump werde am Sonntag eine Rede halten, die das Ziel habe, die „muslimische Welt“ gegen „gemeinsame Feinde“ zu vereinen, fasst der Nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster den Plan seines Vorgesetzten zusammen.

Nicht zuletzt angesichts dieser – alles andere als bescheiden formulierten – Erwartungshaltung wittern viele Trump-Beobachter akuten Fettnäpfchen-Alarm. Allein die Tatsache, dass Country-Sänger Toby Keith den Präsidenten in das strenggläubige Land begleitet, sorgt für Gelächter und Kopfschütteln. „I like Girls that Drink Beer“ („Ich mag Mädchen, die Bier trinken“) lautet einer von Keiths großen Hits, den er in Riad allerdings wohl kaum zum Besten geben wird. Im Publikum des Konzerts sind ohnehin nur Männer erlaubt.

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Trumps Rede soll Beratern zufolge übrigens sowohl „inspirierend“ als auch „direkt“ werden. Ausgerechnet Stephen Miller, einer der politischen Rechtsaußen-Vertreter in Trumps Führungsmannschaft, soll sie geschrieben haben. Neben dem umstrittenen Chefstrategen Stephen Bannon gilt er als einer der Väter des bereits mehrmals vor Gericht gescheiterten Einreiseverbot-Verbots für Menschen aus zahlreichen überwiegend muslimisch geprägten Ländern. Im Wahlkampf hatte Trump sich immer wieder abwertend über den Islam geäußert und sogar ein generelles Einreiseverbot für alle Menschen muslimischen Glaubens gefordert.

© MINISTRY HAN/REX/Shutterstock, reuters Trump soll sensible Geheimdienstinformationen an Lawrow weitergegeben haben

Warten auf Trumps Friedensplan

Israel, die zweite Station der Reise, dürfte für Trump ebenfalls kein Selbstläufer werden. Dass Amerikas Präsident höchst persönlich israelische Geheimdienstinformationen an Russland ausgeplaudert haben soll, ist auch in Jerusalem registriert worden. Zudem soll es im Planungsprozess des Besuchs bereits jede Menge Unstimmigkeiten gegeben haben, die laut israelischer Seite vor allem den sich ständig ändernden Wünschen seitens des Weißen Hauses geschuldet waren. Für Empörung sorgte dann auch noch die Behauptung eines amerikanischen Regierungsvertreters, dass sich die Klagemauer nicht in Israel, sondern im von den Palästinensern eingeforderten Westjordanland befinde.

Das Weiße Haus bat um Entschuldigung und provozierte stattdessen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, indem es Israels Grenzmauer zum Westjordanland einmal mehr überschwänglich lobte. Gerade die Palästinenser fragen sich, wie genau die von Trump im Wahlkampf immer wieder so wortgewaltig angekündigte Friedensinitiative denn nun aussehen wird. Sein Schwiegersohn Jared Kushner hätte das Zeug dazu, den Konflikt im Mittleren Osten zu beenden, wird der amerikanische Präsident weiterhin nicht müde zu versprechen. Nun reisen Schwiegervater und Schwiegersohn erstmals gemeinsam in die Region.

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